Der Dalai Lama hat den Templeton-Preis erhalten

14. Mai 2012, 16:34
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Hoch dotierter Preis wird für Verbindung von Wissenschaft und Religion vergeben

London - Der Dalai Lama hat für seinen Beitrag zur Verbindung von Wissenschaft und Religion den hoch dotierten Templeton-Preis bekommen. Die Auszeichnung wurde dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter am Montag in der Londoner St. Paul's Kathedrale überreicht. Das Preisgeld in Höhe von 1,1 Millionen Pfund (1,3 Millionen Euro) wolle er an mehrere Organisationen spenden, unter anderem an ein Hilfswerk für unterernährte Kinder in Indien.

Der Dalai Lama habe es mit seiner Lehre vom Mitgefühl geschafft, dass das Thema Teil der Wissenschaft geworden sei. Es werde mittlerweile untersucht, wie die Kraft des Mitgefühls zur Lösung fundamentaler Probleme der Welt genutzt werden kann, hieß es zur Begründung.

"Universelle Stimme des Mitgefühls"

Der Dalai Lama spreche mit einer "universellen Stimme des Mitgefühls", sagte John Templeton, Vorsitzender der John Templeton Stiftung und Sohn des Preis-Begründers. Der Tibeter und Friedensnobelpreisträger (1989) habe Respekt vor spirituell wichtiger wissenschaftlicher Forschung. "Die Menschen verlassen sich zunehmend auf den technischen Fortschritt, um die Probleme der Welt zu lösen. Aber die Menschheit sucht auch nach Sicherheiten, die nur durch eine spirituelle Suche gefunden werden können", sagte Templeton.

Der Preis, von dem internationalen Investor John Templeton ins Leben gerufen, wird alljährlich von einer unabhängigen Jury vergeben und würdigt Verdienste, die den Zusammenhang von Religion und Wissenschaft hervorheben. Er ist eine der weltweit höchstdotierten Auszeichnungen für eine einzelne Person. Frühere Preisträger waren unter anderem Mutter Teresa und der Gründer der Bruderschaft im französischen Taize, Frere Roger Schutz.

Am Donnerstag (17. Mai) kommt der Dalai Lama nach Österreich. Bis zum 27. Mai hält sich der Religionsführer in Kärnten, Salzburg und Wien auf. Zwischen den Bundesländerbesuchen macht er einen kurzen Abstecher nach Italien und Belgien. (APA, 14.5.2012)

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