Uwe Scheuch für schärfere Bestrafung von Schülern

15. Mai 2012, 10:10

Landesrat sprach sich für "a klane Tetschn" aus - Einen Tag später rudert er zurück

Klagenfurt - In der Diskussion um eine neues Lehrerdienstrecht hat Kärntens Landeshauptmannstellvertreter Uwe Scheuch (FPK) Montagabend in der Kärntner ORF-Sendung "Streitkultur" härtere Durchgriffsrechte von Lehren gegenüber renitenten Schülern gefordert. Es sei "sinnvoll und gut", wenn Pädagogen einem Schützling ab und an "a klane Tetschn" geben könnten, so Scheuch. Für den Sager erntete Scheuch heftige Kritik von der SPÖ. Gegenüber der APA meinte Scheuch am Dienstag, dass er "alles andere als körperliche Gewalt" gemeint habe.

"Wirkungsvoll durchsetzen"

"Ich habe Erziehungsmaßnahmen gemeint, mit denen sich Lehrer wirkungsvoll gegenüber Schülern durchsetzen können", erklärte Scheuch. "Ich bin keinesfalls für körperliche Gewalt", so der FPK-Parteichef. Da Lehrer aber immer mehr in die Rolle des Erziehers gedrängt würden, müssten sie auch mit entsprechenden Durchgriffsrechten ausgestattet werden.

Scharfe Kritik von SPÖ

Die SPÖ ortete hingegen umgehend einen "unglaublichen verbalen Ausritt" des FPK-Obmanns. "Ein politischer Vertreter, der Schläge gegen Kinder für ein probates Unterrichtsmittel hält, darf in unserer solidarischen Gemeinschaft, in der es immer wichtiger wird, Kindern und Jugendlichen Werte wie Hilfsbereitschaft, Verständnis, Miteinander, Respekt, Fürsorge zu vermitteln, keinen Platz haben", meinte SPÖ-Klubobmann Reinhart Rohr in einer Aussendung und forderte eine "öffentliche und glaubwürdige Entschuldigung" Scheuchs.

Rudas will Reaktion von Strache

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas erklärte in einer Aussendung, im Jahr 2012 eine Rückkehr zu grausamen Lehrmethoden und militärischem Drill im Klassenzimmer zu fordern, sei nicht nur unzeitgemäß, sondern "geradezu jenseitig". Sie will von Strache eine Antwort auf die Frage "Ist das die neue FPÖ-Position zu Gewalt an Kindern?" und eine Entschuldigung.

ÖVP: "Einfach und peinlich"

Kritik kam auch von der Kärntner ÖVP. Parteiobmann Josef Martinz erklärte, so "einfach wie peinlich" Scheuchs Vorschlag sei, so einfach gestrickt seien auch die Vorschläge des Bildungsreferenten zur Bildungsreform: "Nachdenken, was sinnvoll und nachhaltig ist, scheint es bei Scheuch nicht zu geben."

BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner meinte, wer "a klane Tetschn" als probates Erziehungsmittel an Kärntner Schulen propagiere, sei untragbar und habe in dieser Funktion "nichts mehr verloren". Er forderte Landeshauptmann Gerhard Dörfler zum sofortigen Einschreiten auf.

"Rückständische" Bildungspolitik

Die Bundesvorsitzende der Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS), Eleonora Kleibel, bezeichnete Scheuchs Aussage als "untragbar" und empfahl ihm den Besuch eines Grundkurses in Pädagogik. Die Aussage zeige, wie rückständig manche österreichische Politiker Bildungspolitik betreiben würden: "Wer mehr Durchgriffsrechte für Lehrpersonen und Rohrstaberl-Pädagogik fordert, hat von Bildung nicht viel verstanden."

