Betriebskosten nicht Grund für teure Mieten

14. Mai 2012, 22:39
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MVÖ-Präsident Niedermühlbichler: Rasant steigende Wohnkosten "nicht mit Steigerungen bei Betriebskosten zu argumentieren"

Wien - "Nichts unversucht lassen", empfiehlt Georg Niedermühlbichler allen Mietern, die das Gefühl haben, zu viel für ihre Unterkunft zu zahlen. Der Präsident der Mietervereinigung nimmt damit Bezug auf einen STANDARD-Bericht über rasant steigende Wohnkosten. Mindestens 5,7 Prozent sollen die Mieten auf dem freien Markt 2012 steigen, Eigentum soll um 8,7 Prozent im Wert anziehen.

"Das ist nicht mit Steigerungen bei Betriebskosten zu argumentieren", sagt Niedermühlbichler. Maximal zehn Cent pro Quadratmeter würde das ausmachen. "Der Rest ist eine Weiterverrechnung, etwa der Hausversicherungsprämie, an den Mieter." Zuschläge auf den gesetzlichen Richtwert seien nicht aufgelistet, zum Beispiel für Telefonanschluss oder den Ausblick. Eine Befristung kann eine Mietreduktion von 25 Prozent bedeuten.

Zwischen 2005 und 2010 sind in Wien die Mieten im Privatbereich um 25 Prozent gestiegen, im geförderten um elf und im Gemeindebau um neun Prozent. Die Inflation betrug rund zehn Prozent. Um der Preissteigerung entgegen zu wirken, bleibt die Stadt Wien vorerst beim stärkeren Fokus auf Neubau. 2011 wurden 6800 Wohnungen bezugsfertig, heuer sollen es rund 6000 werden. Gleichzeitig startet der Bau von 6500 geförderten Wohnungen, etwa 1800 kommen aus der Wohnbauinitiative (vergünstigte Kredite für private Bauträger mit gedeckelten Mieten auf zehn Jahre) dazu. (juh, DER STANDARD, 15.5.2012)

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