Ein Turm beim Bahnhof und viele Zufälle

  • Als im März 2006 feststand, dass die Finanz in den Terminal Tower in 
Linz ziehen muss, war der Turm noch nicht gebaut. Die Provisionen 
flossen 2007.
    foto: apa

    Als im März 2006 feststand, dass die Finanz in den Terminal Tower in Linz ziehen muss, war der Turm noch nicht gebaut. Die Provisionen flossen 2007.

Nicht nur die U-Ausschuss-Mandatare halten Abläufe und Provisionen rund um die Ein­mietung der Finanz in den Linzer Terminal Tower für fragwürdig

Nicht nur die U-Ausschuss-Mandatare halten Abläufe und Provisionen rund um die Einmietung der Finanz in den Linzer Terminal Tower für fragwürdig. Auch der Gerichtsgutachter kann Leistungen nicht nachvollziehen.

 

Wien - Gerhard Altenbergers Expertise spricht eine klare Sprache. Der von der Korruptionsstaatsanwaltschaft beauftragte Sachverständige hat den Geldfluss jener insgesamt 225.000 Euro nachgezeichnet, die im Zusammenhang mit dem von Justiz und U-Ausschuss untersuchten Linzer Terminal Tower an den Lobbyisten Peter Hochegger geflossen sind.

Der gutachterlichen Stellungnahme vom 6. Mai 2011 zufolge ist die Sachlage eindeutig: 25.000 Euro gingen von der damaligen Porr Technobau und Umwelt AG, einer Tochter des Baukonzerns A. Porr AG an Hocheggers Astropolis auf Zypern. Von dort flossen 14.964,54 Euro an den ominösen Buwog-Kaufanbot-Tippgeber und Intimus von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger.

Bei den ebenfalls vom Porr (über deren Tochter Porr Solutions) an Astropolis Investment verschickten 200.000 Euro ist der Geldfluss verwinkelter, wurden die von Hochegger - ebenfalls nach Abzug seines Anteils - am 6. Juli 2007 weiter gereichten 180.000 Euro doch an das US-Vehikel Omega International LLC transferiert, das Meischberger zugerechnet wird. Danach wurde feinverteilt - diesmal in bar - an die Konten "Walter", "Natalie" und "Karin" in Liechtenstein. Sie werden von der Justiz Meischberger, Grasser und Immobilienmakler Ernst Karl Plech zugerechnet.

Was der Berater Gegenleistung beim Terminal Tower war, fragt sich nicht nur Meischberger, sondern auch der anerkannte Buchsachverständige Altenberger. Die von ehemaligen Porr-Managern wie Exchef Horst Pöchhacker im U-Ausschuss vorgetragene Version, mit den 200.000 Euro sei Hocheggers Lobbying-Arbeit in Ungarn abgegolten worden, mit der "mehrere Millionen Euro" für ein Autobahnprojekt losgeeist worden seien, beseitigt nicht die Widersprüche, in die sich Hochegger (Beratung Porr in Rumänien Hoch-/Tiefbau) und Meischberger (Strategische Konzepte betreffend Autobahnprojekt in Osteuropa, Rumänien oder Ungarn) verstrickten. Die 25.000 Euro rechtfertigte der Ex-Porr-Chef mit einer Marktstudie über Immobilien in Rumänien (fünf Seiten).

Meischberger will sich an konkrete Leistungen übrigens nicht erinnern können und Hochegger nur beliefert haben. Hochegger stellte die Rechnung an die Porr-Mutter, bekam die 25.000 Euro aber von deren Tochter Technobau ausgezahlt; Die 200.000 Euro wiederum kamen von Porr-Solutions, die sich ihrerseits Geld von Terminal Tower Immobilien (gehörte Porr, Raiffeisen Leasing und Real Treuhand, also RLB Oberösterreich) holte, und deren Marketingbudget - Zufall oder nicht - um 200.000 Euro aufgestockt wurde - obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits sämtliche Flächen des Linzer Büroturms neben dem Bahnhof an Finanz und Pensionsversicherung vermietet waren. "Zufall", kontert Pöchhacker. Es sei abgemacht gewesen, dass die Eigentümer ihre Kosten und Auslagen bei der Tower-Tochter abrechnen. Mit Hocheggers Honoraren habe das nichts zu tun, der Betrag sei zufällig gleich hoch. Einschlägige Unterlagen fanden sich in den konfiszierten "Terabytes" an Unterlagen bis dato nicht. Die Auswertung laufe aber noch, sagt Behördensprecher Martin Ulrich.

Porr: "Vertuschen nichts"

Dass seitens Porr die lückenlose Aufklärung der Vorgänge behindert, Zeugen oder Beschuldigte - wie von Ex-Terminal-Tower-Geschäftsführer Josef W. angegeben - gar eingeschüchtert worden seien, weist Porr-Chef Karl-Heinz Strauss scharf zurück: "Diese Behauptungen sind falsch, es gibt keine Weisungen der Porr. Wir vertuschen nichts, beeinflussen keine Mitarbeiter, sondern arbeiten offensiv an der Aufklärung." Man habe der Justiz sämtliche Unterlagen ausgehändigt. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 15.5.2012)

 

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8 Postings
na dann sollten sie den damilgen

Bauleiter befragen wieviele Rechnungen für Ausstatung und anderen er abgezeichnet hat sowie hier mächtig ausgeteilt hat.

sogar firmen die nicht willig waren wurden in den konkurs oder am rande dort hingetrieben.

der name des bauleiters zieht sich wie ein roter faden durch die porr
UBM Tower , T-Mobile, VIP-GAC, Terminaltower
ein braver soldat wens um linke geht

Auch Finanzminister Molterer hat beim unnötigen Finanzamt Wien Zentrum einen Mietvertrag unterschrieben, ohne das Pläne exestierten. Bitte das auch untersuchen.

Wo woar mei Leistung?

Ich kann mich nicht erinnern!

Fortsetzung im U-Ausschuss 2022

wenn es dann um den Finanzamt-Turm Wien Mitte geht. Vielleicht sind dann schon die Mehrkosten zu den bisherigen Ämtern berechnet worden...

Neben all den Verwirrungen ist der Turm vor allen Dingen auch eines: Ziemlich hässlich.

...sieht dem porr gebäude aber sehr ähnlich...

...gleiche planung, einfach ein paar stockwerke weglassen und passt schon...

und

und es wird gemunkelt...dass die Decken keine 500kg/m2 tragen -> Auslagerung der Akten wo anders hin.

ztztt...

also hässlich, aber so passt es eigentlich wieder gut zu den angrenzenden Gebäuden der Scharinger-City. (sorry für meine unglaubich subjektive Meinung was schön ist und was nicht)

H.P.

Über den ästhetischen Wert ...

... eines quadratischen Prismas gibt es geteilte Meinungen.

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