US-Regisseur Friedkin attackiert Intendant Geyer: "Lügner"

14. Mai 2012, 16:07
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Er habe nichts von einer zweiten Inszenierung für die Wiederaufnahme von "Les contes d'Hoffmann" gewusst

Wien - Der Streit um die Wiederaufnahme von "Les contes d'Hoffmann" am Theater an der Wien geht in die nächste Runde: Nachdem vergangene Woche bekanntwurde, dass Oscar-Preisträger William Friedkin nicht mehr im Regie-Stuhl sitzen und Intendant Roland Geyer selbst inszenieren wird, äußerte sich nun Friedkin zur Causa: Wie die Tageszeitung "Kurier" auf ihrer Online-Seite berichtet, attackiert er Geyer aufs Heftigste und bezeichnet ihn etwa als "Lügner". Es habe nie eine Abmachung bezüglich einer zweiten Inszenierung gegeben, so Friedkin.

Darüber hinaus habe Geyer bereits bei den Vorarbeiten zu Friedkins Version immer wieder neues Material dem Stück von Jacques Offenbach hinzugefügt: "Wie ein Hund, der an einen Baum pinkelt", echauffiert sich der US-Regisseur. Dass der Theater an der Wien-Intendant mit Friedkins Inszenierung, die am 19. März eine von der Kritik heftig verrissene Premiere feierte, unzufrieden ist, sei ihm nie mitgeteilt worden. Die Bregenzer Festspiele könnten froh sein, dass Geyer nicht als Intendant an den Bodensee gewechselt sei, schließt der Regisseur von Filmen wie "French Connection" (1971) oder "Der Exorzist" (1973).

Geyer selbst hatte vergangene Woche angekündigt, die Regie für die Wiederaufnahme (Premiere: 4. Juli) zu übernehmen. Er hat dafür eine "völlige Neuinszenierung" versprochen: "Ein Drittel des Stücks wird so überhaupt nicht mehr vorkommen, und das Stück wird mindestens um eine halbe Stunde kürzer." ((APA, 14.5.2012)

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