Serie von Niederlagen treibt Lafontaine an Linke-Spitze zurück

14. Mai 2012, 17:29
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Ex-Chef vor Comeback: "Ich werde mir zuerst anhören, was die anderen sagen"

Berlin - Nach mehreren Wahlniederlagen der Linkspartei bei Landtagswahlen ist Oskar Lafontaine bereit, an die Spitze der Bundespartei zurückzukehren. Bevor er seine Kandidatur für die Wahl am Parteitag Anfang Juni fix zusagt, will er jedoch eine Sitzung des Parteivorstandes am Dienstag abwarten. "Ich werde mir zuerst anhören, was die anderen sagen", erklärte er am Montag.

Das mögliche Comeback Lafontaines, der bereits von 2007 bis 2010 Linke-Chef war, stellt die Linke allerdings vor eine Zerreißprobe. Denn Lafontaine stellt nach Angaben von Spiegel online Bedingungen: Seine Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht soll neben Gregor Gysi gleichberechtigte Fraktionschefin im Bundestag werden. Und der Bundestags abgeordnete Dietmar Bartsch, der zu den Reformern zählt, darf bloß Parteivize werden.

Bartsch jedoch will am Parteitag auch als Parteichef kandidieren. Unterstützt wird er vor allem von den ostdeutschen Landesverbänden. Der derzeitige Linke-Chef Klaus Ernst ist hingegen bereit, seinen Platz für Lafontaine zu räumen. Der Ko-Vorsitz ist nach dem Rücktritt von Gesine Lötzsch vor einigen Wochen ohnehin vakant.

Die Linkspartei flog bei der Berliner Wahl im Herbst aus der Regierung, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen schaffte sie den Wiedereinzug in den Landtag nicht. (bau/DER STANDARD, 15.5.2012)

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