Blutige Kämpfe um Wasser in Brasiliens Nordosten

14. Mai 2012, 16:11
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Wassernotstand in 66 Städten im Bundesstaat Pernambuco ausgerufen

Rio de Janeiro - Der Nordosten Brasiliens leidet Medienberichten zufolge unter der schwersten Dürre seit einem halben Jahrhundert. Im Durchschnitt einmal pro Tag werde in den ländlichen Gegenden ein Mensch bei gewaltsamen Auseinandersetzungen um Wasser getötet, viele Bauern hätten bereits die Hälfte ihres Viehs verloren, berichtete die Zeitung "O Globo" am Sonntag. Mehr als 1.100 Ortschaften seien inzwischen von der anhaltenden Dürre betroffen.

In 66 Städten im Bundesstaat Pernambuco gilt demnach der Wassernotstand. Zahlreiche Flüsse seien ausgetrocknet, örtliche Staudämme führten nur noch wenig Wasser. Die brasilianische Regierung gehe von einer deutlich niedrigeren Ernte von Mais und Soja aus als bisher erwartet. Immer wieder führt die Wasserknappheit laut den Medien zu Missbrauch: In einem Fall wurden Kunden nur mit Wasser beliefert, wenn sie zusagten, einen bestimmten örtlichen Kandidaten zu wählen. (APA, 14.5.2012)

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    Die Wasserknappheit nutzen auch Politiker, die Lieferungen nur bei entsprechender Stimmabgabe veranlassen.

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