Prozess in Linz: "Als Geldfälscher steh ich als der Coole da"

14. Mai 2012, 17:38
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Betrugsprozess gegen 15-jährigen Gymnasiasten am Landesgericht Linz vertagt

Linz - Bildungsfernsehen wirkt - und führt mitunter ins Kriminal. Bei Sebastian B., einem 15-jährigen Gymnasiasten aus dem Mühlviertel, war es eine Wissenschaftssendung, die ihn an einem Sonntagabend auf eine folgenschwere Idee brachte: mit dem elterlichen Multifunktionsdrucker Geldscheine zu fälschen - eben wie im Fernsehen. Am Montagvormittag interessierte sich vor allem Richterin Ursula Eichler für die gefälschten Scheine, der Jugendliche muss sich wegen Betrugs verantworten. "Ich hab mir gedacht, als Geldfälscher steh ich als der Coole da", versucht sich der 15-Jährige vor Gericht zu erklären.

Test am Buffet

Zunächst habe er im Keller nur 20-Euro-Scheine produziert: "Man hat sofort gemerkt, dass die Scheine nicht echt sind. Ein Freund hat mich auf die Idee gebracht, es beim Schulbuffet zu testen."

Und es funktioniert. Der bislang unbescholtene Schüler stockt die Produktion auf: zehn Euro, 20 Euro, 100 Euro. Und man shoppt in einem Fastfoodlokal, im Drogeriemarkt. "Sie wollen mir weismachen, Sie hatten beim Drucken nie den Vorsatz, die Scheine in Umlauf zu bringen?", bohrt Richterin Eichler nach. "Ehrlich nicht, ich wollte damit nur angeben."

Ein Mitschüler sagt als Zeuge aus, der Angeklagte habe die gefälschten Scheine auch zum Kauf angeboten: "Immer so etwa ein Zehntel vom tatsächlichen Wert des Scheines." Aufgeflogen ist der Betrug durch eingeweihte Mitschüler, die aber den Schuldirektor informierten. Der Prozess wurde für weitere Zeugen vertagt. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 15.5.2012)

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