Semperit: Analysten erwarten Ergebnisrückgang

14. Mai 2012, 13:15
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Wien - Die Analysten heimischer Großbanken erwarten für die am Dienstag, den 15. Mai 2012, anstehende Präsentation der Zahlen zum ersten Quartal 2012 des heimischen Kunststoff- und Kautschukproduzenten Semperit einen Rückgang bei den operativen Ergebnissen und beim Nettogewinn, bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen. Bestimmendes Thema für die Entwicklung des Unternehmens dürften weiterhin die Rohstoffpreise sein.

Die Experten von Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB) rechnen im Schnitt mit einem Quartalsumsatz bei Semperit von 194,2 Mio. Euro - was einem kleinen Plus von 0,23 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahres von 194,2 Mio. Euro entspricht. Bei den individuellen Umsatzschätzungen gehen die Expertenansichten allerdings auseinander - während die RCB mit einem Umsatzanstieg im Quartal rechnet, prognostiziert die Erste Group rückläufige Umsätze.

"Die Preise für Naturkautschuk sind zwar gegenüber dem vierten Quartal 2011 etwas gestiegen, haben aber gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres signifikant verloren. Rohstoffpreise waren der Hauptumsatztreiber im vergangenen Jahr", erklärt Erste-Experte Christoph Schultes in einer aktuellen Analyse. Im laufenden Geschäftsjahr könnten die sinkenden Rohstoffpreise die steigende Absatzmenge aufzehren - zumindest im ersten Quartal, so der Experte weiter.

Einig über die Entwicklung sind sich Erste Group und RCB bei der Ergebnisentwicklung. Das erwartete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liegt bei durchschnittlich 17,0 Mio. Euro, was einem Minus von 5,83 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2011 entspricht. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird im Mittel mit 24,8 Mio. Euro um 2,17 Prozent schwächer erwartet als in der Vergleichsperiode mit 25,3 Mio. Euro. Der prognostizierte Nettogewinn liegt im Durchschnitt bei 11,1 Mio. Euro, nach einem Wert von 11,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Laut Erste Group werden sich die Haupttrends des vergangenen Jahres im ersten Quartal 2012 weiter fortsetzen: Die Division Sempermed dürfte weiter mit Preisdruck kämpfen, angesichts der immer noch bestehenden Überkapazitäten im Markt. In der Sparte Industrie dürften die Umsätze ein wenig steigen, wobei hier anziehende Absatzmengen die negativen Preiseffekte ausgleichen sollten. Die RCB rechnet damit, dass das Umsatzverhältnis von Sempermed und der Division Industrie, das 2011 beinahe fifty-fifty war, im Erstquartal bei 45:55 liegen dürfte.

Christoph Schultes bezeichnet das erste Quartal für Semperit als "ziemlich herausfordernd", da das Unternehmen einmal mehr zeigen müsste, dass es schwierige Marktbedingungen bewältigen könne. Das von Semperit selbst gesetzte Unternehmensziel von durchschnittlich zweistelligen Wachstumsraten dürfte 2012 nur schwer zu erreichen sein, meint der Analyst. Er bewertet die Aktien derzeit mit "Buy", das Kursziel liegt bei 38,5 Euro. Auch die RCB-Empfehlung lautet auf "Buy", das Kursziel beziffert das Institut mit 40,0 Euro.  (APA, 14.5.2012)

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