"Das ist eine Bedrohung für Lehrer und Schüler"

Interview |
  •  "Ich bin nicht gegen eine zentralisierte Matura, sondern nur gegen die Einführung 2014."
    foto: seb/derstandard.at

    "Ich bin nicht gegen eine zentralisierte Matura, sondern nur gegen die Einführung 2014."

  •  "Es sollte einen Lehrplan geben, der gewisse Verbindlichkeiten hat, so 
dass alle Lehrerinnen und Lehrer auf die zentralen Elemente vorbereiten."
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    "Es sollte einen Lehrplan geben, der gewisse Verbindlichkeiten hat, so dass alle Lehrerinnen und Lehrer auf die zentralen Elemente vorbereiten."

  • "Durch die Standardisierung und die Zentralmatura werden die Lehrpersonen mit  einer neuen Form von Feedback konfrontiert."
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    "Durch die Standardisierung und die Zentralmatura werden die Lehrpersonen mit einer neuen Form von Feedback konfrontiert."

  • "Es wäre wichtig gewesen, schon im Vorfeld der Einführung der 
Zentralmatura ein standardisiertes Leistungsbeurteilungssystem zu 
beschließen."
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    "Es wäre wichtig gewesen, schon im Vorfeld der Einführung der Zentralmatura ein standardisiertes Leistungsbeurteilungssystem zu beschließen."

  • "In der derzeitigen Situation wäre ich jedoch  dagegen, Matura-Noten für 
ein Studium heranzuziehen, da sie ja eine nicht vergleichbare Bewertung 
darstellen."
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    "In der derzeitigen Situation wäre ich jedoch dagegen, Matura-Noten für ein Studium heranzuziehen, da sie ja eine nicht vergleichbare Bewertung darstellen."

  •  "Meiner Meinung nach muss jeder Abschluss auch etwas 
wert sein. Wenn ich so lange in die Schule gehe und dann einen Abschluss
 habe, muss er ein Ausweis sein für die Jahre davor, die ich gemacht 
habe."
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    "Meiner Meinung nach muss jeder Abschluss auch etwas wert sein. Wenn ich so lange in die Schule gehe und dann einen Abschluss habe, muss er ein Ausweis sein für die Jahre davor, die ich gemacht habe."

  • "Möglicherweise entkäme man leichter der Ideologiefalle durch eine 
Rauslösung der Bildungspolitik aus der Tagespolitik. Dann muss man nicht
 permanent Stellungskriege führen."
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    "Möglicherweise entkäme man leichter der Ideologiefalle durch eine Rauslösung der Bildungspolitik aus der Tagespolitik. Dann muss man nicht permanent Stellungskriege führen."

Bildungspsychologin Spiel und Bundesschulsprecherin Kolmann über Fehler bei der Reform der Reifeprüfung und die ideologische Pattstellung in der Bildungspolitik

"Man spürt eine Unsicherheit. Vor allem gibt es Unklarheit bei der Benotung." Bundesschulsprecherin Conny Kolmann kämpft gegen die flächendeckende Einführung der Zentralmatura ab 2014. In ihren Augen wird die Reform zu schnell durchgeführt: "Es wäre viel besser, wenn man dem Projekt mehr Zeit geben würde." Bildungspsychologin Christiane Spiel ist eine Befürworterin der Zentralmatura, sie versteht aber die Sorgen der Schüler: "Im österreichischen Schulsystem haben wir bisher keine systematische Rückmeldungskultur etabliert." Warum bei Reformen im Bildungsbereich oft die "Ideologiefalle" zuschnappt und welche Möglichkeiten die Zentralmatura in Hinblick auf ein späteres Universitätsstudium bietet, sagt sie im Interview mit derStandard.at.

derStandard.at: Frau Kolmann, Sie haben vor zwei Woche Ihre schriftliche Matura absolviert. Ab dem Schuljahr 2014 soll die Matura zentral sein. Was wird sich für die Schüler ändern?

