Wocheneinkauf kommt 3,8 Prozent teurer

16. Mai 2012, 11:17
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Die größten Preistreiber bleiben Wohnen, Wasser und Energie. Die allgemeine Inflationsrate verliert an Dynamik

Wien - Der typische wöchentliche Einkauf der Österreicher, der Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich im April mit 3,8 Prozent stärker verteuert als die allgemeine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Dafür lagen die Kosten für den täglichen Einkauf mit einem Plus von 2,0 Prozent darunter. In der Eurozone ist die Teuerungsrate im April auf 2,6 Prozent gesunken.

Autofahren wurde teurer, Fliegen günstiger

Hauptpreistreiber waren im April Wohnen, Wasser und Energie mit einem durchschnittlichen Anstieg von 3,4 Prozent im Jahresabstand. Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege bei der Instandhaltung von Wohnungen (+3,5 Prozent) und höhere Wohnungsmieten (+4,9 Prozent). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, Gas sieben Prozent, Heizöl sechs Prozent, Strom blieb dagegen unverändert.

Ausgaben für Verkehr verteuerten sich um 2,6 Prozent, wobei die Treibstoffpreise um acht Prozent stiegen. Auch die Wartung und Reparatur von Autos verteuerte sich um vier Prozent. Neue Autos kosteten ein Prozent weniger, Flugtickets verbilligten sich sogar um sechs Prozent.

Billigeres Obst

Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit einem durchschnittlichen Anstieg von 1,7 Prozent. Aber auch hier gab es Ausreißer: So verteuerten sich Fleisch und Fleischwaren um fünf Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse sowie Molkereiprodukte jeweils um vier Prozent. Diese wurde durch Verbilligungen bei Obst (-19 Prozent) und Gemüse (-2 Prozent) größtenteils aufgefangen.

Im Monatsabstand wurden vor allem Kleidungs- und Schuhartikel teurer - um jeweils 3,0 Prozent. Hierfür werden Änderungen im Sortiment der Frühjahrs-/Sommerkollektion verantwortlich gemacht. Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand waren überwiegend deutliche Verbilligungen bei Gemüse (-4 Prozent). 

Preisauftrieb sinkt in Europa

Der Preisauftrieb ist im April gegenüber dem Vergleichsmonat 2011 in der Eurozone auf 2,6  und auf EU-27-Ebene auf 2,7 Prozent gesunken.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Schweden (1,0 Prozent), Griechenland (1,5 Prozent) und Irland (1,9 Prozent) gemessen und die höchsten in Ungarn (5,6 Prozent), Estland (4,3 Prozent) sowie in Polen und Tschechien (je 4,0 Prozent).

Italien mit hoher Inflation

Nachfolgend die Reihenfolge der Länder nach der Höhe der jährlichen Inflationsraten vom April 2012: Ungarn (5,6 Prozent), Estland (4,3), Polen und Tschechien (je 4,0), Malta (3,8), Italien und Slowakei (je 3,7), Zypern (3,6), Litauen (3,3), Finnland und Luxemburg (3,0), Portugal, Belgien und Slowenien (je 2,9), Niederlande und Lettland (2,8), Österreich und Frankreich (je 2,4), Dänemark (2,3), Deutschland (2,2), Spanien und Bulgarien (je 2,0), Irland und Rumänien (je 1,9), Griechenland (1,5) und Schweden (1,0). Keine Daten lagen von Großbritannien vor. (APA, 16.5.2012)

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