Mittelstand stellt sich auf härtere Zeiten ein

15. Mai 2012, 17:44
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Wirtschaftskammer fordert Anreize für Investitionen

Wien - 60 Prozent der kleinen und mittleren Betrieben sehen sich mit verschärften Finanzierungsbedingungen konfrontiert. Banken verlangten aus ihrer Sicht höhere Sicherheiten, auch die Kreditzinsen seien gestiegen, das geht aus einer Umfrage der Creditreform hervor. Der Kreditschützer hat dazu mehr als 1700 Unternehmen befragt.

Jeder zweite klopfe für seine Finanzierung bei Banken an. Die Variante des Leasings rangiert unter dem Mittelstand auf Platz zwei. Knapp ein Drittel versuche es aus eigener Kraft, den Weg der Lieferantenkredite gingen 17 Prozent.

Generell ist die Stimmung unter Österreichs Mittelständlern nicht schlecht. Die wirtschaftliche Dynamik scheine sich dennoch abzuschwächen: Die Auftragserwartungen trübten sich ein. Weniger Unternehmen als vor einem Jahr können höhere Preise durchsetzen. Nur noch 31 Prozent der Befragten melden gestiegene Umsätze, 2011 waren es gut 37 Prozent.

"Fett angesetzt"

Leicht gesunken sei die Lust an Investitionen. Die Ertragslage der kleinen und mittleren Unternehmen bleibe angespannt: Jeder dritte habe in den vergangenen Monaten weniger verdient. Fett angesetzt wurde laut Creditreform dennoch: Man habe aus der Krise gelernt und das Eigenkapital erhöht.

Was die Jobs betrifft, so wollen zwei Drittel der Betriebe den Personalstand halten. Fast jeder vierte stockte zuletzt auf, mehr als im vergangenen Jahr. Knapp 19 Prozent strichen Stellen - 13 Prozent rechnen mit weiterem Abbau.

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und das Austria Wirtschaftsservice forderten am Dienstag neue Anreize für die Finanzierung von Unternehmensinvestitionen. Österreich müsse auf Investition und Innovation setzen, um heuer ein Wachstum von ein Prozent zu erreichen, sagte Leitl. Er plädiert für eine Investitionszusatzprämie oder einen Investitionsfreibetrag. Gut zehn Prozent des Steuermehraufkommens sollten künftig für Investitionsanreize rückinvestiert werden. (vk, DER STANDARD; 16.5.2012)

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