AUA-Crews für Sparpaket, gegen Tyrolean

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Weniger Krankmeldungen am Montag, keine Flugausfälle - Swiss griff hart durch und beorderte dutzende Piloten zu Sicherheitschecks

Wien - Das Voting der AUA-Bord-Belegschaft für das vom Betriebsrat zusammengestellte Sparpaket war deutlich: Von den 2257 Stimmberechtigten stimmten 2024 mit Ja und damit gegen den Betriebsübergang zur Tyroelan. In Summe ergab das eine Zustimmung von 96,4 Prozent.

Der Betriebsübergang dürfte dennoch nicht zu verhindern sein. Denn AUA-Chef Jaan Albrecht wandte sich am vergangenen Freitag wieder per Mail an die Belegschaft: "Wir sind mit dem 30. April unwiderrufliche Schritte gegangen. Dazu gehören behördliche Genehmigungen unserer Flugrechte im In- und Ausland, die Auslösung rechtlicher Fristen oder auch die im Aufsichtsrat der Lufthansa bestätigte Verlagerung unserer gesamten AUA-Flugzeugflotte zu Tyrolean. Eine Abstimmung des fliegenden AUA-Personals kann diese Maßnahmen nicht rückgängig machen. Wenn Sie trotzdem Ihre Stimme abgeben wollen, dann stimmen Sie bitte für den Betriebsübergang und geben Sie Ihr Ja zu Austrian ab."

Ab 1. Juli 2012 gelte für den Flugbetrieb die bereits verschickte Unternehmensrichtlinie. Die dortigen Regeln entsprächen im Wesentlichen dem Kollektivvertrag der Tyrolean mit ergänzten Regeln für die Langstrecke, teilte der AUA-Chef mit. Nun werde an einem Konzern-KV gearbeitet. Die kollektive Unpässlichkeit vieler AUA-Piloten, die sich am Wochenende "unfit to fly" meldeten und damit etliche Flugstornos verursachten, legte sich am Montag. "Es gibt zwar weiter Krankmeldungen im Flugbetrieb, es sind aber nicht mehr ganz so viele wie am Wochenende. Bisher mussten wir noch keinen Flug streichen, weil wir genug freiwillige Piloten gefunden haben, die einspringen", sagte ein AUA-Sprecher.

Was passiert, wenn frustrierte Piloten in der Öffentlichkeit kritisch auftreten, zeigte der harte Durchgriff der Swiss 2005, die damals laut APA-Recherchen kurzerhand dutzende Piloten suspendierte und zu Sicherheitschecks beorderte. "Swiss verbannt Angestellte nach offenem Brief aus dem Cockpit", titelten Schweizer Zeitungen damals. Oder: " Swiss-Piloten: Ein Fall für den Psychiater?"

Ein erster Offizier wandte sich jüngst schriftlich an den scheidenden Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow: "Ich habe größte Bedenken, wenn es um die Zukunft der AUA geht. Ich mache mir Sorgen, dass es die AUA nach diesem Sommer nicht mehr geben wird! (...) Aufgrund des Betriebsübergangs zu Tyrolean werden bis Ende Juni ca. 250 bis 300 Piloten die AUA verlassen. Diese Zahl entstammt nicht einem Hirngespinst. Ich schließe sie aus den Gesprächen mit meinen Kollegen in den letzten Tagen." (Claudia Ruff, DER STANDARD, 15.5.2012)

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das Management hat die Sanierung nicht

mehr unter Kontrolle. Sonst würden sie es nicht zulassen, dass das Unternehmen in der Öffentlichkeit schlecht gemacht wird. Mitarbeiter sind so gut wie ihre Führung. Albrecht und Co dürfen sich nicht wundern, dass Chaos und Unsicherheit herrscht. Welcher Arbeitnehmer lebt schon gern unsicher und weiß nicht was morgen alles noch kommt wenn er zur Arbeit geht. Ein bisserlmehr Verständnis und weniger Neid wäre von manchen Poster angebracht. Sich von ein paar deutschen Sanierwunderwuzi fertig machen zu lassen, muss sich kein Mitarbeiter gefallen lassen. Oder sind wir alle schon Arbeitssklaven und müsssen den Mund halten und Danke sagen dass wir den Gehalt der Manager verdienen.

Betriebsübergang

das Ganze gehört beinhart durchgezogen (egal wie oft der BRB noch abstimmen lässt), sonst gibts in ein paar Monaten oder Jahren eine Neuauflage.

Na hauptsache, Ihnen gehts dann besser!

Volle Zustimmung bis auf einen Punkt: eine Neuauflage in Jahren sehe ich nicht, weil dazu hat die AUA keine Zeit mehr, das erlebt sie nicht.