Kolmann: Es wird viel mehr Ungewissheit geben. Man ist nicht mehr so gut darauf vorbereitet und weiß nicht, was kommt. Ich habe jetzt fünf Jahre lang eine Ausbildung gehabt und weiß, was mich erwartet. Bei der neuen Reifeprüfung ist das nicht mehr so fix. 

derStandard.at: Frau Spiel, wie haben Sie Ihre eigene Matura in Erinnerung? Konnten Sie abschätzen, was in etwa gefragt wird?

Spiel: In der Schule, die ich besucht habe, war es wirklich so, dass man nicht gewusst hat, was einen erwartet. Ich bin in Mathematik mündlich angetreten und habe meinen Lehrer gefragt, was ich lernen soll und er hat gesagt, den Stoff von der 1. bis zur 8. Klasse. Das war's, ich habe null Vorinformation erhalten, das war in den anderen Fächern analog, wir haben nicht einmal eine Einschränkung des Stoffs bekommen.

Kolmann: Sie haben aber das bekommen, was sie gemacht haben, und konnten sicher sein, dass das durchgenommen wurde.

Spiel: Hier müsste man grundsätzlich sagen: Es sollte einen Lehrplan geben, der gewisse Verbindlichkeiten hat, so dass alle Lehrerinnen und Lehrer auf die zentralen Elemente vorbereiten. Wenn man standardisierte Bewertungen einführt, dann kann das nur gehen, wenn die Lehrpersonen auch wissen, welche Inhalte kommen, damit sie diese auch durchnehmen. Das ist eine ganz zentrale Voraussetzung.

Kolmann: Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Ich bin nicht gegen eine zentralisierte Matura, sondern nur gegen die Einführung 2014. Jeder Lehrer muss wissen, welche Bereiche ein Schüler beherrschen muss. Ich habe derzeit das Gefühl, dass das bei den Schülern und auch den Lehrern noch nicht angekommen ist. Sie wissen nicht, was sie unterrichten müssen.

derStandard.at: Was würden denn Bildungsstandards daran ändern?

Spiel: Es gibt derzeit keine Verbindlichkeiten bei der Beurteilung. Es gibt zwar einen Rahmenplan, was alles in den Unterricht einfließen soll. Aber letztlich bleibt es eine Entscheidung der Lehrpersonen, das kann sehr unterschiedlich gewichtet sein. Dazu kommt noch, dass häufig nicht einmal die Lehrpersonen konsistent bewerten, sondern vom Niveau der Klasse beeinflusst sind. Wenn eine Klasse in einem Fach ziemlich gut ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Bewertungen strenger sind.

Kolmann: Es wäre wichtig gewesen, schon im Vorfeld der Einführung der Zentralmatura ein standardisiertes Leistungsbeurteilungssystem zu beschließen. Das fehlt, deswegen gibt es auch so eine große Unsicherheit unter den Schülern, weil sie nicht genau wissen, ob man in Oberösterreich genauso benotet wird wie in Vorarlberg. Da gehören klare Standards her, bevor eine Reform der Reifeprüfung umgesetzt wird.

derStandard.at: Was ist Ihre konkrete Forderung für die Zentralmatura?

Kolmann: Im Lehrplan müssen ganz klare Inhalte stehen, die die Lehrer dann auch einhalten. Derzeit stehen da nur Überschriften, wie zum Beispiel in Mathematik das Integrieren, aber was genau darunterfällt, kann sich der Lehrer selbst aussuchen. Da wäre es wichtig, dass das aufgeschlüsselt wird; welche Inhalte verpflichtend sind, welche zusätzlich gemacht werden können, und wie benotet gehört. Wenn ich nicht weiß, wie ich beurteilt werde, dann ist das ein zusätzlicher Stressfaktor, der nicht dazu beitragen wird, dass ich positiv abschließen werde. 

derStandard.at: Welcher Zeitpunkt wäre für die Einführung der Zentralmatura richtig?

