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Unter den publizistischen Schwergewichten betreibt die "New York Times" fraglos den größten Aufwand, um den digitalen Medienwandel nicht nur als abzuwehrende Gefahr für die schwindende Autorität von Print zu begreifen, sondern auch als Chance für neue Formen der Präsentation und Rezeption von visuellem wie textuellem "content". Global gelesene Blogs (etwa Paul Krugmans "The Conscience of a Liberal") stehen hier neben gigantischen Video-Angeboten; die Werbekampagnen orientieren sich am Apple-Niveau.
Im letzten Jahr gab es mit "Page One - Inside the New York Times" einen sehenswerten Dokumentarfilm zum Thema, der u. a. die ökonomischen Aspekte dieses Strukturwandels in den Blick nimmt und zugleich den Wechsel an der Spitze der Zweitung von Bill Keller zu Jill Abramson (hier das großartige Porträt im "New Yorker") beobachtet:
Seit kurzem, nachdem vor einem Jahr eine Paywall eingeführt worden war, verkauft die "New York Times" mehr digitale als Print-Abonnements. Die beständige Expansion, die Programmier- und Weblayout-Intelligenz, die seit Jahren kontinuierlich investiert werden, betraf von Anfang an auch den Umgang mit Fotografien. Heraus ragt hier "The Lively Morgue", der Tumbleblog des Fotoarchivs der "New York Times", in dem sogar die Rückseiten der archivierten Fotografien als digitales Faksimile zu ihrem Recht kommen. Hier mehr zum Archiv:
Und noch ein zweiter Hinweis: Hochinteressant (und zuweilen recht heftig) sind auch die panoramatischen Polizei-Fotografien, die eine visuell neue Form der "interaktiven" Tatortbesichtigung darstellen. Hier darf auch der User als kriminalistischer Laie nach übersehenen Indizien Ausschau halten: "The scenes are not for the faint of heart. Images of blood and the corpses themselves have not been doctored or blurred."
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