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Tataa! Das fängt ja schon gut an im St. Ellas mit sehrsehr knackigem Spargel und sehr schönem Lachstatar. Unscharf im Hintergrund: Bruckenbergers Süßkartoffel-Gratin. Auch nicht falsch.
St. Ellas
Zwei und drei Gänge, Bier, Wein, Saft, Wasser, Kaffee: 93,10 Euro.

Flank Steak. Wunderbar. Ob Zwerchfell, sagen Sie mir, kluge Posterinnen und kundige Poster, bittschön. Soweit halt erkennbar.

Die Schmeck's-Betreuerin erwartete an dieser Stelle einen tiefen Bildtext. Dabei wollte ich nur schreiben, dass man Tiefenunschärfe auch wirklich übertreiben kann - wo, bitte, ist dieser Milchreis noch scharf?
Abgesehen davon: Der große Milchreisologe Bruckenberger war zufrieden mit dieser Variation im St. Ellas, ihm als Milchreistraditionalist war sie aber ein Stückerl zu modern, und zuwenig Reis zudem. Er empfiehlt jenen in der schönen Perle, mit Zimt. Hilfe.

Wo wir schon bei scharfen Sachen sind: In diesem Fall ist es ohne Zweifel das Grün hinter den drei Herren am Grill. Das kann ich mit Sicherheit sagen.
Volksgarten Pavillon Barbecue
Eine Vorspeise, zwei Steaks mit Beilagen, Bier, Saft, Wein, Wasser: 69,90 Euro.

Fidlers Bilderrätsel aus dem Volksgarten, hier: die wunderbar cremigen Tintenfischchen am Spieß. Auch wenn sich das hier nicht so erschließt: eine Pracht.