Kolmann: Ich möchte das nicht an ein Jahr knüpfen. Für mich ist nur wichtig, dass der Lehrplan fix ist, wenn eine Klasse mit der Oberstufe beginnt. Die Bücher müssen angepasst sein und die Lehrer genügend Schulungen gehabt haben. Dann kann man durchaus eine neue Reifeprüfung machen. Es geht nur darum, dass die Vorbereitungen abgeschlossen sein müssen, bevor man den Oberstufendurchlauf beginnt.

derStandard.at: Verstehen Sie die Sorgen der Schüler?

Spiel: Ich verstehe ihre Sorgen. Im österreichischen Schulsystem haben wir bisher keine systematische Rückmeldungskultur etabliert. Damit ist die Zentralmatura nicht nur eine Bedrohung für die SchülerInnen, sondern auch für die LehrerInnen.

Durch die Standardisierung und die Zentralmatura werden die Lehrpersonen mit einer neuen Form von Feedback konfrontiert: Wenn ihre SchülerInnen schlecht abschneiden, ist das auch eine Rückmeldung, dass sie sie nicht gut vorbereitet haben.

derStandard.at: Wie reagieren denn die Lehrer bei Ihnen an der Schule darauf?

Kolmann: Man spürt eine Unsicherheit. Vor allem gibt es Unklarheit bei der Benotung: Meine Englischlehrerin weiß nicht, wie sie bei der Matura benoten soll. In der BAKIP (Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik, Anm.) ist es sowieso ein Sonderfall. Wir hatten früher nur vier Jahre Mathematik, heuer ist es das erste Mal, dass es fünf Jahre Mathematik gibt. Da findet eine große Umstellung statt, und für die BAKIP gibt es auch keine Bücher. Das weiß man auch im Unterrichtsministerium. In Mathematik saugen sich die Lehrer die Beispiele aus den Fingern. Da spürt man schon, dass sich viel ändert.

derStandard.at: Frau Spiel, eines Ihrer Argumente für die Zentralmatura ist die bessere Vergleichbarkeit der Noten in Hinblick auf die Universität. Sie haben die Medizin-Aufnahmetests mit den Schulnoten verglichen. Was ist das Ergebnis?

Spiel: Ja, wir haben uns die EMS-Testleistung und gleichzeitig die Schulnoten angeschaut. Wie erwartet haben wir zwischen den Schulnoten in den naturwissenschaftlichen Fächern und den Testleitungen einen Zusammenhang festgestellt. Je besser die Testleistung war, desto besser waren auch die Schulnoten. Aber wir haben festgestellt, dass es massive Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Wenn man die Schulnoten von Männer und Frauen, die beim EMS-Test gleich gut abgeschnitten haben, miteinander vergleicht, haben die Frauen wesentlich bessere Noten gehabt bei gleichen Testleistungen wie die Männer.

derStandard.at: Worauf führen Sie das zurück?

Spiel: In die Note geht - gemäß Schulunterrichtsgesetz - nicht nur die absolute Leistung ein, sondern auch die Mitarbeit, die Arbeitshaltung und so weiter. Die zumeist unbewussten Geschlechtsstereotypen, wonach Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern weniger begabt sind als Knaben, dafür jedoch eifriger, finden ihren Niederschlag in unterschiedlichem Verhalten der Lehrpersonen zu beiden Geschlechtern. Im Zuge eines negativen Kreisprozesses werden diese Stereotypen auch häufig von den Knaben und Mädchen übernommen: Mädchen sind eifrig, haben jedoch wenig Selbstvertrauen in den Naturwissenschaften; Knaben haben höheres Selbstvertrauen; jedoch halten sie es für cool, nichts zu lernen. Damit haben Noten häufig nicht das gleiche Fundament bei Knaben und Mädchen. Es gibt sicher viele Knaben, die eigentlich ein gutes Potenzial haben, in der Schule aber aus „Coolheit" nur wenig gelernt haben.

derStandard.at: Bedeutet das, dass man sich durch die Zentralmatura bessere Ergebnisse von den Buben erwartet?

