Prozess nach Rafting-Unfall auf Bregenzerach: Angebot auf Diversion

14. Mai 2012, 13:34
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Sieben von acht Booten waren während Rafting-Ausflugs bei Hochwasser gekentert - Staatsanwalt stimmte noch nicht zu

Felkirch - Wegen eines Rafting-Unfalls im August 2010 auf der Bregenzerach bei Alberschwende (Bregenzerwald) mussten sich am Montag neun Männer aus Vorarlberg und Deutschland vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Damals waren bei schwierigen Bedingungen sieben von acht Booten gekentert, 74 Personen wurden ins Wasser geschleudert, neun davon erlitten leichte Verletzungen. Richterin Claudia Egger machte ein Angebot auf Diversion, die Staatsanwaltschaft stimmte vorerst nicht zu.

Die acht Boote von zwei Rafting-Unternehmern waren "trotz Hochwassers" auf der Bregenzerach unterwegs gewesen, wie das Sachverständigengutachten feststellte. Zwölf der Teilnehmer mussten von der Wasserrettung geborgen werden. Beinahe 240 Rettungskräfte standen im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft klagte die neun Männer - die Veranstalter und ihre Mitarbeiter - wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, fahrlässiger Gemeingefährdung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit an. Die Verteidigung betonte, dass Rafting immer ein Risikosport bleibe. Die Bootsführer seien höchst erfahren und verantwortungsbewusst gewesen. Zudem gebe es keine Regelung, ab welchem Wasserstand das Rafting einzustellen sei. Richterin Egger griff schließlich die Anregung der Verteidigung auf eine Diversion auf.

Voraussetzung für die Diversion ist, dass die Angeklagten einsehen, dass man damals Handlungsalternativen hätte überdenken sollen. Im Gegenzug kommen sie durch die Bezahlung einer Geldbuße ohne Vorstrafe bzw. Konzessionsverlust davon. Die Beschuldigen zeigten sich damit einverstanden.

Wie hoch die Geldbußen ausfallen könnten, stand vorerst nicht fest. Abhängig von den Vermögensverhältnissen muss Egger die entsprechenden Zahlen erst errechnen. Offen blieb auch, ob die Staatsanwaltschaft mit der Vorgangsweise einverstanden ist. Somit ist der endgültige Verfahrensausgang noch offen, formell wurde der Prozess unterbrochen. Gibt es seitens der Anklagebehörde Grünes Licht und die Bußen werden bezahlt, wird das Verfahren eingestellt. (APA, 14.5.2012)

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