Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.
Zwischen 50 und 90 Prozent der derzeit eingesetzten Medikamente sind für Kinder gar nicht zugelassen. Das übliche Prozedere für die kleinen Patienten: Für eine angemessene Dosierung rechnen die Mediziner die Empfehlungen für Erwachsene herunter. Diese Medikamente werden dann - weil es für notwendige Behandlungen keine anderen Möglichkeiten gibt - außerhalb der zugelassenen Indikationen (off label, Anm.) eingesetzt, was ein erhöhtes Risiko bedeute. Darauf machen Mediziner der MedUni Wien anlässlich des Internationalen Tages der Klinischen Forschung, der heuer unter dem Motto "Forschen für Kinder-Gesundheit" steht, in einer Aussendung aufmerksam.
Unterschiedliche Reaktionen
"Studien an Kindern sind notwendig, denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und können auf Medikamente ganz anders reagieren. Deswegen müssen Medikamente für Kinder an Kindern getestet werden. Das müssen die Eltern und die Gesellschaft erkennen", fordert Christoph Male, Mediziner an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Der Hintergrund: Studien an Kindern als besonders schützenswerten Personen wurden in der Vergangenheit generell als unethisch eingestuft.
Laut und nach Arzneimittelgesetz (AMG) waren derartige Studien fast unmöglich. Seit 2004 anerkennt das AMG die Notwendigkeit von Studien an Kindern und erlaubt sie unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Durch eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2006 ist bei Neuzulassung eines Medikaments mittlerweile auch die Testung an Kindern verpflichtend. Das wird die Kindermedizin in den kommenden zehn Jahren deutlich verbessern, heißt es von Seiten der MedUni.
Bedenken der Eltern
Was aber noch immer bleibe, ist die Unsicherheit - vor allem seitens der Eltern, so Male: "Die Bedenken, ein Kind an einer Studie teilnehmen zu lassen sind zwar verständlich, aber überhaupt nicht angebracht. Im Gegenteil: Kinder sind in Studien, die auf die Bedürfnisse und Sicherheit von Kindern Rücksicht nehmen, gut aufgehoben. Besser als bei der alltäglichen Verwendung nicht für Kinder geprüfter Arzneimittel. Klinische Studien stellen die einzige Möglichkeit dar, geeignete Arzneimittel für Kinder verfügbar zu machen."
Arzneimittel für Erwachsene bei Kindern
Bei der derzeitigen Vorgehensweise könnten Nebenwirkungen auftreten, die man bei Erwachsenen noch nie beobachtet habe. Dazu kommt das Risiko der Über- oder Unterdosierung, so Male, der auch Leiter der Arbeitsgruppe "Arzneimittel im Kindesalter" in der österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde ist und außerdem die österreichischen Kinderärzte bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) vertritt.
Selbst wenn man die Eltern von einer Studienteilnahme überzeugt hat, sind die Hürden groß und der Aufwand enorm: Die Studien dürfen nur an kranken Kindern durchgeführt werden und müssen alle Altersgruppen umfassen, von den Neugeborenen bis hin zu Teenagern. "Bei älteren Kindern ist die Versorgung noch recht gut. Je jünger die kleinen PatientInnen und je schwerer erkrankt, desto weniger geeignete Arzneimittel-Therapien gibt es", so Male. Das unterstreiche ganz deutlich die Notwendigkeit der Studienteilnahme ganz kleiner Kinder.
Die MedUni Wien nimmt an multizentrischen Studien mit Kindern teil und ist dabei Teil eines riesigen Netzwerks, um gesicherte Daten für die Forschung für Kinder zu sammeln. Denn oft gibt es nicht in jeder Altersgruppe genügend Kinder mit einer Krankheit, für die ein Medikament getestet werden soll. Deswegen seien Studienteilnehmer aus vielen Zentren erforderlich, erklärt Male. (red, derStandard.at, 14.5.2012)
Internationaler Tag der Klinischen Forschung 2012
Der Internationale Tag der Klinischen Forschung 2012 findet von Freitag, 18. Mai, bis Sonntag, 20. Mai am Campus des alten AKH (Hof 2, Spitalgasse 2, 1090 Wien) statt. In Wien wird die Veranstaltung vom Koordinierungszentrum für klinische Studien (KKS) der Med Uni Wien organisiert. Am Samstag gibt es für die Besucher zahlreiche Mitmachstationen auch für Kinder, die einen Blick hinter die Kulissen klinischer Forschung erlauben.
