Umdasch erwirtschaftet mehr Gewinn

16. Mai 2012, 14:12
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Das Unternehmen will 2012 kräftig investieren und sucht Facharbeiter

Wien - Die Umdasch AG steigerte 2011 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) nach dem Dämpfer von 2010 um fast 22 Prozent auf 73 Mio. Euro. Der im Schalungs- und Ladenbau tätige Konzern mit Sitz in Amstetten (Niederösterreich) schrammte allerdings am im Vorjahr gesetzten Ziel, der Umsatzmilliarde, vorbei. "Da waren wir eindeutig zu optimistisch", räumte Vorstandschef Andreas Ludwig am Mittwoch bei der Bilanzpräsentation in Wien ein. 87 Prozent der Einnahmen wurden im Ausland erzielt.

Im ersten Quartal 2011 sei der Konzern noch "deutlich zweistellig gewachsen", das dritte Geschäftsviertel sei aber eher schlecht verlaufen. Die anfängliche Dynamik bremste sich zum Bilanzstichtag bei einem Umsatz von 986 Mio. Euro ein - um 7 Prozent mehr als 2010. Im Schalungsbau (Marke Doka), wo mit 759 Mio. Euro der Löwenanteil des Umsatzes gemacht wurde, ist Umdasch stark konjunkturabhängig. In Asien, Südamerika und der Golfregion hofft das Unternehmen von den guten Wachstumsraten in der Bauwirtschaft zu profitieren. In Brasilien war der Schalungsbauer zuletzt am Bau von drei Stadien beteiligt.

Facharbeitermangel in Amstetten

In Österreich beschäftigte die Unternehmensgruppe 2011 im Schnitt 2.777 Mitarbeiter. Innerhalb des letzten Jahres habe man 200 neue Leute eingestellt, erklärte Ludwig. Die Anzahl der Leiharbeiter sei stabil geblieben. Aktuell ortet Ludwig am Amstettner Firmensitz aber einen Mangel an Facharbeitern. "Ich würde auf der Stelle zehn Schweißer nehmen", sagte Ludwig am Rande der Pressekonferenz. Umdasch nimmt jährlich rund 25 Lehrlinge auf. Insgesamt arbeiteten 2011 7.114 Personen weltweit für das Unternehmen. Im Mittleren Osten, in Asien und Südamerika will Umdasch durch "Regional-Hubs" zudem dezentraler werden und dort verstärkt Personal aufbauen.

Bei Doka wurden 2011 39 Prozent außerhalb Europas verdient, vor zehn Jahren erwirtschaftete Doka noch 94 Prozent des Umsatzes in Europa. Den stärksten Zuwachs verzeichnete im Vorjahr Lateinamerika. Laut Firmenangaben wuchs Umdasch stärker als der Markt, konnte also Marktanteile gewinnen. Am Heimatmarkt Österreich dämpfte die verschärfte Schuldenkrise die Erholung der Bauwirtschaft. Das "mäßige Wachstum" sei vor allem vom Hochbau getragen worden. Südeuropa entwickelte sich negativ.

Zahlreiche Mega-Projekte

Aktuelle Mega-Bauprojekte, bei denen Umdasch mit Doka-Schalungstechnik dabei ist, sind der Wiener Zentralbahnhof (größtes Projekt in Österreich), der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, das "One World Trade Center" am Ground Zero in New York, der 400 Meter hohe CMA-Tower in Riad, Saudi-Arabien und der zukünftig höchste Wolkenkratzer in Fernost, der Lotte World Tower in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, der 555 Meter in die Höhe ragen soll. Laut Ludwig war Doka an sechs der acht höchsten Gebäude der Welt beteiligt.

Doka gründete 2011 neue Gesellschaften in Australien, Malaysia, Nigeria und Peru. In der Schweiz wurde zudem der Vertriebspartner Holzco zur Gänze übernommen.

In der Ladenbausparte stieg der Umsatz im Vorjahr um 6,6 Prozent auf 209 Mio. Euro. Neben Prestige-Projekten wie dem Eybl World Store oder Duty-Free-Shopping-Meilen auf Flughäfen in Zürich und Dubai will sich Umdasch auf "Schlüsselkunden" in Europa konzentrieren, erklärte Ludwig. Mit der "Shopfitting Group" ist Umdasch vorwiegend im Textil-, Schuh- und Sportartikelhandel sowie in Drogerie- und Supermärkten aktiv. 22 Prozent des Umsatz entfällt auf den österreichischen Markt, der Rest wird hauptsächlich im europäischen Ausland erwirtschaftet. Künftig will Umdasch auch beim Onlinehandel mitnaschen, indem digitale Online-Shopping-Konzepte mit realem Filial-Design verknüpft werden sollen.

2012 will der Konzern die Umsatzmilliarde knacken. Das gelang seit Ausbruch der Wirtschaftskrise nicht mehr. Heuer will Umdasch auch kräftig investieren: Die Investitionen sollen "fast doppelt so hoch" wie 2011 (55 Mio. Euro) sein, in Österreich sollen es 30 Mio. Euro nach 16 Mio. Euro werden.(APA, 16.5.2012)

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