Italiens Schatten­wirtschaft gedeiht

17. Mai 2012, 15:50
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Steuerhinterziehung, Schatten­wirtschaft und Kriminalität machen rund 31 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts aus

Rom - Steuerhinterziehung, Schattenwirtschaft und Kriminalität machen rund 31 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das entspricht 490 Mrd. Euro pro Jahr, teilte die italienische Notenbank in einer neu veröffentlichten Studie mit. Allein das organisierte Verbrechen generiere einen Umsatz von 187 Mrd. Euro.

Das Phänomen Schwarzarbeit sei so verbreitet, das es bereits als Eckpfeiler der italienischen Wirtschaft zu bezeichnen sei, hieß es im Bericht. Für die Schattenwirtschaft sind laut der Studie mehrere Faktoren verantwortlich. Die ungewissen Zukunftsaussichten würden immer mehr Unternehmen dazu bewegen, auf Schwarzarbeit zu setzen. Auch der Prozentsatz der Gelder, die dem Fiskus entgehen, sei stark gewachsen.

Italiens Regierungschef Mario Monti hat seit seinem Amtsantritt im November den Kampf gegen Steuersünder verschärft. Bei landesweiten Kontrollen hat die Steuerpolizei in den ersten vier Monaten dieses Jahres etwa 2.000 Steuersünder aufgespürt, die zusammen mehr als sechs Mrd. Euro an Einnahmen vor dem Fiskus verborgen hatten. Die Steuerpolizei stieß allein auf 650 Mio. Euro an nicht abgerechneter Mehrwertsteuer. (APA, 17.5.2012)

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