Alte Donau: Stadt Wien will Lokal-Toiletten für Badegäste öffnen

14. Mai 2012, 13:41
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Gegen Beteiligung an Erhaltungskosten - Alte Donau hat wieder Badeseequalität

Wien - Auch wenn die derzeit kühlen Temperaturen nicht zum Schwimmen einladen - wenn der nächste Sommertag kommt, haben die Besucher der Alten Donau in Wien nichts zu befürchten. Diese weise nämlich eine Wasserqualität auf, die mit jener österreichischer Badeseen "locker" mithalten könne, berichtete Umweltstadträtin Ulli Sima am Montag in einem Pressegespräch. Plagt die Gäste ein dringendes Bedürfnis, so könnte es heuer eine Neuerung geben: Sie sollen die Anlagen von Gastronomen mitnutzen dürfen - auch ohne dort etwas zu konsumieren. Die Stadt will dafür zahlen. Derzeit laufen die Gespräche.

Verhandlungen mit Gastronomen

Konkret plant die Stadt, sich an den Erhaltungskosten der Gastro-WCs beteiligen. "Wir verhandeln gerade mit Gastronomen", berichtete Sima. Dieses Modell habe sich beispielsweise bereits auf der Donauinsel bewährt. Mobilklos sollen aber auch weiterhin auf dem Areal zu finden sein - nämlich an "neuralgischen Punkten", wo es keine andere Möglichkeit zur WC-Nutzung gebe, dementierte die Stadträtin eine Aussendung der Wirtschaftskammer Wien, Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Diese befürchtet nämlich, dass die mobilen Bedürfnisanlagen, die jedes Jahr während der Sommersaison bei den öffentlichen Badeplätzen platziert werden, heuer erstmalig - angeblich aus Kostengründen - nicht mehr aufgestellt werden.

Spartenobmann Josef Bitzinger kritisierte: "Die Badesaison hat längst angefangen, und wir haben keine Toilettenanlagen stehen." Er vermutet, dass durch die fehlenden öffentlichen Toiletten die Gastronomiebetriebe mit neuen Gästen "beglückt" würden: "Ohne Konsumation ist dies aber nicht gerechtfertigt. Dass die Wirte diese Zeche bezahlen sollten, akzeptiere ich nicht." Den Plan der Stadt halte er aber für durchaus "erfreulich", es solle aber keine Zwangsbeglückungen geben. Er ärgert sich aber, dass erst jetzt verhandelt wird: "Es ist halt alles ein bisschen spät." Die Saison habe angefangen und die betonierten Abstellplätze für die mobilen Toiletten seien leer.

Alte Donau hat wieder Badeseequalität

Gerald Loew, Abteilungsleiter der MA 45 (Wiener Gewässer) beruhigte jedenfalls am Rande des Pressegesprächs. An der Alten Donau würden ausreichend Toiletten für Besucher zur Verfügung stehen, versicherte er. Die Zahl der mobilen Anlagen soll an das Verhandlungsergebnis angepasst werden - wie viele Gastronomen mitmachen, ist noch offen.

Dringende Bedürfnisse sollen also dem Badespaß in der Alten Donau nicht entgegen stehen. Denn die Wasserqualität ist auch heuer wieder sehr gut: "Wir haben eine Sichttiefe von beinahe vier Metern", so Sima. Dabei spielen auch die Unterwasserpflanzen, die sogenannten Makrophyten, eine wichtige Rolle: "Sie wirken als biologischer Filter. Sie binden Nährstoffe, verringern die Trübung und sorgen damit für klare Sicht", erklärte Wassergüteexperte Karl Donabaum, Geschäftsführer der DWS Hydro-Ökologie. Allerdings sind die hochgewachsenen Pflanzen als Bauchkitzler gefürchtet.

Seit 2003 sorgen Mähboote dafür, dass die rund eine Million Schwimmer, die pro Jahr in der Alten Donau planschen, von den Pflanzen nicht gestört werden. Zudem hilft das Mähen auch niedrig wachsender Vegetation, der die Makrophyten andernfalls das Licht nehmen. Seit einiger Zeit wird von der MA 45 nämlich die Pflanzung von niedrigstämmige Unterwasserpflanzen, den sogenannten Characeen, nämlich gefördert. Sie sollen sukzessive den Platz hochwüchsiger Arten einnehmen, wodurch mehr Licht bis an den Gewässergrund gelangt. Sobald die kleinwüchsigen Pflanzen in der Alten Donau dominieren, soll das Mähen nicht mehr notwendig sein. (APA, 14.5.2012)

  •  Plagt die Donauinselgäste ein dringendes Bedürfnis, so könnte es heuer eine 
Neuerung geben: Sie sollen die Anlagen von Gastronomen mitnutzen dürfen.
    foto: derstandard.at/schersch

    Plagt die Donauinselgäste ein dringendes Bedürfnis, so könnte es heuer eine Neuerung geben: Sie sollen die Anlagen von Gastronomen mitnutzen dürfen.

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