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Hier geht's zum Fleisch: Frank's
Zwei dry aged Steaks, ein Tatare, bisschen Saft, Bier, Wein, Kaffee: 137 Euro.

Da wurde der Bruckenberger kurz bescheiden: Tatare vorweg, zu zweit.

Das T-Bone von gegenüber: Sehr, sehr gut, sagt er, und ich kann's nach einer Kostprobe nur bestätigen.

Mein Prime Rib war aber auch nicht von schlechten Eltern, groß, saftig, gerade richtig zwischen rare und medium für mich.
Zwerchfell! Bruckenberger a.k.a. Fleischistmeingemüse lag mir seit Wochen mit diesem Körperteil im Trommelfell, was wir uns jetzt nicht bildlich vorstellen wollen. Danach rief Bruckenberger stets: St.ellas! Das kam mir bekannt vor.
Ein Fall für die Wissenschaft: Herr Taschwer, der ganz wie die Wissenschaft ingesamt, die er ja beim STANDARD verkörpert und vergeistigt, auf praktisch alles eine Antwort weiß, grüßte vor einigen Wochen ausnahmsweise mit einem Befehl an Herrn Corti und an meine Unmäßigkeit. St.ellas! Oder Sankt Ellas! Oder Stellas! Oder sowas, nur rasch! Weil: neu, Gaumenspielableger, großartig, günstig, und überhaupt. Beim Newswert will ich dem Profi freilich nicht vorgreifen. Dann kann ich auch gleich vor-lesen, was ich nachher schmecken sollte.
Tierleichenschauhaus
Der Vortritt freilich führt zum Nachsehen: Wo Corti schwärmt, kriegt der Fidler keinen Platz, nicht einmal, wenn er sich als Bruckenberger ausgibt. Einschleichundfressjournalismus, quasi. Wohin also mit einem Bruckenberger, der eh unkompliziert praktisch überall essen geht, wenn es nur a) Zwerchfell gibt, b) zumindest Fleisch und das c) möglichst steakig und groß? Ich halte das für gar nicht falsch, wo ich mich ohnehin zu 80 Prozent ausgesprochen vegetarisch ernähre.
Schwärmte nicht Herr Kamolz einmal vom Dry Aged Beef im Frank's? Kein Problem, Platz für zwei in 20 Minuten. Gut, das Lokal und vor allem sein Entree muss man für keinen Höhepunkt der Gastroarchitektur halten. Aber auch die überlässt Schmeck's bekanntlich gern den Profischmeckern.
Wer freilich in seinen Eingangsbereich ein Tierleichenschauhaus stellt (und dennoch für unerschrockene Vegetarier dennoch ein paar rein gemüsige Pizze auf der Karte führt), ein Schauhaus also, in dem tote Rinder zum Zwecke ihrer Reifung ein bisschen abhängen, der hat bei Bruckenberger und mir schon einen Stein im Schneidbrett. Wie Sie gewiss längst wissen, wird hier im Frank's Huftier öffentlich trockengelegt. Dry aged und so. Und nach Ansicht Bruckenbergers auch goldrichtig portioniert: 700 Gramm das T-Bone. 700 Gramm das Prime Rib aus der Hochrippe. Genau, sagt Bruckenberger, nehmen wir. Je eines, versteht sich.
Roher Einstieg
Wohl weil ich da eine Zehntelsekunde die Braue kräusle, schlägt er vor, die Vorspeise zu teilen. Wohl damit unser Dinner nicht zu gar zu gemüsig ausfällt: Tatare "Emiglia", 150 Gramm für 19,50 Euro. Sehr anständiges rohes Rind, stellen wir fest, und gewiss ein vernünftiger Einstieg, aber auch nicht restlos umwerfend. Die Aufgabe war ohnehin den Steaks zugedacht.
Sie haben sie unter Anstand erfüllt: Groß, mächtig, nach meinem Befund auch ziemlich präzise im gewünschten Zustand medium (für Bruckenberger) und medium to rare für mich. Was freilich bei meinem Prime Rib die Trennung von Knochen und teils stark durchzogenem Fleisch ein bisschen unschön aussehen ließ - und meine Zähne einfach in die obere Ecke des Steaks zu schlagen, schien mir denn doch ein bisschen unpassend.
Sechs Wochen zur Miete am Laurenzerberg
