Beste oder Bestie

14. Mai 2012, 17:55
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Eher zusammenhanglos wurde über Kinder wie über einen in die Zukunft transferierten Geldwert gesprochen

Was sagen uns lauter Frauen "Im Zentrum", noch ehe sie den Mund aufmachen? Ja genau, Mütterlein, es ist unsere jährliche Fachtagung im ORF. Da verschenkt mann doch gern eine Stunde Fernsehzeit!

Beste oder Bestie, Pest oder Cholera: Kompetition liegt im televisionären Castingtrend. Also stellte aus dem OFF eine drohende (Männer!-)Stimme die Kampf-Anfrage: "Karrierefrauen gegen Superglucken - Wer sind die besseren Mütter?"

Während die Kamera auf Ingrid Thurnhers Gäste zoomte, konnte man entweder rasch abdrehen und mit den Kindern Scrabble spielen. Oder sich eher ratlos fragen, welchem Klischee man sich zugehörig fühlen möchte (Umfrage unter Freundinnen: keinem).

Und da saß dann - Überraschung! - die zehnfache Mutter Barbara Rosenkranz neben der einfachen Mama Eva Herman. Gegenüber: die bekennende Rabenmutter Jutta Hoffritz, umrahmt von Dreifachmami Eva Dichand, die von ihrer polyglotten Nachwuchspflege (eine englisch-, eine deutschsprachigen Nanny) schwärmte, sowie der ÖGB-Vizepräsidentin und zweifachen Mutter Sabine Oberhauser. Eher zusammenhanglos wurde über Kinder wie über einen in die Zukunft transferierten Geldwert gesprochen; über Krippen, Herdprämien, Baby-Yoga, gute Hoffnungen der Jungen und verbesserungswürdige Rahmenbedingungen.

Alle Debattantinnen forderten (mit unterschiedlicher Zielrichtung) die Wahlfreiheit für Frauen. Spätestens jetzt hätte ausgetalkt sein müssen, weil: Mehr ist dazu nicht zu sagen. Die ehrlichste Wortmeldung kam aus dem Publikum: Sicher sei es auch egoistisch, sagte eine Mutter, wenn sie daheimbleibt. Aber: "Ich möchte die Nähe zu den Kindern haben." (Andrea Schurian, DER STANDARD, 15.5.2012)

  • "Im Zentrum".
    foto: screenshot/tvthek

    "Im Zentrum".

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