Grazer Wechselseitige verdiente 2011 weniger

16. Mai 2012, 14:49
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Konzerngewinn ging von 69 auf 58 Millionen Euro zurück

Graz - Die steirische Banken- und Versicherungsgruppe Grazer Wechselseitige (Grawe) hat 2011 deutlich weniger verdient: Der Konzerngewinn nach Steuern ging von 68,7 auf 58,2 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis wurde vor allem durch das Bankgeschäft in Ungarn gedrückt. Durch die staatliche Zwangskonvertierung von Fremdwährungskrediten wurde eine Kapitalzufuhr von 7,5 Mio. Euro an die Sopron Bank notwendig. Das EGT der Bankengruppe brach um 58,9 Prozent auf 7,1 Mio. Euro ein. Dagegen erwirtschaftete die Versicherungsgruppe einen EGT-Zuwachs von 8,2 Prozent auf 63,1 Mio. Euro. Generaldirektor Othmar Ederer bezeichnete die Bilanz 2011 am Mittwoch insgesamt dennoch als "durchaus zufriedenstellend".

Prämienvolumen steigt

Das Prämienvolumen der Grawe-Group stieg um 1,9 Prozent auf 721,7 Mio. Euro. 36 Prozent der Prämieneinnahmen werden in Zentral- und Osteuropa erzielt. Die Versicherungsleistungen gingen um 1,5 Prozent auf 416,2 Mio. Euro zurück.

In der Grawe-Österreich konnten die Prämieneinnahmen um 0,9 Prozent auf 463,6 (459,7) Mio. Euro gesteigert werden. Im Schaden-Unfall-Bereich gab es einen Zuwachs auf 345,9 (nach 337,1) Mio. Euro. Nicht so günstig dagegen die Entwicklung bei den Lebensversicherungen: Bei den Prämien gab es einen Rückgang auf 117,7 (122,6) Mio. Euro, bedingt durch die steuerliche Änderung, die Einmalerläge betreffend. Die Versicherungsleistungen verringerten sich insgesamt um 10,1 Prozent auf 281 Mio. Euro.

Eigenmittel steigen wieder

Die Eigenmittel wurden um 8,1 Prozent auf 671,3 Mio. Euro aufgestockt. Sie hatten Ende 2008, also vor den Abschreibungen für die Hypo Alpe Adria, 768,4 Mio. Euro betragen.

Der Wert der Kapitalanlagen im Versicherungsbereich des Gesamtkonzerns stiegen um 6,5 Prozent auf 3,37 Mrd. Euro an. Wie Ederer betonte, habe man auch die nachhaltige und eher konservative Kapitalveranlagung - vorwiegend in festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien - fortgesetzt.

Die Zahl der Auslandstöchter blieb 2011 unverändert, die der Mitarbeiter ist mit durchschnittlich 4.477 (4.467) leicht gestiegen. Die Bilanzsumme in der Gruppe wuchs von 7,5 auf 7,8 Mrd. Euro.

Einen Führungswechsel gab es im Aufsichtsrat: Auf Franz Harnoncourt-Unverzagt, der dem Gremium fast 28 Jahre lang vorstand, folgte mit dem in Wien wirkenden Wirtschaftsanwalt Philipp Meran - wie es im Unternehmen Tradition ist - wieder ein Nachfahre des Gründers Erzherzog Johann. (APA, 16.5.2012)

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