Gruppe bekennt sich zu Anschlag auf Haus von EU-Task-Force-Chef für Griechenland

16. Mai 2012, 12:15
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Gebäude mit Farbe beschmiert und Auto der Ehefrau angezündet - Bekennerschreiben von "FreundInnen von Loukanikos" erging an Zeitung - Drohungen gegen Troika und Unternehmen

Berlin - Der Brandanschlag auf das Haus und ein Auto des Chefs der EU-Task-Force für Griechenland, Horst Reichenbach, hat womöglich politische Hintergründe. Darauf könnte ein Bekennerschreiben hindeuten, das von einer Gruppe namens "FreundInnen von Loukanikos" unterzeichnet wurde und einer Berliner Tageszeitung zuging, wie der Potsdamer Oberstaatsanwalt Helmut Lange am Mittwoch sagte. Verdichtet habe sich dieser Verdacht noch nicht. Ihm persönlich sei eine Gruppe dieses Namens bisher nicht untergekommen. "Wir sind dabei, die Spuren auszuwerten", sagte Lange. Die Ermittlungen, die inzwischen der brandenburgische Staatsschutz führe, seien noch am Anfang und gingen in alle Richtungen.

Bei "Loukanikos" handelt es sich Lange zufolge offenbar um einen Hund, der wiederholt bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik in Griechenland mitgeführt wurde. Lange warnte vor zu weit gehenden Folgerungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt. "Das ist noch sehr früh, wirklich belastbare Aussagen zu treffen", erklärte er. Nichts sagen wollte er auf die Frage, ob es gegen die Familie Reichenbach vor dem Anschlag Drohungen gegeben habe.

Motiv: Verschlechterte Lebensbedingungen

In dem Bekennerbrief schreiben die Autoren einem Medienbericht zufolge, dass der Anschlag Horst Reichenbach selbst gegolten habe. Sie sie hätten "Steine und Farbflaschen" gegen sein Wohnhaus geworfen und den BMW seiner Ehefrau angezündet, berichtete die „Berliner Morgenpost" unter Berufung auf das ihr vorliegende Schriftstück. Als Motiv hätten die Unterzeichner vor allem die verschlechterten Lebensbedingungen der Menschen in Griechenland wegen der von der EU verordneten Sparmaßnahmen genannt. Darüber hinaus würden Drohungen gegen die Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission sowie gegen Unternehmen ausgesprochen, hieß es in dem Bericht weiter. (APA/Reuters, 16.5.2012)

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