Bene ist zurück in den schwarzen Zahlen

15. Mai 2012, 13:41
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Aktionäre erhalten erneut keine Dividende

Wien - Der Büromöbelhersteller Bene ist nach verlustreichen Zeiten auf dem Weg zurück in die Gewinnzone, hat es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende Jänner) aber noch nicht geschafft. Das Vorsteuerergebnis (EBT) war mit -0,8 Mio. Euro (nach -11,3 Mio. Euro) noch leicht negativ, unter dem Strich schrieb Bene einen Verlust von 2,4 Mio. Euro (nach -12,3 Mio. Euro), geht aus dem am Dienstag vor Journalisten vorgestellten Geschäftsbericht hervor. Im bereits angelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 rechnet Vorstandschef Frank Wiegmann mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie er heute sagte. Im Fokus der Gruppe liegt Asien.

Die Aktionäre gehen erneut leer aus: Um die Kapitalkraft stabil zu halten, werde der Hauptversammlung vorgeschlagen, keinen Gewinn auszuschütten. Zuletzt hat das börsenotierte Unternehmen im Jahr 2007/2008 eine Dividende bezahlt.

Operativ hat es Bene 2011/12 bereits in die Gewinnzone geschafft. Das EBIT drehte von -8,2 Mio. Euro auf 1,7 Mio. Euro ins Plus, das EBITDA betrug 10 Mio. Euro (nach 0,5 Mio. Euro). Der Konzernumsatz stieg kräftig um 13,5 Prozent auf 193,9 Mio. Euro. Sieht man vom Heimatmarkt Österreich ab, haben die Niederösterreicher in allen Märkten Umsatzzuwächse lukriert. Am hart umkämpften Markt Deutschland stiegen die Erlöse um 20,5 Prozent auf 53,2 Mio. Euro, während sie in Österreich um 13,6 Prozent auf 47,6 Mio. Euro einbrachen. Der heimische Büromöbelmarkt ist einer Marktanalyse von Fischer & Partner zufolge 2011 nur moderat um 1,5 Prozent auf etwa 230 Mio. Euro gewachsen.

Kein Wachstum in Österreich

Neben Deutschland legten die Umsätze auch in Großbritannien (+12,5 Prozent), CEE (+36,9 Prozent), Russland (+48,5 Prozent) und im Mittleren Osten (+80 Prozent) deutlich zu. "Alle Märkte sind voll wieder da", meinte Wiegmann. In Österreich sieht der Bene-Chef kaum mehr Wachstumschancen im Volumen, wohl aber qualitativ. "Unser Ziel ist, auch in Österreich mehr in den hochpreisigen Bereich vorzudringen." In neueren Märkten wie Asien seien vor allem sogenannte Parcs (spezielle Zonen für Pausen oder Besprechungen) sehr gefragt - ein Geschäftsbereich, der immer mehr Bedeutung gewinne.

Bene hält an dem bereits im Vorjahr angekündigten Fokus auf Asien fest. In drei bis vier Jahren will das Unternehmen dort bereits 40 Mio. Euro umsetzen. Zuletzt waren es 1,4 Mio. Euro, für 2012/13 werden 7 bis 8 Mio. Euro erwartet. Produziert wird aber weiterhin in Waidhofen an der Ybbs. Nächstes Jahr soll der Produktionsstandort modernisiert werden, bis zu 10 Mio. Euro will Bene dafür in die Hand nehmen. Auf die Frage, ob eine Anleihe eine Option sei, sagte Wiegmann: "Wir sind gut ausfinanziert."

Markterkundung in Australien

Wachstumschancen sieht der Büromöbelhersteller auch in Australien und Indien, wo Bene derzeit noch "markterkundend" unterwegs sei.

Am meisten (35 Prozent Umsatzanteil) verdient Bene nach wie vor mit Arbeitsplätzen (Tische aller Art usw.) und Stauräumen (Schränke, Regale, Container usw.). Innerhalb von zehn Jahren auf einen Anteil von 9 Prozent vervierfacht hat sich der Bereich Bürodrehstühle und Sitzmöbel. Verschiedene Wandsysteme zur Raumbildung und -gliederung tragen 13 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Mit Möbeln für das Chefbüro und Parcs macht Bene 14 Prozent des Umsatzes. Der Rest entfällt auf Anfertigungen (9 Prozent), Handelswaren (16 Prozent) sowie Planung und Beratung (4 Prozent). (APA, 15.5.2012)

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