"Champions League ist Ambition von oben"

14. Mai 2012, 21:26
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Moniz kann mit Meister Salzburg historisches Double schaffen, bleibt aber umstritten

Wien - Topfit, keine Ringe unter den Augen und streichelweich. So präsentierte sich Salzburgs Trainer Ricardo Moniz am Tag nach dem finalen Meisterstück bei einem Pressetermin in Wien. Der 47-jährige Niederländer hatte nach dem 5:1 in Wiener Neustadt auf die Heimreise und also auch auf die spontane interne Meisterparty der Mannschaft in Salzburg verzichtet. In Niederösterreich luden ein fast leeres Stadion und knapp 300 mitgereiste Salzburg-Fans nicht gerade zum längeren Verweilen ein.

Kapitän Ibrahim Sekagya war bei der wilden Busfahrt samt nächtlichem Umtrunk natürlich dabei. "Die Party war ganz in Ordnung", ließ der müde Abwehrchef nach der morgendlichen Fahrt nach Wien wissen. Das abschließende Liga-Match am Donnerstag gegen die Admira und das Cupfinale am Sonntag im Wiener Happel-Stadion gegen Titelverteidiger Ried gilt es zu überstehen. "Erst dann wird richtig gefeiert", sagte der 31-Jährige aus Uganda.

Nach zwei titellosen Jahren haben die Salzburger diesmal gar die Chance auf das historische erste Double. Ein Cupsieg gelang noch überhaupt keiner Mannschaft aus Salzburg. In der Red-Bull-Ära ist zudem schon der Finaleinzug eine Premiere. Unumstritten ist Moniz, der zum erfolgreichsten Coach der Salzburger aufsteigen könnte, aber weiterhin nicht. "Wir haben eine Mannschaft mit Qualität, die mit Druck umgehen kann", sagt er, und meint damit auch sich selbst. "Typen wie Jantscher, Alan, Leonardo, Zarate oder Maierhofer werden immer kritisiert. Da musst du eine Sache vorleben und mentale Härte zeigen. Das habe ich versucht."

Die nächste Härteprobe steht Moniz früh in der kommenden Saison bevor. "Die Champions League ist klare Ambition von oben", verhehlt er die Forderung von Red Bull nicht. Angesprochen auf die 1:8-Klatsche im Gesamtscore gegen Metalist Charkiw im Sechzehntelfinale der Europa League sagte Moniz: "Charkiw kam für mein Team zu früh. Aber es ist gut für den Kopf, dass meine Spieler auch schlechte Zeiten durchmachen."

Wenig Druck hat Rieds Coach Gerhard Schweitzer zu befürchten. Erstens sind die Innviertler dank Meister Salzburg fix für die Qualifikationsrunde zur Europa League qualifiziert. Und zweitens rückt Schweitzer wieder in die zweite Reihe zurück. "Wir hoffen auf die eigenen Cup-Gesetze", sagt der 48-Jährige. In der Liga verlor der Tabellensechste gegen Salzburg drei Partien, eine endete Remis. (David Krutzler, 15.5.2012)

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    Trainer Gerhard Schweitzer (Ried), Thomas Gebauer (Ried), Ibrahim Sekagya (Salzburg) und Trainer Ricardo Moniz (Salzburg) verweisen auf das Happel-Stadion.

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