Bulgariens Botschafter rettet sich offenbar vor Entführung

13. Mai 2012, 10:24
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Erneut Gefechte um von Rebellen kontrollierte Stadt Zinjibar

Sanaa - Der bulgarische Botschafter im Jemen ist offenbar nur knapp einer Entführung entkommen. Bewaffnete und vermummte Männer hätten am Samstag auf einer Geschäftsstraße im Zentrum der Hauptstadt Sanaa das Auto des Diplomaten Boris Borissow gestoppt, um ihn zu "entführen", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Der Botschafter konnte demnach aber entkommen und sich bei umliegenden Geschäften in Sicherheit bringen. Die bulgarische Botschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern.

Sanaa war von der Gewalt im Land zuletzt weitgehend verschont geblieben. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen gab es jedoch "terroristische Drohungen" gegen mehrere diplomatischen Vertretungen. Das Sultanat Oman habe daraufhin seine Botschaft in Sanaa geschlossen und das Botschaftspersonal abgezogen.

Die jemenitische Regierung ist immer noch durch monatelange Proteste der Opposition geschwächt, die im Februar zum Rücktritt von Präsident Ali Abdallah Saleh führten. Während der politischen Krise konnten islamistische Rebellen ihre Macht im Süden des Landes massiv ausweiten.

Am Sonntag gab es nach Angaben aus Armeekreisen erneut Gefechte um die südliche Stadt Zinjibar, die seit etwa einem Jahr von Al-Kaida kontrolliert wird. Dabei seien sechs Soldaten getötet und fast 20 weitere verletzt worden, sagte ein Offizier. (APA, 13.5.2012)

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