Grüne fordern Rücktritt

Den Rücktritt Scheuchs forderte der Landessprecher der Kärntner Grünen, Frank Frey: "Dieser Mann ist Kärntens Bildungs- und Jugendreferent. Ein Mensch, der seine grundlegende Einstellung zur Erziehung über Gewalt definiert, ist in dieser Funktion untragbar." Die Aussage, dass Kinder so etwas "durchaus vertragen" würden, sei geradezu ein Aufruf zur körperlichen Kindesmisshandlung. "Ich fordere die Mitglieder der Landesregierung und unseren Landeshauptmann dazu auf, uns von einem Landesrat Scheuch zu erlösen", so Frey. (APA, 15.5.2012)

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Haider schau oba

wos do für ane Vollkoffer durch di mit aufg'schwommen san. Wos sogst zu deine Buam? Sei froh, das'd des neama sigst.

da redet der Richtige!

wär ihm die Prügelstrafe lieber statt der 18 Monate? weil 18 Tetschn schneller vorbei sind? Womöglich steht er auf das, dann tut man ihm auch noch einen Gefallen?

Schlägt ein Lehrer/eine Lehrerin einen Schüler, nennt man das "eine gsunde Tetschn".

Schlägt ein Schüler dann zurück, nennt man das Körperverletzung.

Wie kann man Gewalt gegen schwächere Mitglieder der Gesellschaft nur rechtfertigen?

Ich bin zwar auch dafür, dass die Kompetenzen der Lehrer ausgeweitet werden. Aber damit meine ich Nachsitzen, Strafarbeiten etc... Außerdem müssten Eltern mehr in die Verantwortung genommen werden. Viele Kinder bekommen von zu Hause kein Gespür für die Regeln unserer Gesellschft mit, das lässt sich auch außerhalb der Schule täglich bemerken. Gehen Sie mal durch Wien!

But: Ich wuchs mit Gewalt in der Kindheit auf und kenne die potenziellen negativen Folgen. Meist ist Gewalt Ausdruck mangelnder erzieherischer Kompetenz. Die Folgen werden sehr gerne relativiert (hat noch keinem geschadet...)

Mit Zweiflern red ich gerne über die Folgen meiner Erziehung

Ich glaube bei bestimmten Unterrichtsfächern sollte

.. eine gesunde Tetschn durchaus erlaubt sein. z.B. beim freiheitlichen Wehrsport .....

Die UN-Kinderrechtskonvention

ist von allen Staaten außer Somalia und den USA unterzeichnet worden, also sogar von Österreich. Kinder haben unter anderem das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.
Wen wundert es aber, dass FPÖ-ler auch die Rechte der Kinder missachten? Sie missachten ja auch alle anderen Menschenrechte und internationale Konventionen.

Wie wär's, wenn er mal seine eigene Strafe absitzen würde?

Uwe, geh in Häfn!

Und für Schulschwänzer gibt's die Bastonade!!!

seine Lederhosenerziehungsmethoden interessieren wirklich keine/m

Rettet dem Dativ!

keine/n (Akkusativ)

Klitschko

... für "Pubertierende" a klane tetschn und für "ungezogene Politiker" eine Gerade von Klitschko. Ein bisserl ein Unterschied muss schon sein. Kann bei so einem Fall mehr oder weniger nicht schaden.

Das würde dann auch die Parteifarbenwahl erklären, wenn jeder blöde Politikersager einen Profiboxer erforderte, hättens bei der FPÖ ständig blaue Gesichter...

Immerhin arisiert: blaue Augen für alle.

Erziehung

Man muss sich ja nur ansehen von wem der Uwe erzogen worden ist, dann wundert man sich gleich ein bisserl weniger.

siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Scheuch

Nämlich von seinem Opa.

Hei..., äh, Lei!

(Hedl.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

seine austehende strafe

sollte er als freigeher im wiener prater als watschenmann verbringen. mit den einnahmen waere oesterreich saniert.

...und dem Uwe

schodt des jo sichalich nit.

sihhalihch nid

Wird das "nit" (=nicht)

in Kärnten denn nicht härter als ein "nid" ausgesprochen?

kommt auf die Region an

Ich leg ihm gern ein paar auf, rein pädagogisch!

"Es habe ihm ja auch nicht geschadet"

Das sieht die österreichische und ungarische Justiz aber anders...

In seinen Augen hat er wohl nichts falsches gemacht

Die Meinung zu haben, dass eine Tätschn aus pädagogischen Gründen durchaus gerechtfertig ist, ist für Herrn Scheuch vermutlich alles andere als ein Rücktrittsgrund.
Mir tun halt die Kärntner leid, die ihn aushalten müssen.

wir haben ihn uns leider ausgesucht. also eine relative mehrheit.

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