Facebook will mehr Geld von Investoren

15. Mai 2012, 12:38
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Kurz vor dem Börsengang erhöht Facebook den Preis für seine Aktien, die Spanne liegt bei 34 bis 38 Dollar

New York - Die Facebook-Aktien sind trotz zwischenzeitiger Zweifel doch ein Bestseller: Das Interesse der Investoren ist laut US-Medien so stark, dass die Preisspanne hochgeschraubt wird und die Bücher früher als geplant geschlossen werden können. Die Preisspanne sei auf 34 bis 38 Dollar je Aktie angehoben worden, schrieben unter anderem das "Wall Street Journal" und die "New York Times". Damit könnte Facebook mit einem Gesamtwert von 104 Mrd. Dollar (80,9 Mrd. Euro) an die Börse gehen. Die erwarteten Einnahmen der Aktienplatzierung würden so um eine Milliarde auf 12,8 Mrd. Dollar steigen.

Davor waren die Aktien den Investoren zwischen 28 und 35 Dollar pro Stück angeboten worden. Der Anteil des 28-jährigen Gründers Mark Zuckerberg wird mit jedem zusätzlichen Dollar beim Aktienkurs rund 500 Mio. Dollar mehr wert.

Vorbereitungen auf der Zielgeraden

Die Vorbereitungen für den größten Börsengang eines Internet-Unternehmens sind auf der Zielgeraden. Laut Medienberichten könnten die Bücher bereits am Dienstag geschlossen werden. Mit der Erstnotierung - auf die Kurssteigerungen im freien Handel folgen dürften - wird bisher für Ende dieser Woche gerechnet.

Allein in Asien sei die Nachfrage nach Facebook-Aktien 25 Mal höher als das Angebot, schrieb die "New York Times". Mit der hohen Nachfrage gilt auch als sicher, dass die sogenannte Mehrzuteilungsoption, bei der weitere 50 Millionen Aktien platziert werden können, gezogen wird. Vergangene Woche hatte es in einem Bloomberg-Bericht geheißen, die Nachfrage von Großinvestoren falle zurückhaltender aus als zunächst erwartet und Facebook könnte eventuell stärker interessierte Privatanleger zum Zuge kommen lassen. Inzwischen wird jedoch wieder damit gerechnet, dass die meisten einfachen Anleger die Aktien erst auf dem freien Markt werden erwerben müssen.

Keine Glocke an der Wall Street

Zuckerberg will unterdessen laut Medienberichten auf das traditionelle Läuten der Glocke zum Handelsstart verzichten, berichteten unter anderem das "Wall Street Journal" und das Blog "TechCrunch". Stattdessen wolle er mit Mitarbeitern im kalifornischen Facebook-Hauptquartier feiern.

Viele Facebook-Angestellte werden dann tatsächlich einen Grund zum Jubeln haben: Ihre Aktienpakete werden sie zum Teil sehr reich machen. Und zwischen Zuckerberg und der Wall Street deutet sich bereits ein angespanntes Verhältnis an. So wurde sein Auftritt im Kapuzenpulli vor New Yorker Investoren zuletzt als "unreif" kritisiert.

Facebook ist das weltgrößte Online-Netzwerk mit gut 900 Millionen aktiven Nutzern. Die Bewertung von mehr als 100 Mrd. Dollar wäre trotzdem eine große Wette auf die Zukunft: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Mrd. Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Der Großteil wird mit Werbung eingenommen. Dass da noch mehr herauszuholen ist, muss Facebook erst beweisen.

Zudem musste das Netzwerk zuletzt eine Schwäche seines aktuellen Geschäftsmodells einräumen. Die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen vergleichsweise wenig Umsatz, weil ihnen bisher keine Werbung angezeigt wird. Dabei nutzen inzwischen 488 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus. (APA, 15.5.2012)

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