Neuer Sturm-Trainer: "Kurzes Hy, schnelles Balla"

16. Mai 2012, 18:23
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Blackies"-Cheftrainer vorgestellt - 36-jähriger Peter Hyballa steht für Offensive und hat "richtig Bock"

Graz - Am Anfang der Pressekonferenz erklärte Sportdirektor Paul Gludovatz den zahlreich anwesenden Journalisten die Betonung des neuen Namens. Peter Hyballa werde auf die zweite Silbe, also das erste A hin betont. "Kurzes Hy, schnelles Balla”, fasste der angesprochene die Erklärung noch zusammen, als er am Mittwoch in Graz als neuer Sturm-Trainer präsentiert wurde - und: "So wollen wir auch spielen".

Hyballa will bei "diesem geilen Klub" Gas geben. Ihm gefällt, dass man bei Sturm "viele Ideen" hat. Der 36-jährige Deutsche hat bereits als Trainer bei Alemania Aachen in der zweiten Liga gearbeitet, ansonsten aber vor allem im Nachwuchs. Zuletzt war er bei Red Bull Salzburg der Trainer der Juniors, vorher aber bei Borussia Dortmund jener der U19, weswegen ihm die Entdeckung von Mario Götze nachgesagt wird. So sehe er sich nicht, sprach Hyballa, "wir haben einfach zwei Jahre zusammengearbeitet".

Nach den Jahren in der zweiten Reihe, will Hyballa nun länger vorne stehen und "zurück auf die Profi-Bühne". Darauf habe er "richtig Bock". Ein gewisser Enthusiasmus für die Sache blieb nicht im Verborgenen. Für seine Ernennung gesprochen habe "seine bisherige Arbeit mit der Jugend und im Profibereich, dass er Sturm auch als Karriereplattform sieht und seine Kommunikations- sowie Teamfähigkeit", verriet Gludovatz.

Kaderveränderungen

Hyballas neue Mannschaft kennt dieser von Spielen in Salzburg, vor allem aber vom DVD-Studium. Weil er in Salzburg noch die Saison der Amateure zu Ende spielen müsse, sei er gegen die Austria am Donnerstag nicht im Stadion. Das Potential für das logische Ziel - zumindest im Euopacup zu spielen - sei grundsätzlich da. Doch es werde Veränderungen im Kader geben: "Ob jung oder alt ist ja egal. Wichtig ist, dass sie gut sind". Darüber ist mit Gludovatz noch zu sprechen. Dieser betonte themenverwandt: "Ich stehe zu Stallgeruch und zu Rückholaktionen. Darauf werden wir mittelfristig zurück kommen". Geschäftsführer Christopher Houben will Vertragsverlängerungen nach dem letzten Meisterschaftsspiel besprechen. Bei Mario Haas stehe fest, dass er "gegen die Austria nicht verabschiedet" werde.

Auch das restliche Trainerteam muss noch zusammengestellt werden. Die Vorbereitungen dafür liefen gut, sagte Gludovatz, bereits am Samstag solle es Neuigkeiten geben. Über dieses Thema habe Hyballa auch mit Markus Schopp gesprochen, der als Nachwuchstrainer der "Blackies" ja selbst im Gespräch für den Chefposten war: "Schopp war eben ein herausragender Fußballer und ist noch ein unerfahrener Trainer. Ich war kein herausragender Fußballer, aber bin schon länger im Trainergeschäft". Damit haben beide kein Problem, steht für Hyballa einer Zusammenarbeit nichts im Weg.

Offensiv, aber kein zweites Dortmund

Mit Hyballa am Feld und Gludovatz hinter den Kulissen ist Sturm möglicherweise das interessanteste aktuelle Vereinsprojekt Österreichs. "In einem der geilsten Stadien Österreichs" (Hyballa) soll in Zukunft vor allem offensiv gespielt werden. "Ich möchte, dass die Fans im Stadion aufstehen und begeistert sind", das sei eben sein Stil, sagte der Deutsche. Im Training werde er deshalb viel mit dem Ball arbeiten, weniger mit Waldläufen: "Im Wald kann man Pilze sammeln".

Angesprochen auf Ähnlichkeiten zu Jürgen Klopp, fiel ihm zuerst die Unrasiertheit beider ein. Im Ernst dann auch die Freude am Angriffsfußball. Aber man könne Dortmund in Graz nicht einfach kopieren, müsse eigene Ideen finden: "Wenn jemand erwartet, dass Sturm in der kommenden Saison wie Dortmund spielt, dann sage ich: Okay, 81 Punkte wären mir sehr recht". (red, derStandard.at, 16.5.2012)

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    Peter Hyballa findet Sturm geil

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