Noch 2 x mal Bauchweh, und paasst!
;)

Was für ein unnotwendiger Aufmacher!

Für den Betriebsrat! Äh .. für etwas das es gar nicht gibt. Darum gings doch in der ganzen Zeit
lei lei

Ach was, wenn dem Gerede nach 250-300 Piloten die AUA verlassen wollen, werden es am Ende nur 25-30 sein, ist immer so, in jeder Firma. Die Klappe groß aufreißen ist leicht, doch bevor man die Kündigung auf den Tisch legt denkt jeder nochmal genau nach.

Nachdenken?

Das tun wir seid Monaten! Es reicht und das werden wir sehen, egal in welcher Art, es läuft Anders als das Management es prämienfördernd will!

Jeder Pilot, der bei so einer Austrittswelle mitmacht, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Als ob der Markt in Europa nicht ohnehin schon übersättigt wäre vor Piloten, stünden die Chancen, woanders unterzukommen, bei 250 neu auf den Arbeitsmarkt drängenden Piloten unglaublich schlecht. Klar, irgendwo in Fernost wird man schon unterkommen, die Frage ist, ob man das will, insbesondere wenn man Familie usw. hier in Österreich hat. Dass fest gemeckert und gemotzt wird in der AUA ist mir schon klar, aber wirklich austreten werden nur die wenigsten, wie gesagt, vielleicht noch 30 Piloten mehr, aber das war's dann. Das Management weiß das natürlich auch.

Woher nehmen sie ihre Überzeugung, aus dem Kaffeesud?
Sie haben keine Ahnung was das Management momentan anstellt, denken aber mitreden zu können???
Beim Abgang geht es um viel Geld, Abfertigung & Pensionsrückstellung, dafür können die Meisten es locker angehen! Nur das Unternehmen wird es vermutlich nicht überleben, Insolvenz durch Managementfehlentscheidung trotz mehrfachem Hinweis auf die Folgen!

Ich bitte Sie, die paar Abfertigungen und Pensionen bringen die LH/AUA nicht um. Klar, es kostet eine ordentliche Stange Geld, aber man bekommt auch einiges dafür, z.B. kauft man sich dabei sehr viel Beamtenmentalität aus dem Unternehmen raus, und das ist langfristig betrachtet immens viel wert. Nein, weh tun dem Unternehmen fortgesetzte Flugausfälle und Imageschäden durch kurz- und kürzestsichtige Aktionen div. Betriebsratsgenies, aber wie gesagt, der (wesentlich billigere) Nachwuchs steht motiviert in den Startlöchern, die alten fügen sich entweder oder gehen eh freiwillig, also ist dieses Problem nur ein kurzfristiges. Viel Spaß übrigens beim Einklagen der Abfertigung und dem Überbrücken der 2-3-jährigen Wartezeit darauf.

Wer so viel schreibt, sollte wenigstens die Rechtschreibung halbwegs beherrschen. 4 Fehler in 2 Zeilen - alle Achtung! Das Inhaltliche unterliegt ja dem Recht der freien Meinungsäußerung, selbst wenn es faktisch falsch ist.

Danke Herr Oberlehrer!

Haben sie die Frage, ob sie auch so ein Manager sind wie diejenigen der AUA eigentlich beantwortet? Trotz unserer Gegnerschaft bin ich ja noch davon überzeugt, dass dem nicht so ist. Warum sie die Flaschen bei der AUA aber so oft verteidigen verstehe ich dennoch nicht, wegen meiner Rechtschreibfehler wird es ja nicht sein.
Woher haben sie die Information, dass wir uns nicht bewegt haben das AUA Management aber schon, vor Allem weil es umgekehrt der Fall ist.
PS: Würden sie die Rechtschreibfehler diesmal bitte selber entsorgen, ich habe schon genug davon. ;-)

Ist er ja.... können Sie sich nicht erinnern,

als er einen Teil seiner Firma in die Insolvenz schickte, hatte er ja auch nichts anderes zu tun als zu posten! Er gehört zweifellos zu unseren nettesten Mitmenschen! Doch immerhin macht er keine Rechtschreibfehler!

Es ging um eine Tochtergesellschaft, deren Produktivität nicht annähernd ausreichend war, um zu überleben.

Ich habe sie nicht in Konkurs geschickt, sondern wir haben als Eigentümer (Vorstand und Aufsichtsrat) gegen ein weiteres Befüllen dieses Fasses ohne Boden entschieden.

