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London - Der britische Kulturminister Jeremy Hunt lehnt trotz Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Abhörskandal um den Medienkonzern News International einen Rücktritt ab. Hunt wolle sich vor dem Untersuchungsausschuss zur Presseethik verteidigen, sagte ein Sprecher des für Kultur, Medien und Sport zuständigen Ministers am Samstag. Dem Politiker wird vorgeworfen, eine Vertuschung des Abhörskandals um den Konzern des Medienmagnaten Rupert Murdoch angestrebt zu haben.
Die Vorwürfe ergeben sich aus einer E-Mail, die dem Untersuchungsausschuss von der früheren News-International-Chefin Rebekah Brooks vorgelegt wurde. Darin schrieb ein Mitarbeiter des Unternehmens an Brooks, Hunt bitte um Hilfestellung seitens des Konzerns, um eine öffentliche Untersuchung der Abhöraffäre vermeiden zu können. Nach Ansicht des Ministers hat ein inzwischen entlassener Mitarbeiter die "unangemessene" Kommunikation mit News International allein zu verantworten.
Mailbox von Verbrechensopfern gehackt
Journalisten der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung "News of the World" von News International sollen in Großbritannien unter anderem Politiker, Mitglieder der Königsfamilie und andere Prominente abgehört haben. Der Skandal war im Jahr 2006 erstmals ans Licht gekommen und geriet im vergangenen Jahr erneut in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Journalisten des Blatts auch die Mailbox einer entführten und später ermordeten Schülerin geknackt hatten.
Die Affäre löste in Politik und Medien ein Erdbeben aus, was im Juli 2011 zum Ende der Zeitung, dem Rücktritt von Murdoch-Vertrauten, ranghohen Polizeibeamten und eines Mitarbeiters des konservativen Premierministers David Cameron führte. Ziel des Untersuchungsausschusses zur Ethik in der britischen Presse ist es, Lehren aus der Affäre zu ziehen und Empfehlungen für einen neuen Pressekodex auszuarbeiten. (APA, 12.5.2012)
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