BayernLB klagt wegen Projektkosten

16. Mai 2012, 14:37
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Die Klagsflut rund um die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank ist nun um einen weiteren Zivilprozess erweitert worden

Klagenfurt/München - Die Klagsflut rund um die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank ist nun um einen weiteren Zivilprozess erweitert worden. Diesmal klagt die Bayerische Landesbank, sie will von ihrer ehemaligen Tochter 7,8 Mio. Euro zurückhaben. Bei dem Geld handelt es sich laut Klage um Projektkosten, wie der Sprecher des Landesgerichts, Martin Reiter, am Mittwoch erklärte.

Das Projekt hieß "Hypo fit 2013" und wurde 2008 aufgesetzt. Das Ziel war eine Restrukturierung der Hypo samt Abbau von 2.500 Mitarbeitern sowie der Verkauf mehrerer Tochtergesellschaften, unter anderem der Hypo Italien. In der Klage der Bayern heißt es, man habe kurz nach der Übernahme, die im Mai 2007 erfolgt sei, festgestellt, dass sich die Probleme "zu häufen beginnen". Nach kurzer Zeit habe der Verlust bei der Hypo International bereits 520 Mio. Euro betragen.

Ende 2008 habe man gewusst, dass man etwas unternehmen müsse und das Restrukturierungskonzept erstellt. Dabei habe man eine Vereinbarung mit der Tochter getroffen, dass diese die Kosten für dieses Projekt bezahlen müsse. Ob diese Vereinbarung auch schriftlich vorliegt, ist allerdings unklar. Insgesamt seien elf Rechnungen gelegt worden, die insgesamt 7,8 Mio. Euro ausmachen würden. Diese Summe klagen die Bayern nun bei der inzwischen der Republik Österreich gehörenden Bank ein.

In der Hypo-Zentrale in Klagenfurt löst der Schritt große Verwunderung aus. "Die Vorgangsweise ist völlig absurd", meinte ein Mitarbeiter am Mittwoch. Die Erfolgschancen der Münchner scheinen bei Durchsicht der Klagsschrift, die der APA vorliegt, denn auch nicht sonderlich groß.

In der Klage heißt es auf Seite fünf des von der Anwaltei Freshfields Bruckhaus Derlinger verfassten Schriftstücks zum Thema "Vereinbarung der Kostenübernahme durch die beklagte Partei" nämlich: "... wurde zwischen den Rechtsabteilungen der Parteien auch ein entsprechender Text eines solchen Schriftstücks abgestimmt, das jedoch nicht unterschrieben wurde". Ohne Unterschrift wird es nur schwer zu beweisen sein, dass die Kärntner Banker bereit waren, die von den Bayern bestellten Berater zu bezahlen.(APA, 16.5.2012)

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