Tausch von Biomasse gegen Wasserkraft

15. Mai 2012, 18:24
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Die Österreichischen Bundesforste wollen das schwankungsanfällige Geschäft mit Holz anteilsmäßig zurückfahren

Wien - Die Österreichischen Bundesforste, größte Waldbesitzer im Land, wollen das schwankungsanfällige Geschäft mit Holz anteilsmäßig zugunsten stabilerer Ertragsbringer zurückfahren. Der teure Ausflug in die Erzeugung von Strom und Wärme aus Holz (SWH), der über das gleichnamige Joint Venture lief, wird als Lehrgeld abgehakt. Stattdessen soll der Bau von Wasser- und Windkraftanlagen forciert werden, gab das Vorstandsduo Georg Erlacher und Georg Schöppl bei der Bilanzpräsentation am Dienstag bekannt.

Von den 30 Biomassewerken, die SWH, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Kelag Wärme, in den letzten zehn Jahre mit Partnern errichtet hat, wurden 28 abgestoßen. Zwei Werke in Ennsdorf (NÖ) und Imst (Tirol) bleiben bis auf weiteres im Portefeuille, ebenso die Drittelbeteiligung an der Biomasse Simmering, an der die Bundesforste direkt beteiligt sind (zwei Drittel hält Wien Energie). "Wir haben keine Absicht, das zu erweitern", sagte Schöppl.

Weniger Holzeinschlag

Die SWH machte 2010 vor dem Radikalschnitt rund 2,5 Mio. Euro Verlust, 2011 waren es etwa drei Millionen. Die Banken mussten dem Vernehmen nach neun Mio. Euro nachlassen. "Die Reorganisation hat uns 2011 knapp eine Mio. Euro im Ergebnis gekostet", sagte der bei den Bundesforsten für die Finanzen zuständige Schöppl.

Abgesehen von der Biomasse konnten die Bundesforste mit 1150 Mitarbeitern trotz historisch niedrigen Holzeinschlags von 1,5 (2010: 1, 7) Mio. Festmetern die Betriebsleistung auf 226,1 (219,8) Mio. Euro erhöhen. Dividende und Fruchtgenussentgelt zusammengerechnet, wurden 29, 9 (27,6) Mio. Euro an den Staat abgeführt.

Ausbauen wollen die Bundesforste das Immobilien- und Dienstleistungsgeschäft. Im Bereich erneuerbarer Energien habe man 40 Kleinwasserkraftprojekte in der Pipeline. Schöppl: "Wenn wir 20 schaffen und noch ein paar Windparks, wäre das ein schönes weiteres Standbein". (stro, DER STANDARD; 16.5.2012)

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