"Ein Spiel, das dramatisch zu werden beginnt"

15. Mai 2012, 18:37
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Uniko-Vizepräsident Bast beharrt auf Kostensteigerungsabgeltung für alle Unis

Wien - Angenommen, es gibt einen Topf mit der Geldmenge x, die bisher nach einem bestimmten Schlüssel an y Empfänger aufgeteilt wurde. Wenn dann plötzlich einige Empfänger sagen, wir wollen mehr von dem Geld - was bedeutet das bei gleichbleibender Summe im Topf? Andere würde zwangsläufig weniger kriegen.

Genau vor dieser Situation sieht der Vizepräsident der Universitätenkonferenz (Uniko) und Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, die Universitäten, und "darum erhebe ich jetzt schon deutlich Einspruch", sagt er im Standard-Gespräch.

Er bezieht sich auf ein paar "Aussagen und Aktivitäten", die er "so nicht unwidersprochen stehenlassen möchte": Uni-Wien-Rektor Heinz W. Engl etwa hat im Presse-Interview bereits einen größeren Budgetanteil für seine studentenreiche Uni gefordert, in Linz mobilisieren Landespolitik und Oberösterreichische Nachrichten im medial-politischen Gleichschritt für eine Medizin-Uni, notfalls als Anfang eine Medizin-Fakultät für die Uni Linz. Also zwei, die schon mehr wollen.

Das Problem: Für die anstehenden Gespräche zwischen Wissenschaftsministerium und Unis über die Leistungsvereinbarungen für 2013 bis 2015 gibt es nur einen begrenzten Kuchen: Zusätzlich zum Gesamtbudget der vergangenen drei Jahre gibt es 750 Millionen Euro (450 Millionen Euro im "Strukturfonds" und 3 mal 100 Millionen Euro unter dem Titel "Teuerungsabgeltung", insgesamt 6,8 Milliarden Euro). Diese von der Politik zur Verfügung gestellte Summe entspreche jenem Betrag, "der notwendig ist, um den Status quo aller Unis aufrechtzuerhalten", erklärt Bast - Betonung auf "alle" Unis.

"Und jetzt beginnt ein Spiel, wo das Ganze für einige Unis dramatisch zu werden droht", warnt der Uniko-Vizechef: "Wenn 750 Millionen notwendig sind, um die Kostensteigerungen für alle Unis abzudecken, und einige Unis kriegen plötzlich mehr aus dem Topf, dann führt das zwingend zur Reduktion des Budgets bei anderen, deren Kostensteigerungen nicht abgedeckt werden. Das wird nicht gehen."

Bast fordert daher: "Wenn man politisch nur so viel Budget zur Verfügung stellt, dass es gerade ausreicht, um die Kostensteigerungen aller Unis abzudecken, muss man es auch so verteilen. Wenn man eine andere Budgetstruktur will, dann muss man das Budget aufstocken." (nim, DER STANDARD, 16./17.5.2012)

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    "Schon jetzt Einspruch!", sagt Rektor Gerald Bast.

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