Spiel: Nein, wir würden uns nur dann bessere Ergebnisse erwarten, wenn die Matura-Note in irgendeiner Form eine Relevanz für ein Studium hätte. In der derzeitigen Situation wäre ich jedoch dagegen, Matura-Noten für ein Studium heranzuziehen, da sie ja eine nicht vergleichbare Bewertung darstellen.

In Deutschland ist es anders. Es gibt den Numerus Clausus, da spielt die Note eine ganz klare Rolle. Was bedeutet das? Wenn ich zum Beispiel später Psychologie studieren möchte, brauche ich einen Notenschnitt von 1,1. So beliebt ist dieses Fach. Wenn ich mich daher nicht die gesamte Oberstufe hinweg anstrenge, dann kann ich dieses Fach nicht studieren.

derStandard.at: Bedeutet das über kurz oder lang, dass man auf den EMS-Test verzichten kann und die Noten herziehen kann - wenn sich die Zentralmatura dann etabliert hat?

Spiel: Ich persönlich bin sehr dafür, dass die Institutionen, die eine Ausbildung anbieten, selber definieren, wie das Anforderungsprofil für die verschiedenen Studienrichtungen aussehen soll. Was brauchen die Studierenden als Voraussetzung, damit sie erfolgreich das Studium absolvieren können? Es sollte eine transparente Prüfung oder Studieneingangsphase geben.

derStandard.at: Wie sehen Sie die Zentralmatura als Richtwert für ein späteres Hochschulstudium?

Kolmann: Meiner Meinung nach muss jeder Abschluss auch etwas wert sein. Wenn ich so lange in die Schule gehe und dann einen Abschluss habe, muss er ein Ausweis sein für die Jahre davor, die ich gemacht habe. Deswegen finde ich wichtig, dass man darauf vorbereitet ist. Ob man das als Aufnahmekriterium für die Universität hernimmt, müssen sich die Unis selber ausmachen.

derStandard.at: Sie haben eine Bürgerinitiative gestartet, um die Zentralmatura zu verschieben. Was ist Ihr Ziel?

Kolmann: Wir sammeln derzeit Unterschriften, haben schon relativ viele beisammen. Wir erhalten großen Rückenwind von Schülerinnen und Schülern aus ganz Österreich. Wir hoffen, dass das Thema im Parlament behandelt wird, und dass die Stimme der Schülerinnen und Schüler ernst genommen wird. Wir wollen, dass sich was am Datum ändert, wann die Zentralmatura eingeführt wird. Man könnte auch die Schüler abstimmen lassen, ob sie zentral antreten wollen oder nicht.

derStandard.at: Bildungsministerin Claudia Schmied drängt sehr stark auf eine rasche Einführung der Zentralmatura. Wie bewerten Sie hier die Arbeit der Bildungsministerin?

Kolmann: Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade, dass sie an dem Termin festhält. Meiner Meinung nach wäre es auch für sie viel besser, wenn man dem Projekt mehr Zeit geben würde. Deshalb finde ich ihre Leistung in dem Punkt, was das Zeitmanagement, angeht, eher "Nicht Genügend". Es sind viele Dinge noch nicht passiert: Wenn mir gesagt wird, die Leistungsbeurteilungsverordnung wird nächstes Jahr umgestaltet und der Zentralmatura angepasst, schön und gut. Wenn aber Leute schon seit zwei Jahren in der Oberstufe sitzen und vorbereitet werden sollen, es aber noch keine Verordnungen gibt, dann ist das einfach zu spät.

Spiel: Ich muss sagen, von ihrer Grundhaltung her verstehe ich die Ministerin schon. Und zwar aus einer politischen Perspektive. Wenn wir uns Österreich anschauen und den Diskurs über Bildung, so würde ich sagen, dass wir nicht gerade Weltmeister sind, was die Geschwindigkeit betrifft, wie Reformen umgesetzt werden. Da verstehe ich, dass die Ministerin sagt: "Jetzt haben wir uns etwas vorgenommen, jetzt ziehen wir das auch durch." Wir haben in Österreich leider viele ideologische Gräben.

