WWF: Erde überstrapaziert

24. Mai 2012, 08:54
1 Posting

Menschheit verbraucht um einen halben Planeten zu viel

Wien - Der Ausstoß von Treibhausgasen - das größte Problem für den Planeten Erde - hat sich seit 1961 verelffacht, heißt es im am Montag präsentierten "Living Planet Report" des WWF, der medienwirksam von der Raumstation ISS aus präsentiert wurde. Die "ökologische Überlastung" des Planeten - mehr CO2-Ausstoß, als die Wälder aufnehmen können - sei auf mehr als 50 Prozent angewachsen. "Es dauert eineinhalb Jahre, damit unsere Erde die natürlichen Ressourcen ersetzen kann, die wir in einem Jahr als Menschheit konsumieren", lautet das Fazit des alle zwei Jahre erscheinenden Umweltberichts. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit beträgt demnach um einen halben Planeten zu viel.

Länder mit dem größten Fußabdruck pro Kopf

Als die Länder mit dem größten Fußabdruck pro Kopf machte der WWF Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark und die USA aus. Am anderen Ende liegen die Palästinensergebiete, Osttimor, Afghanistan, Haiti und Eritrea. Österreich liegt mit einem seit 2005 um fünf Prozent gewachsenen Fußabdruck auf Platz 17. Ein Österreicher nimmt rund 5,3 globale Hektar in Anspruch - doppelt so viel wie der Weltdurchschnitt. Würden alle Menschen so leben, bräuchte es also drei Planeten.

Zur Untersuchung der Artenvielfalt wurden für den Report nach Angaben der Umweltschutzorganisation mehr als 9000 Populationen von fast 2700 Wirbeltierarten unter die Lupe genommen - um 1000 Populationen mehr als noch 2010. Der "Living Planet Index" beschreibt den Rückgang der weltweiten Artenvielfalt: Um 30 Prozent sei sie seit 1970 geschrumpft, in tropischen Regionen im Schnitt sogar um 60 Prozent. Gründe seien die Zerstörung der Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und das Vertreiben heimischer durch invasive Arten.

Naturschutz zeigt Wirkung

In Ländern des Nordens zeige der Naturschutz positive Effekte: Dort gibt es um ein Drittel mehr verschiedene Arten als noch 1970.

Der WWF schlägt für die Zukunft einen besseren Schutz der Ökosysteme, eine effizientere Produktionsweise und veränderte Konsumgewohnheiten vor. (spri, DER STANDARD, 15.5.2012)

Share if you care.