Lage in Spanien bleibt trist

17. Mai 2012, 15:59
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Spanien muss am Kapitalmarkt deutlich tiefer in die Tasche greifen, von der Wirtschaftsentwicklung ist kein Rückenwind zu erwarteten, das Land rutschte in die Rezession

Madrid - Spanien hat am Donnerstag erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft, muss dafür aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das hoch verschuldete Land begab drei- und vierjährige Staatsanleihen im Volumen von insgesamt knapp 2,5 Mrd. Euro. Die Durchschnittsrendite kletterte aber trotz der robusten Nachfrage bei allen Anleihen über das Niveau der vorherigen Auktion.

Für die vierjährigen Papiere sind nun sogar Zinsen von rund fünf Prozent fällig nach zuletzt 3,374 Prozent. Das Land geriet angesichts der ungewissen Entwicklung in Griechenland zuletzt wieder ins Visier der Finanzmärkte: Die Renditen für zehnjährige Papiere waren auf mehr als sechs Prozent geklettert. Regierungschef Mariano Rajoy sah sich am Mittwoch veranlasst, zu warnen, das Land könne bald Schwierigkeiten bekommen, wenn die Renditen weiter steigen sollten.

Kein Kundenansturm

Zumindest eine schlechte Nachricht des Tages bestätigte sich unterdessen nicht: Das spanische Wirtschaftsministerium ließ eine Meldung der Zeitung "El Mundo" dementieren, wonach Kunden der kriselnden Sparkasse Bankia massiv Geld von den Konten abzogen. Und das, obwohl der Staat vor einer Woche Milliarden in die Bank pumpte und die Kontrolle über die zweitgrößte Sparkasse des Landes übernahm. "Es ist nicht wahr, dass es einen Geldabfluss bei der Bankia gibt", sagte Vize-Wirtschaftsminister Fernando Jimenez Latorre. Die Zeitung schrieb, Bankia habe im Laufe einer Woche mehr als eine Milliarde Euro an Einlagen verloren.

Die größte Sorge des Landes, das versucht, seinen Haushalt zu sanieren, ist die Bankenlandschaft, die unter den Folgen der Immobilienkrise ächzt. Noch ist unklar, wie hoch die Kosten nach dem Platzen der Blase sein werden. Vergangene Woche ordnete die Regierung an, die Branche müsse weitere 30 Mrd. Euro an Rückstellungen bilden.

Kein Rückenwind aus der Wirtschaft

Von der Wirtschaftsentwicklung ist kein Rückenwind zu erwarteten: Das Land ist nach endgültigen Berechnungen der nationalen Statistikbehörde in die Rezession gerutscht. Das Minus betrug im ersten Quartal 0,3 Prozent verglichen zum vierten Quartal 2011, wie das Amt auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Zum Vorjahresquartal fiel der Rückgang mit 0,4 Prozent sogar noch größer aus. Auch Ende 2011 war die spanische Wirtschaftsleistung bereits geschrumpft. Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsschwäche auch noch über das erste Quartal hinaus fortsetzen wird.(APA, 17.5.2012)

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    Die Bankenlandschaft bleibt das größte Sorgenkind.

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