Seit Monaten gesuchte Juwelierräuber gefasst

15. Mai 2012, 10:16
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Mitglieder der Bande stellten sich im Wiener Landeskriminalamt

Wien - Die "Cacak-Connection" ist gefasst: Zwei Männer, auf deren Konto zumindest vier Überfälle auf teils sehr bekannte Juweliere in Wien und Salzburg gehen dürften, haben sich laut Polizeisprecher Roman Hahslinger am Montag gegen 13.00 Uhr im Wiener Landeskriminalamt gestellt. Nikola B. (23) und sein 29-jähriger Komplize Mihajlo M. sagten aus, sie hätten sich gestellt, weil sie sich in die Enge getrieben fühlten.

Das Duo soll für die Überfälle auf die Juweliere Karner und Haasmann in Salzburg sowie Kornmesser und Thurzo in Wien verantwortlich sein. Seit Mitte März wurde nach ihnen gefahndet.

Geständnis im Fall Kornmesser

Nach Informationen der APA liegt im Fall Kornmesser bereits ein Geständnis der beiden Verdächtigen vor. Der Juwelier am Graben in Wien war am 18. Jänner überfallen worden. Kurz vor Mittag hatten zwei Männer das Geschäft in der Innenstadt betreten und sich zunächst einige Schmuckstücke in den Vitrinen zeigen lassen.

Plötzlich zogen die beiden Täter Pistolen und gingen auf den 19-jährigen Neffen des Geschäftsinhabers Günther Kornmesser los. Sie schlugen den jungen Mann mit einer Pistole nieder und schleiften ihn dann in ein Hinterzimmer, wo einer der Täter ihn zwang, den Tresor zu öffnen. In der Zwischenzeit zertrümmerte der zweite Täter die Vitrinen und entnahm den Schmuck. Bevor die Männer mit Beute in Höhe von 3,5 Millionen Euro flüchteten, fesselten sie den 19-Jährigen mit einem Laptop-Kabel.

In diesem Fall hatte die Polizei sowohl gute Fotos der Räuber als auch DNA-Spuren. Einer der Täter hatte sich beim Zerschlagen der Vitrinen verletzt und Blut hinterlassen. Nicht zuletzt deshalb dürften Nikola B. und Mihajlo M. diesen Überfall relativ schnell gestanden haben.

Suche nach Komplizen und Hintermännnern

Die Einvernahmen wurden am Dienstag fortgesetzt. Das Duo ist auch in den Überfällen auf die Juweliere Karner am 24. Jänner 2011 in Salzburg und Thurzo am 3. Februar 2012 in Wien dringend verdächtig. Außerdem werden den beiden versuchte Überfälle in Salzburg auf einen einen Juwelier in der Churfürststraße im Juni 2011 sowie am 1. Februar 2012 auf den Juwelier Haasmann in der Getreidegasse zugerechnet.

Die Ermittler erhoffen sich von den beiden Verdächtigen auch Hintergrundinformationen. Es wird vermutet, dass es weitere Komplizen gibt. Nicht zuletzt die Auseinandersetzung vom 7. März in Cacak, der Heimatstadt der beiden Verdächtigen, zwischen Nikola B. und seinem mutmaßlichen Komplizen Stanko R. deutet darauf hin. Dabei soll es um die Aufteilung von Beute gegangen sein. Nach Angaben der serbischen Tageszeitung "Blic" dürfte Stanko R. eine Waffe gezückt haben, Nikola B. erlitt eine leichte Schussverletzung. Stanko R. wurde zwei Tage später in U-Haft genommen. Außerdem könnten die Überfälle Auftragstaten gewesen sein, was die Frage nach Hintermännern aufwirft.

Der Fahndungsdruck dürfte in den vergangenen Wochen sowohl in Österreich als auch in Serbien erhöht worden sein. Gegen Nikola B. und Mihajlo M. bestanden internationale Haftbefehle. (APA, 15.5.2012)

  • Zwei Serben, auf deren Konto zumindest vier Überfälle auf Juweliere in Wien und Salzburg gehen dürften, haben sich am Montag im Wiener Landeskriminalamt gestellt.

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