Lafontaine will wieder an die Spitze der Linkspartei

15. Mai 2012, 14:33
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Ex-Parteichef will sich aber keiner Kampfkandidatur stellen

Berlin - Der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine hat seine Bereitschaft zur Rückkehr an die Parteispitze erklärt. Seine Kandidatur für den Parteivorsitz sei aber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, sagte Lafontaine am Dienstag vor einer Krisensitzung der Parteispitze in Berlin. So sei er nicht bereit, sich auf dem Parteitag im kommenden Monat einer Kampfkandidatur um den Vorsitz zu stellen, sagte Lafontaine. Eine solche Kampfabstimmung wäre "kein krönender Abschluss meiner Karriere", fügte der 68-Jährige hinzu.

Lafontaines Bedingung läuft auf die Forderung hinaus, dass sein parteiinterner Gegenspieler Dietmar Bartsch auf die bereits angekündigte Kandidatur für den Parteivorsitz verzichtet. Die künftige Parteiführung müsse in der Lage sein, gut zusammenzuarbeiten, sagte Lafontaine, dessen Verhältnis zu Bartsch als belastet gilt. Den Parteivorsitz wolle er nur anstreben, wenn eine Mehrheit in der Partei seine Kandidatur unterstütze, sagte Lafontaine weiter.

Der geschäftsführende Vorstand und die Landesvorsitzenden wollen am Nachmittag in Berlin über die Führungsfrage beraten. Der seit Monaten schwelende Machtkampf der Linken war nach den Wahlniederlagen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen eskaliert, wo die Linke auf jeweils gut zwei Prozent abrutschte und aus den Landtagen flog. (APA, 15.5.2012)

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