Mit Nichtraucher-Seminaren Geld herausgelockt: Salzburger verurteilt

14. Mai 2012, 15:04
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Ex-Ehepaar soll Schaden von rund 280.000 Euro verursacht haben - Drei Jahre unbedingt für 44-Jährigen, zwei Jahre bedingt für Ex-Frau

Salzburg - Ein Ex-Ehepaar ist am Montag bei einem Prozess in Salzburg wegen gewerbsmäßig schweren Betruges verurteilt worden. Die beiden sollen mit Nichtraucher-Seminaren "Europa wird rauchfrei" und "Deutschland wird rauchfrei" rund 50 Seminarleitern unter falschen Gewinnversprechungen eine Kaution von jeweils 5.000 Euro herausgelockt haben. Der Gesamtschaden beträgt laut Gericht rund 280.000 Euro. Der "tatsächliche" Geschäftsführer (44) erhielt drei Jahre unbedingte Haft, seine Ex-Frau (45) und handelsrechtliche Geschäftsführerin zwei Jahre bedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt Georg Kasinger warf den Salzburgern persönliche Bereicherung zur Finanzierung ihres Lebenswandels vor. Sie hätten die Kautionen von den Seminarleitern mit dem Versprechen eingehoben, es wäre ein monatliches Nettoeinkommen von bis zu 10.000 Euro möglich. Die Kaution könne über dem Provisionswege (offenbar 30 Prozent des Umsatzes, Anm.) zurückverdient werden. So habe das Konzept gelautet, erklärte der Staatsanwalt in der ersten Verhandlung am 6. Februar 2012.

Im Jahr 2008 soll es noch mehr Interesse an diesen Seminaren gegeben haben. "2009 ist erkannt worden, dass das System nicht tragfähig ist", sagte Kasinger. Die Angeklagten hätten im Wirtschaftsjahr 2009/10 dennoch 70 Seminarleiter aufgenommen. In Deutschland wurde aber kein einziges Seminar abgehalten.

Ein Buchsachverständiger sprach von einem wirtschaftlichen Verlust in der Höhe von 535.000 Euro im Zeitraum Februar bis August 2009. Die 21.000 Euro aus Seminarerlösen im Wirtschaftsjahr 2009/10 sollen dann nicht einmal für das Gehalt der beschuldigten Salzburgerin gereicht haben.

Der bereits wegen Betruges vorbestrafte Salzburger - er gilt als Ideengeber für diese Seminare - zeigte sich im Wesentlichen geständig. Seine Ex-Frau gestand ein, dass die Kaution auf das Geschäftskonto und nicht, wie vorgeschrieben, auf ein separates Konto einbezahlt worden ist. Sie habe sich aber nicht bereichern wollen, beteuerte die Frau. (APA, 14.5.2012)

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