USA halten Visa für Chen und Familie bereit

16. Mai 2012, 08:49
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Blinder Aktivist wirft Behörden Misshandlung eines Neffen vor

Washington - Die USA halten für den chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng und seine Familie Visa bereit. Auf der Seite der US-Behörden seien "alle Formalitäten erledigt", um Chen, seine Frau und seine beiden Kinder aufzunehmen, sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Dienstag (Ortszeit) in Washington. "Wir sind bereit, wenn er und seine Regierung bereit sind", fügte Nuland hinzu. Vor knapp zwei Wochen hatte die US-Regierung mitgeteilt, der blinde Dissident könne für Studien in die USA ausreisen. Bisher befindet er sich in einem Krankenhaus in Peking.

Telefonat mit US-Kongress

Chen warf den chinesischen Behörden unterdessen vor, einen seiner Neffen in der Provinz Shandong zu misshandeln. In einem Telefonat mit Mitgliedern des US-Kongresses sagte der Dissident, Beauftragte der Behörden seien in das Haus Chen Keguis eingedrungen und hätten diesen verprügelt. Chen hatte bereits wiederholt beklagt, dass Freunde und Angehörige misshandelt würden.

Chen hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen den Zorn der Behörden auf sich gezogen. Am 22. April floh er aus dem Arrest und fand Zuflucht in der US-Botschaft in Peking. Nach sechs Tagen verließ der 40-Jährige die Botschaft wieder und wurde in eine Klinik gebracht. Er fühlt sich in China aber nicht sicher und will gemeinsam mit seiner Familie in die USA ausreisen. Die chinesischen Behörden stellten ihm zunächst die Aushändigung von Reisedokumenten in Aussicht, bisher wartet Chen aber weiterhin auf einen Pass. (APA, 16.5.2012)

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