Air Berlin verringert Verlust

15. Mai 2012, 10:47
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Die Flyniki-Mutter will sich von der geplatzten Eröffnung des neuen Berliner Flughafens nicht das Geschäftsjahr verderben lassen

Berlin/London - Nach einem verbesserten Jahresstart peilt der Vorstand um Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn im operativen Geschäft weiterhin für die Mutter der Flyniki die Gewinnschwelle an.

Zwischen Jänner und Ende März konnte der angeschlagene Lufthansa-Konkurrent seinen saisontypischen Verlust dank seines Spar- und Schrumpfkurses spürbar eindämmen. Dabei verkraftete das Unternehmen auch den gestiegenen Ölpreis, der nicht nur die Lufthansa zuletzt tiefer in die roten Zahlen gerissen hatte. "Es gibt noch keinen Anlass zum Jubeln", sagte Konzernchef Mehdorn. Das Sparprogramm wirke sich aber bereits positiv aus. Im Zuge des Sanierungskurses schrumpfen auch Flotte und Streckennetz.

Im ersten Quartal lief es für die Fluggesellschaft besser als zuletzt. Der saisonbedingte Verlust schrumpfte auf 103 Mio. Euro, rund 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Air Berlin überraschend schon am Montagabend mitgeteilt hatte.

Schadensersatzklage steht im Raum

 

Air Berlin fordert nach der verschobenen Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens Schadenersatz von dessen Betreiber. Air Berlin gehe davon aus, dass der Flughafen die Mehrkosten trage, sagte Mehdorn. "Wir werden diese Kosten nicht übernehmen", erklärte er. Eine Summe nannte Mehdorn nicht. "Das wäre nur Scharfmacherei", sagte er.

Air Berlin will sich binnen zehn Tagen Klarheit über die zusätzlichen Kosten durch die kurzfristige Absage des Flughafenstarts verschaffen. Die für den 3. Juni geplante Eröffnung des Flughafens war in der vergangenen Woche wegen Mängeln beim Brandschutz auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben worden.

Mit der Eröffnung des Hauptstadtflughafens dürfen die Betreiber aus Sicht von Air Berlin aber nicht bis 2013 warten. "Davon halte ich überhaupt nichts", sagte Mehdorn. "Wir brauchen den Flughafen so schnell wie möglich, Tegel reicht nicht mehr." Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will, dass der Airport Ende Oktober beim Wechsel vom Sommer- zum Winterflugplan in Betrieb geht.

Nachdem der Eröffnungstermin am 3. Juni geplatzt war, hatte es immer wieder Berichte gegeben, wonach der Willy-Brandt-Flughafen erst 2013 eröffnet werden könne, weil die Arbeiten in Schönefeld so weit im Rückstand seien. (APA, 15.5.2012)

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    Das Sparprogramm wirkt sich bereits positiv auf Air Berlin aus.

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