Link
Das detaillierte Programm gibt es hier: http://www.meduniwien.ac.at/hp/tdkf
Für Verzicht auf Markteinführung erhielten Generika-Hersteller Zahlungen und "andere Anreize" - EU-Kommission verhängt Millionenstrafen
In Österreich zweit Dutzend billigere Nachahmepräparate in den Startlöchern - Viagra wird billiger
Eine neue Generation von elektrischen Systemen zur tiefen Hirnstimulation (THS) soll das Leben mit Parkinson wesentlich verbessern
Neues Arzneimittel soll bei bestimmten Patienten zur Verringerung der Trinkmenge führen
Lagerungshinweise auf dem Beipackzettel beachten - Angebrochene Medikamente sind trotz Kühlschranklagerung nur begrenzt haltbar
Kontrolluntersuchungen der Patienten sind erforderlich
2012 war die medizinische Berichterstattung gespickt mit zahlreichen Meldungen über die personalisierte Medizin
Im Internet sind vier von fünf Pillen gefälscht - Der Pharmakonzern Pfizer will mit dem Angebot unter anderem seinen Ruf schützen
Der Mediziner Wolf-Dieter Ludwig hält den Weg von der Standardtherapie zur "personalisierten Medizin" für richtig, erkennt aber keinen Durchbruch
Entzündungshemmende Substanzen stehen im Fokus des Forschungsnetzwerkes "Drugs from Nature Targeting Inflammation"
Rohypnol und Somnubene werden als Begleitmedikation künftig strikter verschrieben - Risiko der Überdosierung soll gesenkt werden
Eine EU-Neuregelung für Medikamentenforschung sorgt für kontroversielle Diskussionen unter Experten
Das Generikum Budeprion ist therapeutisch nicht äquivalent zum Originalpräparat
Zum Fortschritt in der Medikamentenentwicklung tragen auch die Patienten bei - Wer an Studien teilnehmen darf, ist streng geregelt
Die Antibiotika-Skepsis bei viralen Erkältungen steigt mit höherer Schulbildung - Eine Alternative liegt in amtlich registrierten Phythotherapeutika
Wissenschaftler haben epigenetischen Marker gefunden, der das Therapie-Ansprechen bei Depressionen prognostiziert
Die personalisierte Medizin möchte vor allem den Prozentsatz der Patienten verringern, die unnötig belastende und ineffektive Arzneimittel bekommen
Forscher des Pasteur-Instituts und des CNRS haben gezeigt, dass auch der Einsatz von niedrig dosierten Antibiotika das Auftreten von Resistenzen bei pathogenen Bakterien erhöhen kann
17 Postsendungen enthielten 792 gefälschte Pillen - Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitsweisen warnt Konsumenten vor dem Kauf aus dubiosen Internetquellen
Fußball: Der Missbrauch von Schmerzmitteln ist auch im Jugendbereich immer stärker verbreitet
Österreichische Hämatologen sind überzeugt, dass das wirksame Arzneimittel "Alemtuzumab" aus kommerziellen Gründen vom Markt genommen wurde
Ein Medikamentenpatent läuft aus, billigere Generika ersetzen es - Diese Dynamik nutzen Krankenkassen, um Preise zu drücken - Sind die Billigprodukte wirklich gleich gut für Patienten?
Ein Lipid-Überzug soll die Einnahme unangenehm schmeckender Medikamente erleichtern
Spironolacton ist ein aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung einer diastolischen Herzinsuffizienz
Medikamente müssen strengen Richtlinien entsprechen, um in Österreich zugelassen zu sein. Das vermeintliche Krebsmittel Ukrain erfüllte diese Kriterien nicht
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.