Dalai Lama wirft Peking geplanten Giftanschlag vor

13. Mai 2012, 22:34
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Tibetisches Oberhaupt soll angeblich während Segnungen vergiftet werden

London - Der Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt der Tibeter, fürchtet ein Attentat auf ihn durch China. Peking trainiere Frauen, die ihn während einer Segnung vergiften sollen, sagte der 76-Jährige in einem Interview mit der britischen Zeitung "Sunday Telegraph". Diese Informationen habe er aus Tibet erhalten, so der Friedensnobelpreisträger, der am kommenden Donnerstag (17. Mai) nach Österreich kommen wird.

Chinesische Agenten würden Tibeter - vor allem Frauen - "trainieren", um den Dalai Lama während seiner vielzähligen Segnungen zu berühren durch Gift auf Haaren und Schals zu schädigen. "Sie sagen, sie sind krank und wollen, dass ich sie segne. Dann berühren sie meine Hand." Ob die Hinweise wirklich stimmen, konnte der Religionsvertreter nicht "hundertprozentig" bestätigen, denn es gäbe keine Möglichkeit, die Vorwürfe gegenzuchecken. Versuche seitens China ihn zu vergiften, habe es aber auch schon im vergangenen Jahr gegeben, berichtete "Sunday Telegraph".

Der Dalai Lama selbst lebt seit 1959 in Nordindien (Dharamsala) im Exil, nachdem die chinesische kommunistische Führung einen Volksaufstand blutig niederschlagen ließ. 1965 wurde die Autonome Region Tibet gegründet und gleichzeitig um auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe reduziert - der Rest gehört nun zur Volksrepublik China. Angesichts der Umsiedelung von Han-Chinesen nach Tibet warnt der Dalai Lama immer wieder vor "kulturellem Genozid". Regelmäßig verbrennen sich tibetische Mönche aus Protest gegen die Herrschaft Pekings.

Bevor sich der Dalai Lama vom 17. bis zum 27. Mai in Kärnten, Salzburg und Wien aufhalten wird, reist er am Montag nach London, wo er in der St. Paul's Kathedrale den mit 1,7 Millionen Pfund (2,12 Millionen Euro) "Templeton Preis" für seine spirituelle Arbeit erhalten wird.  (APA, 13.5.2012)

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