Polizeikontrollpunkt an der Grenze zum Kosovo beschossen

17. Mai 2012, 16:51
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Laut Ermittlungsrichterin wurden rund 30 Panzerabwehrgeschoße abgefeuert - Innenminister spricht von "albanischen terroristischen Gruppen"

Belgrad - Ein serbischer Kontrollpunkt an der Grenze zum Kosovo ist in den frühen Morgenstunden von unbekannten Angreifern beschossen worden. Verletzte gab es keine. Nach Angaben der Ermittlungsrichterin Nada Colic haben laut ersten Erkenntnissen drei Personen den Angriff verübt. Der Kontrollpunkt in der Ortschaft Dobrosin bei Bujanovac im Südostserbien sei aus einer Entfernung von 30 bis 50 Metern mit Panzerabwehrgeschoßen beschossen worden.

Die vier diensthabenden Polizisten, zwei Serben und zwei Albaner, sind unversehrt geblieben. Sie warfen sich gleich zu Beginn der Schießerei, die von der Grenzlinie selbst gekommen war, auf den Boden. Wie die Ermittlungsrichterin erläuterte, wurden sie auch dank eines Holzstapels vor dem Kontrollpunkt gerettet.

Albanische Terroristen

Innenminister Ivica Dacic beschuldigte "albanische, terroristische Gruppen" des Angriffs. Die kosovarische Polizei habe keine Informationen über den Angriff auf den Kontrollpunkt, teilte in Prishtina (Pristina) ein Polizeisprecher mit.

Im Dorf Dobrosin war im Jahre 2001 ein Stützpunkt von bewaffneten Gruppen der "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB), die für den Anschluss der südserbischen Region, in welcher rund 60.000 Albaner leben, an den Kosovo kämpften. Am 4. Mai waren in Bujanovac und dem Dorf Veliki Trnovac sechs ethnische Albaner unter dem Verdacht festgenommen worden, 2001 Kriegsverbrechen an Serben begangen zu haben. (APA, 17.5.2012)

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