Kolmann: Mein Verständnis von Bildungspolitik ist, dass man das verändert, was die Schule für Schülerinnen und Schüler besser macht. Das sollte meiner Meinung nach über alle politischen Grenzen hinausgehen. Aber das passiert halt nicht. Man sollte hier von den ideologischen Grenzen runter steigen und einfach schauen: Was wollen die Schülerinnen und Schüler?

Spiel: Leider gibt es gerade in der Bildungspolitik oft die ideologische Pattstellung. Die Politik will jedoch schnelle Erfolge haben, das macht es schwierig. Ich bin froh, dass es in der Wissenschaft anders ist. Möglicherweise entkäme man leichter der Ideologiefalle durch eine Rauslösung der Bildungspolitik aus der Tagespolitik. Dann muss man nicht permanent Stellungskriege führen. (Sebastian Pumberger, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 21.5.2012)

CONNY KOLMANN ist seit September Bundesschulsprecherin und besucht die BAKIP in der Kenyongasse in Wien. Sie ist Mitglied der ÖVP-nahen Schülerunion.

CHRISTIANE SPIEL ist Universitätsprofessorin am Institut für Angewandte Psychologie der Universität Wien. Vor ihrer wissenschaftlichen Laufbahn unterrichtete sie an einer AHS.

STANDARD-Montagsgespräch zum Thema Zentralmatura.

Wissen: Zentralmatura

Im Schuljahr 2013/14 sollen die ersten AHS-Maturanten eine standardisierte, kompetenzorientierte Reifeprüfung absolvieren, die aus drei voneinander unabhängigen Säulen besteht. Im Schuljahr darauf folgen dann auch die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) und Bildungsanstalten der Kindergartenpädagogik (Bakip).

Als "Reality-Check" bezeichnet Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die neue Reifeprüfung, die künftig Kompetenzen, also langfristig abrufbare Fertigkeiten in einem bestimmten Fach, anstelle von kurzfristigem Detailwissen abprüft. Als Kern gilt die schriftliche Matura mit identen, zentral vorgegebenen Aufgabenstellungen, abgehalten am selben Tag in ganz Österreich. Der Klassenlehrer beurteilt die Arbeiten mit Hilfe eines standardisierten Beurteilungsrasters.

Bei der mündlichen Prüfung muss der Schüler in maximal 20 Minuten eine kompetenzorientierte Aufgabenstellung bearbeiten, die aus einem von den Fachlehrern der Schule zusammengestellten Themen-Pool kommt. Zudem muss jeder Schüler eine "Vorwissenschaftliche Arbeit" (AHS) bzw. eine "Diplomarbeit" (BHS) schreiben und diese bei der mündlichen Matura präsentieren. In Summe sind sieben Prüfungsteile zu absolvieren - die vorwissenschaftliche Arbeit sowie je nach Belieben drei oder vier schriftliche Klausurarbeiten und drei oder zwei mündliche Prüfungen. (APA, 21.5.2012)

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off topic

Sehr lustig finde ich ja das konsequente Verwenden der Begriffe "Schüler" und "Schülerinnen" ;-)

Wie ästhetisch ist doch so ein großes "I" mitten im Wort - ähnlich hübsch wohl, wie eine Quotendame im Aufsichtrat *fg*.

Bleibt noch eine Frage offen ...

Was macht man mit Schüler, die jahrelang von einem unfähigen Lehrer unterrichtet wurden und niemals eine Chance haben, die Zentralmatura zu schaffen. Bisher konnte man ihnen ja ein wenig "weiterhelfen".

...

wenn man solche angst vor der matura hat, einfach nicht machen...
hat eh schon jeder depp.

Weil man Angst vor der Matura hat, "einfach nicht machen"??????

