Deutsche Telekom erringt Erfolg gegen 17.000 Kleinanleger

16. Mai 2012, 16:21
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Richterin sieht keine Fehler in Prospekt zu drittem Börsengang - Aktionäre erheben Beschwerde gegen Urteil

Die Deutsche Telekom hat in einem Mammut-Prozess von 17.000 Kleinanlegern gegen den Konzern einen Erfolg errungen. Das Unternehmen habe in den Unterlagen zu seinem dritten Börsengang im Sommer 2000 "keinen Prospektfehler" gemacht, sagte Richterin Birgitta Schier-Ammann am Mittwoch am Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Das OLG hat keinen gravierenden Fehler in dem Börsenverkaufsprospekt aus dem Jahr 2000 entdeckt und daher die Schadensersatzklagen der Anleger abgewiesen. Der Entscheid sei jedoch noch nicht rechtskräftig, es könne noch Rechtsbeschwerde eingelegt werden.

Nicht ausreichend informiert

In dem Rechtsstreit hatten die Aktionäre der Telekom vorgeworfen, im Prospekt zum dritten Börsengang im Jahr 2000 nicht ausreichend über wirtschaftliche Risiken für den Konzern informiert zu haben. Der Konzern war durch den Kauf des Mobilfunkunternehmens Voicestream im Sommer 2000 in den US-Markt eingestiegen. Das US-Geschäft macht der Telekom bis heute massive finanzielle Probleme und drückt auf den Kurs der Telekom-Aktie.

Revision

Nach ihrer Niederlage vor dem Oberlandesgericht Frankfurt geben sich die klagenden Kleinaktionäre nicht zufrieden. "In diesen Minuten wird die Revision beim Bundesgerichtshof eingereicht", erklärte der Anwalt des Musterklägers, Andreas Tilp, am Mittwoch unmittelbar nach der Verkündung des Beschlusses. Er gehe davon aus, dass der BGH die "falsche Entscheidung" des OLG aufheben werde. (APA, 16.5.2012)

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