Nur mit "nett sein" können Sie leider in wettbewerbsintensiven Zeiten und Branchen leider nicht überleben. Einen klaren Blick zu haben, Dinge konkret anzusprechen und konsequent zu handeln, ist verantwortungsbewußt.

naja... hauptsache IHRE Schäfchen sind im trockenen.

um wieviel wurde ihre Vorstandsgage erhöht in den letzten Jahren? Alles auf Kosten der Angestellten, die sie jetzt entsorgen, weil sie nicht produktiv genug waren?! Oder wegen der Rechtschreibfehler? Wir müssen sparen, damit Ihr noch mehr aus dem Vollen schöpfen könnt!? Ich kenne Ihre Zunft zur Genüge und kann dieses Gelaber fast nicht mehr ertragen.

Fehlentscheidung beim Kauf des Unternehmens, nicht genau genug hingesehen, Fass ohne Boden. Ich war an der falschen Entscheidung maßgeblich beteiligt.

Das hält trotzdem nicht davon ab, klüger zu werden und Fehler zu realisieren.

Ich hoffe nicht, dass hier ein Mißverständnis vorliegt. Keinesfalls verteidige ich das aktuelle Management der AUA. Zu den Herren habe ich ein viel zu vage Einschätzung. Mein Urteil über die Ära Bammer/Rehulka, Sörensen, Ötsch etc. ist da schon konkreter, auch wenn das jetzt den Rahmen sprengt.

Heute und konkret bin ich inhaltlich der Überzeugung, daß die gesetzten Maßnahmen grundsätzlich für das Überleben notwendig sind. Die Schritte gehen hoffentlich weit über die personellen Maßnahmen hinaus. Die Alternative ist schlichtweg eine Insolvenz.

Das und nichts anderes ist meine Meinung, und mitnichten bringe ich zum Ausdruck, wie gute oder schlechte Manager die Herren Albrecht, Malanik oder Benz sind.

Im Endeffekt sind derartige Einsparungen für den Kunden nur gut. Die überbezahlten Piloten, vor allem jene in den Altverträgen, haben ja nicht nur auf Kosten der Airline, sondern auch der Konsumenten ein Luxusleben geführt. Sollten aber auch kleine Gehälter des Bordpersonals weiter gekürzt werden bin ich nicht dafür.

glauben Sie, dass durch den Betriebsübergang bzw. das Absenken von Gehältern die Tickets auch nur um einen Cent billiger werden? Think again!

Ja, langfristig hat das natürlich Auswirkungen auch den Ticket-Preis. Ob es nun "billiger" wird oder nur der Anstieg der Preise moderatier ausfällt hängt auch von anderen Faktoren (Kerosinpreis, Steuern, etc.) ab...

Beispiel Mobilfunk: diese Dienstleistungen wurden in den letzten Jahren immer billiger. Bei den Mitarbeitern musste dafür aber massiv eingespart werden. Natürlich besteht hier ein direkter Zusammenhang!

Zweierlei Maß

Gehälter normaler Angestellter sollen nach Belieben gekürzt werden können, aber Managerprämien sollen selbst in Verlustjahren unantastbar bleiben. Hier wie dort - gültige Verträge.

Parallele: Europas Bürger sollen das und mehr sparen, was die Finanzwirtschaft in Saus und Braus verspekuliert hat ohne das diese eine Beitrag über z.B. Spekulations- bzw. Transaktionssteuern leistet.

Im übrigen möchte ich zum Thema "Spekulation" nicht wissen, wie viele Piloten auch an den Finanzmärkten spekuliert haben bzw. spekulieren. In den oberen Einkommensklassen gehört dass ja geradezu zum guten Ton. Aber plötzlich sind sie die Opfer der bösen Finanzspekulanten wenn es darum geht ihre extrem hohen Gehälter etwas zu kürzen (eigentlich eh nur durch "einfrieren" über Jahre durch die Inflation, von direkter Kürzung spricht ohnehin niemand)

Sagen Sie es mir bitte!

Warum sollten Angestellte Verständnis dafür haben, dass man permanent ihre Gehälter kürzt? Weil die Wirtschaft krank ist? Oder weil wenige andere innherhalb kürzester Zeit das Zehnfache bekommen von dem was Sie verdienen? Sorry, ich hab nicht einen Funken Verständnis dafür! Ich möchte, dass mein Gehalt kontinuierlich mit den Preisen steigt.

die aua hat den ruf –ob heute noch zurecht kann ich nicht beurteilen- überdurchschnittliche gehälter für unterdurchschnittliche leistungen (ein grund warum ich seit jahren auf die aua verzichte) zu bezahlen und zwar vom management, über die arbeitnehmer bis hin zum betriebsrat. diese verhältnisse kosteten steuerzahler und kleinaktionäre unsummen. bei dieser vorgeschichte und den unternehmensverlusten ist ihre gehaltsforderung überzogen. wenn sie so gut jedoch so schlecht bezahlt sind, dann kann es wohl kein problem sein, den arbeitgeber zu wechseln.

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