Wirklich gemein wäre an dieser Stelle: Das Steak war so schmal, dass es hier nur mit großer Mühe zu erkennen. Es war sehr gut, und wer fotografiert schon Teller von der Seite? Immerhin relativ klar ersichtlich: der Tiegel mit dem wirklich schmucken Tamarindencurry. Und zu erahnen: ein gegrilltes Ananasstückerl.
Zwerchfell? Welches Zwerchfell? Der Herr am Grill wirkte ratlos auf meine Frage, ob Flank Steak denn nun tatsächlich Zwerchfell ist. L'Onglet, quasi, also nach meinem dilettantischen Verständnis das Fleisch ums Zwerchfell. Und der Herr am Grill wirkte nicht so, als ob er sonst beim Thema Essen lang nach Rat suchen müsste. Sie erinnern sich vielleicht - Bruckenberger war außer Rand und Band, weil er unbedingt Zwerchfell wollte, von dem er gelesen hatte.
Beim Fleisch widerspricht man Bruckenberger nicht gerne. Also waren wir nur wenige Tage nach den gewaltigen, aber auch gewaltig bepreisten Steaks im Frank's wieder unterwegs. Zu St.Ellas. Das hat inzwischen auch der Nowak behandelt, also kann sich Schmeck's langsam dem Thema widmen. Hier sind wir also, in der Zieglergasse, im Ableger des Gaumenspiel, und der Herr am Grill ist nur kurz ratlos.
Faserschmeichler wie wir
Und wahrlich: Das Flank Steak für schlanke 14 Euro, Beilagen kosten hier wie da extra, war wirklich sensationell. Starke Faserung im Blick, aber von großer Zartheit im Biss. Ein Faserschmeichler. So soll es sein. Und exakt medium to rare bei mir, harmloser medium bei Bruckenberger. Der höher als hoch zufrieden wirkte.
Zu meiner Überraschung hatte der überzeugte Carnivore vorweg einen Süßkartoffelgratin (mit Kokos und Vogerlsalat) bestellt und auch beim Verzehr recht vergnügt gewirkt. Gut, es war eh auch Chorizo dabei. Und das Vergnügen versteh ich nach einer Kostgabel, wiewohl ich mir einen Gratin ja ein bisserl fester vorstelle. Aber solang's so erfreulich schmeckt, kanns ruhig auch ein bisserl weicher sein, man wird ja auch nicht jünger. Mein Lachstatar mit rohem (yeah!) Spargel und Radieschen übrigens sehr, sehr gut. Wie man's vom Beiboot des Mutterschiffs Gaumenspiel erwarten kann.
R-o-t-e R-ü-b-e-n
Aber noch überraschender gemüsig gestaltete Bruckenberger seinen Hinweis auf eine andere Grillstation seines Vertrauens: r-o-t-e R-ü-b-e-n, schwärmte er. Aus dem Smoker. Im Volksgarten. Bruckenberger - muss ich mich sorgen? Keine Bange: Er empfiehlt die roten Rüben in Gesellschaft eines ordentlichen Rib Eye. Dann bin ich ja beruhigt. Und gleich dort.
Volksgarten Pavillon, das war Bruckenbergers nächste Station auf unserer Tour de Boeuf. Und weil er gar so schwärmte, kehre ich gleich am Tag nach St. Ellas im lauschigen Citygrün ein. Ohne Brucki, sorry für die gastronomische Untreue!
Fenchel im Smoking
Sehr spannend gleich einmal die Tintenfischchen aus dem viel gerühmten Smoker, wunderbar cremig und gut. Und ein Rib-Eye. Sehr ordentlich, aber halt gegen Flank im St. Ellas ein Leichtgewicht - in Geschmack, Qualität, Gewicht. Ich Vielfraß war auch ein bisschen enttäuscht, wie schmal die Schnitte vom Rind ausgefallen ist. Gut, für auch hier 14 Euro ohne Beilagen macht man rindermäßig nicht überall so große Sprünge. Umso interessanter die Beilage - Fenchel aus dem Smoker, sehr schön, auch wenn man nicht der beste Freund des Fenchels ist. Rote Rüben waren leider nicht verfügbar. Und die Saucen im Minitiegel für 1,20 Euro, interessanten Mangosenf mit Datteln wählte etwa mein Mitesser, ich war sehr fröhlich über mein Tamarindencurry und seine beherzte Schärfe.
Gastromantik
A propos: Lange rätselte ich, warum meine alte Canon just die Herren am Ofen hier nur sehr unscharf abbildete, während sie das Grün hinter den Natural Born Grillers besonders scharf fand. Ahnte sie schon, wie scharf das Grün am Ende des Volksgartengartens sein kann? Ich fürchte freilich, die Kamera litt da nur wie so oft unter dem Dilettantismus ihres Bedieners - was die dieswöchigen Essensbilder wieder einmal eindrucksvoll bestätigen. Ich sage nur: Die Hoffnung lebt auf neue, wunderbare Essbilder von Katharina Schell, die gerade mit Herrn Grabenweger in Deutschland Sterngucken war. Diese Gastromantiker.
Bruckenberger und ich wiederum schöpfen schon neue, fleischliche Hoffnung aus Ihren Beiträgen zu Fleisches Lust, Teil 1. Gut, Quality Meats und Gallaghers wird sich so bald leiderleider nicht ausgehen. Vor TGI Fridays, auch eine Ihrer Fleischempfehlungen, schrecke ich noch immer zurück - vielleicht zu Unrecht. Selitsch in Stadlau klingt durchaus interessant, Pfeffersteak war bisher nicht meine erste Wahl, aber warum nicht? Texas Steak House hatten wir schon, und sehr erfreut, in dieser kleinen, dreckigen Kolumne. Ins Flatschers will der Bruckenberger eh schon länger, ich eher nicht. Die City Lok muss wohl auch noch sein. Aber eines hat uns alte Peter-Alexander-Aficionados gleich überzeugt: Rocky Docky. Dahin müssen wir. Rasch.
Eine Frage zur Flanke noch
Aber eine Frage hätte ich jetzt schon noch an die versammelte Expertenrunde: Ist Flank Steak nun Zwerchfell? Der Mann am St.Ellas-Grill sagt nein. Er sagt dazu nur trocken: Flanke. Und greift sich, stellvertretend für das Rind, an den Übergang von Rumpf zu Oberschenkel. Liegt dort g gar die Wahrheit des Fleisches?
Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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sind mMn 2 der "interessantesten" Cuts vom Rind, vor allem wenn man sie vorher lange genug mariniert. Leider sind gerade diese Teile nur sehr schwierig zu bekommen.
Kann mir wer sagen was man in Österreich aus diesem Fleisch macht, bzw. unter welchem Namen sie verkauft werden?
Das Flank Steak ist eigentlich die äußere, untere Bauchwandmuskulatur. Sozusagen dort, wo das six-pack beim Menschen sein sollte.
Siehe auch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Flank_steak
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