Facebook will an Börse 16 Milliarden Dollar lukrieren

16. Mai 2012, 13:46
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Der aktualisierte Börsenprospekt zeigt: Zahl der Anteilsscheine soll auf 421 Millionen angehoben werden

San Francisco/New York - Facebook wird deutlich mehr Anteilsscheine ausgeben als ursprünglich geplant. Nachdem das soziale Netzwerk zuerst den Preis für das einzelne Wertpapier angehoben hatte, erhöhte es nun die Anzahl der Aktien auf über 420 Mio. Stück. Die Einnahmen liegen im ersten Schritt bei bis zu 16 Mrd. Dollar (12,5 Mrd. Euro). Damit ist Facebook nicht mehr nur der größte Internet-Börsengang aller Zeiten, sondern einer der größten Börsengänge überhaupt.

Wie aus dem am Mittwoch aktualisierten Börsenprospekt hervorgeht, verkaufen Facebook und die Altaktionäre rund um Gründer Mark Zuckerberg nun 421 Millionen Anteilsscheine zu einem Stückpreis zwischen 34 und 38 Dollar. Zuvor war eine Ausgabe von 337 Millionen Facebook-Aktien erwartet worden. Mehrere US-Medien hatten zuvor bereits über die Aufstockung berichtet. Erwartet wird, dass der Handel mit den Aktien am Freitag (18. Mai) beginnt.

General Motors stellt Werbung ein

Ein kleiner Wermutstropfen vor dem Börsengang ist der Werbestop des US-Autobauers General Motors. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" plant der Opel-Mutterkonzern, keine Werbung mehr auf dem sozialen Netzwerk zu schalten. Die Marketing-Verantwortlichen des Autobauers seien zu dem Schluss gekommen, dass die Anzeigen die Kunden kaum erreichten, schrieb die Zeitung. Von General Motors war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Preisspanne angehoben

Facebook hob die Preisspanne bereits am Dienstag auf 34 bis 38 Dollar von zuvor 28 bis 35 Dollar je Papier an. Der Ausgabepreis wird am Donnerstag bekanntgegeben. Sollte Facebook den Preis in der Mitte der Spanne - also bei 36 Dollar - festsetzen, ergäbe sich ein Erlös von 15,2 Milliarden Dollar. Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang sogar auf bis zu 18,4 Mrd. Dollar anschwellen. Damit würde Facebook an die beiden größten Börsengänge der US-Geschichte anschließen: Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Mrd. Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 18,1 Mrd. Dollar.

Die hohe Bewertung ist unter Finanzprofis umstritten, denn trotz des Rummels gibt es Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Es stellt sich die Frage, ob Facebook das größte Wachstum noch vor sich hat oder ob die besten Zeiten bereits vorüber sind.

Facebook hat nach letzten Zahlen 901 Millionen Mitglieder. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und 1 Milliarde Dollar Gewinn. (APA/Reuters, 16.5.2012)

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