Die Herrschaften beherrschen hier offenbar die Kombination aus Lavasteingrill plus Finish im holzbefeuerten Pizzaofen ganz gut. Alles andere wäre auch wirklich schade für das lange beherbergte Rind und die 47,50 für das T-Bone beziehungsweise 43,50 für das Rib Eye. Gut, versuchen Sie einmal, bei diesen Immobilienpreisen für 47,50 Euro sechs Wochen lang am Laurenzerberg unterzukommen, und das auch noch penibelst klimatisiert. Eben.
Allein: Den ersten Platz in Sachen Fleischeslust schafften sie nicht. Denn Bruckenberger und ich zogen weiter. Nicht am selben Abend, noch ein Steak schaffen selbst wir nicht. Aber die Sache mit dem Zwerchfell ließ uns nicht los. Das und was Fleisches Lust mit scharfem Grün zu tun hat: demnächst in dieser kleinen, dreckigen Kolumne.
Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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"eigentlich bin ich ja zu 80% vegetarier und nur weil ich zufällig fressalienjournalist bin, muss ich halt ab un an mal in tote tiere beißen..." mannnomann...
wenn gott nicht gewollt hätte, dass wir tiere essen, warum hat er sie dann aus fleisch gemacht? häh?
na also.
und am besten ist steak sowieso kanadisch zubereitet: kopf abschlagen, häuten und hintern auswischen. that´s it.
wer im Eingangsbereich in ein richtiges Kühllager blicken will, sollte bei Gallaghers (228 W 52nd St) vorbeischauen. Kann Quality Meats zwar nicht das Wasser reichen, aber immer noch um Welten besser als der Sondermüll, der in Österreich als Steak verkauft wird.
Das 1927 gegründete Restaurant hat seinen Charme behalten, die Kellner sind auch noch die Erstbesetzung ...
Sie sind ja witzig. Nochmal, die Adressen gibt es in mehreren Städten.
Wenn man sowieso erst nach den Lokalen suchen muss, dann waren die Adressen ja vollkommen überflüssig, oder? Also diese halbe Sache ist vollkommen idiotisch.
Und jetzt wieder zurück ins Trollloch. Husch, husch!
da kann ich mir aussuchen welches Fleisch ich will und ehrlich gesagt 330 g sind genug, dann kann ich mir die Beilagen aussuchen und habe einen vernünftigen Preis für ein gutes Steak inklusive Beilagen und muss nicht alles extra zahlen. Mein Lieblingssteak im Fridays ist ein New York Strip mit Cajun Cream Sauce und dazu Sweet Potato Fries.
Wer ein wirklich gutes Steak zu einem hervorragenden Preis will: Rocky Docky's Western Steak House! Der absolute Wahnsinn!
http://www.rocky-docky.at/
Grüße
auch mein steak war unglaublich zäh,
wir sind steak-liebhaber... essen es gerne bleu... aber franks war eine frechheit...
ich habe im mario (plachutta in hietzing) exzellente qualität bekommen... auf den punkt genau, obwohl kein "steak"-lokal...
(Teil2) ich bestelle also Getränke und wundere mich über die Bedienung. Beim Servieren der Getränke schaut er mich an, was ich denn nun essen möchte. Ich zähle auf, er schaut mich an und hört zu. Als ich fertig bin sagt er darauf trocken: "Ja. Aber lassen wir doch erst mal die Dame neben ihnen dran kommen."
Auch die anderen hatten mit ihm und seinem Kollegen so ihren Spaß, fanden beide irgendwie komisch drauf. Spitze war dann aber die Art, wie er abserviert hat. Wir unterhielten uns zu dritt, während er begann vom Tischende aus abzuservieren. Dann plötzlich schlug er mir von der Seite auf den Oberarm, daran die Frage anschließend, ob eh alles gepasst hat. Gute Umgangsformen in einem höherpreisigen Restaurant sehen anders aus.
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