Fortuna Düsseldorf sagt Aufstiegsfeier ab

16. Mai 2012, 21:16
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Sportrechtler: Rückkehr der Hertha war ein Fehler, die legt Protest ein - Der hätte eher Erfolg, wenn Berliner in Kabine geblieben wären

Berlin - Fortuna Düsseldorf hat die geplante Feier zum Aufstieg in die deutsche Fußball-Bundesliga am Samstag abgesagt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa reagierte der Verein damit auf den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels in Düsseldorf (2:2). "Wir werden uns dazu offiziell am Donnerstag äußern", erklärte Fortuna-Sprecher Tom Koster am Mittwoch. Die Rheinländer hatten eine große Party in der Esprit-Arena vorgesehen. 

Hertha BSC legte davor beim deutschen Fußball-Bund Einspruch gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf ein. Dies gab der Berliner Club am Mittwoch bekannt. "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich", begründete Manager Michael Preetz diesen Schritt, "mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun." Es gehe darum, dass die "irregulär zustande gekommene Spielwertung" aufgehoben werde.

Über den Einspruch und damit auch den Aufstieg der Düsseldorfer entscheidet nun das DFB-Sportgericht. Bis Freitag, 24.00 Uhr, muss dafür eine schriftliche Begründung beim Verband eingehen. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Die Partie war am Dienstag unter skandalösen Umständen zu Ende gegangen. Weil Fortuna-Anhänger schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten, musste Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für rund 20 Minuten unterbrechen. Sportlich hatte Düsseldorf mit dem 2:2 die Rückkehr in die Bundesliga geschafft.

Experte gibt Protest wenig Chancen

Sportrechtler Siegfried Fröhlich hält es für einen Fehler, dass die Spieler von Hertha BSC nach dem Spielabbruch im deutschen Fußball-Relegationsrückspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) auf den Platz zurückgekehrt sind. "Sie haben das Spiel noch zu Ende gespielt. Ein Protest hat daher wenig Aussicht auf Erfolg", sagte der Jurist im Gespräch mit der Nachrichtenseite n-tv.de.

Die Chancen auf ein Wiederholungsspiel oder eine nachträgliche Wertung der Begegnung zugunsten der Berliner wären höher, wenn sich der Verein gegen eine Fortsetzung geweigert hätte. In diesem Fall hätte ein Sportgericht über die Ursache des Abbruchs verhandeln müssen.

"Grundsätzlich verliert dann die Mannschaft, deren Fans für den Abbruch sorgen", sagte Fröhlich. Wäre das Gericht zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sicherheit der Spieler gefährdet und eine Fortsetzung des Spiels nicht zumutbar gewesen ist, "hätte man das Spiel 2:0 für Hertha werten müssen". Fröhlich geht davon aus, dass der Protest scheitert und der Abstieg der Berliner in die zweite Fußball-Bundesliga besiegelt ist. (APA, 16.5.2012)

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    Adam Bodzek geigte den Fans am Feld schon die Meinung, jetzt wird die Aufstiegsfeier vorerst abgesagt

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    Die Rückkehr der Hertha auf das Feld könnte ihre Protestchancen drastisch verschlechtert haben

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