EU-Fischereiminister wollen Bestände stärken

15. Mai 2012, 10:09
  • Der Rückwurf toter Fische ins Meer schadet den Beständen, nun soll ein "Rückwurfverbot" für die Fischerei entwickelt werden.
    foto: apa/maurice mcdonald

    Der Rückwurf toter Fische ins Meer schadet den Beständen, nun soll ein "Rückwurfverbot" für die Fischerei entwickelt werden.

Verhandlungen über umstrittenes "Rückwurfverbot" von Beifang

Brüssel - Die EU-Fischereiminister wollen die leidenden europäischen Fischbestände retten. Viele Arten gelten seit Jahren als überfischt, allerdings fehlen konkrete Daten. "Wir sind uns mit der Kommission vollkommen einig, dass wir auf Dauer stabile Bestände unterstützen wollen", sagte die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei dem Treffen mit ihren Amtskollegen in Brüssel.

Einig waren sich die Minister bisher darin, die Fischereipolitik stärker den EU-Ländern zu überlassen. Für einzelne Fischsorten sieht die EU-Kommission sogenannte "Managementpläne" vor. Darin würde festgelegt, auf welchem Niveau die Fischbestände langfristig ertragreich sind - also Überfischung vermieden wird. Wie genau die Einhaltung des Planes erreicht werden soll, sollen die Anrainerstaaten bestimmter Meeresregionen dann gemeinsam entscheiden.

Beifang nicht ins Meer zurückwerfen

Die EU-Kommission schlägt auch vor, dass überschüssiger Beifang von den Fischern nicht wieder zurück ins Meer geworfen werden darf. Da dieser Rückwurf der oft toten Fische den Beständen schadet, will die EU-Kommission dies verbieten. Wie dieses "Rückwurfverbot" umgesetzt werden soll, war bisher sehr umstritten.

Auch über die ebenfalls vorgeschlagenen übertragbaren Fischfangrechte gab es in der Vergangenheit keine Einigkeit. Konkrete Beschlüsse zur Fischereireform fassten die Minister am Montag in Brüssel nicht. Sie sollen bei späteren Treffen fallen. (APA, 15.5.2012)

Viele Gewässer, insbesondere die Meere sind

überfischt. Viele Arten sind wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu ausgerottet.
Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Kraftfuttercocktails sollen die Fische schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Die Stoffwechselprodukte der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen und eine ökologische Zerstörung des Gewässers.

... wenn sie gleich dabei sind, sollte sich die EU auch mal dafür einsetzen, dass vor der Küste Afrikas nicht alles leergefischt wird. Man nimmt den Leuten dort nämlich die Lebensgrundlage, wenn man industriemäßig zu viel fischt.

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