Schwarzenberg sieht Wahl-Chancen schwinden

Außenminister will aber trotz schwacher Umfragewerte "lustig kämpfen"

Prag - Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg sieht seine Aussichten in der Präsidentenwahl Anfang 2013 als "nicht ideal" an, wie er gegenüber der tschechischen Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Samstag-Ausgabe) in Reaktion auf die jüngsten Umfragen sagte, in denen er mit rund acht Prozent auf dem vierten bis sechsten Platz liegt. Noch vor einigen Monaten war er einer der Favoriten für die Wahl des Staatschefs, der zum ersten Mal direkt vom Volk gewählt wird.

Trotz der jüngsten Umfragen will Schwarzenberg als Kandidat seiner liberalkonservativen Partei TOP 09 "lustig kämpfen". "Wenn ich erfolgreich sein sollte, prima. Wenn nicht, dann werde ich zumindest die Gelegenheit nutzen, den Leuten zu erläutern, worum es uns (TOP 09) geht. Auf keinen Fall werde ich der Verzweiflung erliegen", so Schwarzenberg.

Fischer Favorit

Das Sinken seiner Aussichten führt der Außenminister, einst der populärste Politiker im Land, auf die Reformen zurück. TOP 09 habe die Regierungsverantwortung übernommen und seitdem habe sich alles wegen der Wirtschaftskrise zugespitzt. "Alle Regierungen, egal ob rechts oder links, werden in dieser schweren Zeit draufzahlen", sagte Schwarzenberg. Zu dem favorisierten Kandidaten für das Präsidentenamt, dem ehemaligen parteilosen Premier Jan Fischer, sagte Schwarzenberg, er (Fischer) sei wegen seiner einstigen KP-Mitgliedschaft "nicht ideal". "Wenn ich in der Vergangenheit eine Fünfzehnjährige verführt hätte, sollte ich mich wohl nicht für die Position des Direktors einer Mädchenschule bewerben", so Schwarzenberg.

Fischer ist laut den Umfragen klarer Favorit im Rennen um das höchste Staatsamt. Auf Platz zwei liegt der tschechisch-amerikanische Ökonom Jan Svejnar. Auch dem früheren Regierungschef Milos Zeman auf Platz drei werden Chancen für die Stichwahl beschieden, nachdem er in den letzten Umfragen zugelegt hat. (APA, 12.5.2012)

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