Also soll die gesamte Schülerschaft Österreichs auf RECHTE, auf BILDUNG verzichten, "nur" weil in der Bildungspolitik darauf vergisst, die Betroffenen selbst zu berücksichtigen?

How i sometimes feel about school...

http://9gag.com/gag/4239400

bitte

was will die Bundesschulsprecherin?
hat Matura und trotzdem nix verstanden..

Zentralmatura ist das einzig halbwegs vernünftige Mittel gegen faule Lehrer (ich hatte 3 die 2 Jahre lang nichts unterrichtet haben, einer davon war Abteilungsleiter an der HTL und ist jetzt Direktor) und für korrekte Wissensvermittlung.

Dass die Lehrerschaft keine Lust auf plötzliche Kontrolle hat, ist mir klar.

Das "Maturakomitee" und die "Prüfung der eingereichten Fragen" ist eine Farce. Klingt cool, für Unwissende.

Also her damit. Und machen sollten sie unabhängige Experten, nicht von Lehrern gewählte Lehrer.

Alles andere ist feig und verlogen, weil nicht gerade aus gesagt wird, wie's um die Wissensvermittlung steht!!!!

Das ist kompletter Unsinn. Die Zentralmatura ist deshalb nicht so beliebt, weil im Vorfeld vom Ministerium kaum was geschehen ist - in allen Fächern, und nicht nur in E oder M... außerdem trägt sie nicht zur Niveausteigerung bei (siehe die Kommentare von Schülern, die nach der E-Zentralmatura sagten, dass sie das schon in der 5. oder 6. gekonnt hätten).

Fehlende Bodenhaftung...

ist das Problem.

In Zukunft werden faule LehrerInnen noch besser unterstützt, weil die Matura so leicht geworden ist.
Fragen sie doch LehrerInnen, die damit schon arbeiten. Leute, die nie im Leben eine Chance auf einen positiven Abschluss im ersten Durchgang hatten, bekommen heutzutage ein Befriedigend.

Ad Experten: Viele der entscheidenden Personen denken zwar über die Prüfungen nach, aber die Anbindung an die tägliche Schulrealität fehlt. Leute in der Praxis schütteln mittlerweile nur noch den Kopf über das, was da geschieht. Von guter Vorbereitung ist keine Rede - nicht weil die LehrerInnen nicht wollten oder nicht dazu in der Lage wären, sondern weil die Entscheidungen des Bifie immer wieder geändert werden (siehe Test-Formate).

dann ist aber auch aus mit maturaprojekten und prüfungen zu besonderen fachrichtungen an den htl's für dieses problem sehe ich da keine adequate lösung. verschidene richtungen fordern verschiedene lösungen.

und theoretisch verschidene experten für die unterschiedlichen schultypen.

aber da krankt leider ihr ansatz genau so wie meiner, wo wollen sie denn unabhängige experten hernehmen, und wo hat es denn eine regierung schon mal geschafft einen unabhängigen experten zu konsultieren. einen der durch sein wissen experte ist, und nicht durch freunde und/oder parteizugehörigkeit

Für alle selbsternannten Experten...

Die neue Matura ist keineswegs eine Bedrohung für die LehrerInnen, da das Niveau so niedrig ist, dass man die Matura relativ leicht und auf jeden Fall besser schafft als bisher. Das ist auch so angelegt, denn sonst wäre die ZM kein Erfolg.
Die LehrerInnen sind auch keineswegs überfordert. Es gibt nur die Informationen nicht, die sie brauchen. Wenn nicht klar ist, nach welcher Skala benotet wird, und der/die zuständige Vorsitzende keine Auskunft geben kann, dann wird es schwierig.
Dass die Leistungsfeststellungsverordnung nicht zur ZM passt, ist sattsam bekannt - übrigens seit Jahren, aber es passiert nichts (außer Ankündigungen). Etc.

Motto: Wir wissen zwar nicht, wo wir hin wollen, aber dafür sind wir schneller dort.

Ja, aber das ist ja das problem. bei dem wissensstandard den erstsemestrige an den unis zum besten geben ist das problem, dass die matura zu leicht ist, oder aber das falsche geprüft wird.

