Todesfälle weltweit stark zurückgegangen

16. Mai 2012, 11:50
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Nach Angaben des UN-Bevölkerungsprogramms starben 2010 aber immer noch 287.000 Frauen an Schwangerschaft und Geburt

New York  - Die Zahl der während der Schwangerschaft oder bei der Geburt des Kindes sterbenden Frauen hat sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit fast halbiert. Nach Angaben des UN-Bevölkerungsprogramms UNFPA führte die Schwangerschaft im Jahr 2010 bei 287.000 Frauen zum Tode. Im Jahr 1990 seien es noch 543.000 gewesen. Trotz der Halbierung der Todesfälle stirbt den Angaben zufolge immer noch fast alle zwei Minuten eine Frau im Kindbett.

Kaum Erfolge in Afrika

"Diese Zahlen zeigen, dass die Anstrengungen der einzelnen Länder, des UNFPA und anderer Partner sich auszahlen", sagte UNFPA-Chef Babatunde Osotimehin am Dienstag in New York. Die Statistik zeigt aber auch, dass die größten Erfolge nicht da erzielt wurden, wo die Vereinten Nationen die meiste Arbeit investierten. Die Zahl der Todesfälle sank vor allem in den asiatischen Ländern drastisch. In Schwarzafrika hingegen gab es nur wenige Erfolge.

Infektionen im Kindsbett Todesursache Nr. 1

Die häufigsten Todesursachen im Kindbett sind Infektionen und schwere Blutungen. Hinzu kommen schlecht ausgeführte Abtreibungen, die eine Schwangerschaft für tausende Frauen zum tödlichen Risiko machen. 99 Prozent der Todesfälle kommen in Entwicklungsländern vor.

Risiko stark regional gebunden

Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, und die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) äußerten sich zu den UNFPA-Zahlen  zwiespältig: "Die internationalen Ziele zur Senkung der Müttersterblichkeit sind noch in weiter Ferne", so Bayr am Mittwoch in einer Aussendung.

Die ÖGF betonte als langjähriger Partner von UNFPA, dass noch immer großer Handlungsbedarf bestehe: "Das Risiko der Müttersterblichkeit ist immer noch stark regional gebunden. Eine Frau, die in Afrika südlich der Sahara schwanger ist, hat ein Risiko von 1 zu 39, dass sie während der Geburt stirbt. Im Vergleich dazu besteht eine Gefahr von 1 zu 2.400 in den USA und in Schweden 1 zu 14.100. Leider ist im Afrika südlich der Sahara nur ein geringer Erfolg zu verzeichnen", so Johanna Marquardt. (APA/red, 16.5.2012)

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