In welchem Fach?

physik, mathematik, mechanik,... es ist schon klar, dass das nicht jeder braucht, aber deswegen ist es auch wichtig, dass eine htl matura anders aufgebaut ist als eine gymnasiums matura

in einer AHS gibt es weitaus mehr physikunterricht als in einer HTL

ich denke sie sollten ihren namen ändern. es ist ihnen schon bewusst dass die physik mehrer fachgebite hat, und wenn man sich ernsthaftz mit themen der phsik beschäftigt, dann gibt man dem unterricht den namen des fachgebietes, so entstanden in den htl's fächer wie: mechanik, elektrotechnik, werkstoffkunde,... also bitte nachdenken vor dem nächsten posting

Elektrotechnik und Mechanik sollten vom DI unterrichtet werde, Physik vom Physiker (dass die Realität eine andere ist - eh klar)

das ändert nichts an der tatsache, dass an der ahs nicht mehr physik als an der htl unterrichtet wird. physik stellt die grundlage für alles dar, und ohne die grundprinzipien von newton zu verstehen sollte niemand eine htl verlassen. was die anderen theorien angeht werden sie vieleicht in einer ahs eindringlicher erwähnt, bezweifle aber stark dass die meisten physiklehrer die relativitätstheorie verstehen, und selbstredend auch deren schüler. und DI oder ein phsiker unterrichtet ändert im grunde am stoff nichts.

Als "Reality-Check" bezeichnet Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die neue Reifeprüfung.

Vielleicht wird's auch eine Reality-Show ohne Netz.
Aber Alle bekommen die gleichen Fragen.
1.) Möchtest du in Mate oder in turnen maturieren.
Antwort: turnen.
2.) Wieviele Pinguine werden nass, wenn 4 ins Wasser springen und einer draussen bleibt.
Antwort: Alle
3.) Der Schulweg beträgt 3 km. Wie lange gehst du.
Antwort: am Morgen 1 Std., zu mittag 10min.

Ergebnis: nicht genügend, die Antwort wäre:
Am Morgen 10 min.

Nein nicht noch so eine Frage, ich schaff die Matura nie und nimmer!

alt gegen jung

wie überall so auch bei den lehrern.
die gewerkschaft sorgt dafür, daß sich kein noch so kleines privileg der alten ändert. die jungen sind ihnen wurscht, weil eh alle nur mehr auf die pension warten. motto: "hinter uns die sintflut". in anderen bereichen kann man vielleicht abwarten, bis die alten weg sind und änderungen beginnen können. im bildungsbereich wird sich das aber rächen, weil eine ganze generation junglehrer und schüler demotiviert und verheizt wird.

Pauschaler Unsinn

Leider. Die Diskussion hätte mehr Seriosität verdient.

kein unsinn

bei der aua ist es so, war hier zuletzt zu lesen, bei den journalisten und bei den lehrern. das ist ein muster in österreich: privilegien herausschinden und dann verteidigen.
ad seriosität: legen sie los, niemand hindert sie.

...

erstaunlich wie einfach man sich eine meinung leisten kann auf kosten tausender opfer, die es im leben schwer haben und kuerzer leben...

...

ich mag das nicht...

da werden sich viele Muturanten in Deutschland und Italien schon seit vielen jahren bedroht vorkommen

Gerade in Englisch ist die neue Matura eigentlich ausgezeichnet vorbereitet. Wenn die Englischlehrerin von Frau Kolmann nicht weiß, was bei einer Englisch-Matura kommt und wie das zu beurteilen ist, dann hat sie in den letzten fünf Jahren geschlafen.

Übrigens (aber das ist nur meine persönliche Einschätzung) denke ich, dass die neue Englisch-Matura viel leichter ist, als sie bisher war, wenn die Schüler die Testformate vorher schon einmal gesehen haben. Von Schülerseite braucht man also nicht allzu sehr zittern.

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