Wolfsberg fixiert den Aufstieg

12. Mai 2012, 00:29
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Kärntner nach Sieg bei der Vienna eine Runde vor Schluss nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen, LASK vergibt mit Remis gegen Grödig letzte Chance

Wien - Der WAC/St. Andrä steht seit Freitagabend als Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga fest. Die Kärntner siegten in der 35. und vorletzten Runde der Ersten Liga auswärts bei der Vienna 3:1 und profitierten gleichzeitig vom 1:1 des LASK gegen Grödig. Vor der 36. Runde am 18. Mai weisen die Wolfsberger vier Punkte Vorsprung vor den Linzern auf und sind damit nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Das am Horizont aufgetauchte Finalmatch zwischen Wolfsberg und dem LASK in der letzten Runde wird sich in ein Abfeiern des neuen Meisters verwandeln.

Im Kampf gegen Platz neun und ein Relegations-Duell mit dem GAK verschaffte sich der FC Lustenau eine gute Ausgangsposition. Das Team von Trainer Damir Canadi gewann das Derby gegen Austria mit 2:1 und hat als Achter nun einen Punkt Vorsprung auf die Vienna. In einer Woche muss die Vienna auswärts gegen Blau-Weiß Linz antreten, der FC Lustenau empfängt Absteiger Hartberg. Altach verbesserte sich dank eines 4:1 gegen BW Linz auf Rang drei. Absteiger Hartberg kassierte gegen St. Pölten eine 0:3-Niederlage.

Auf der Hohen Warte liefen zwei offensiv eingestellte Teams auf, eine entsprechend flotte Partie bekamen die 3.700 Fans zu sehen. Eine Energieleistung von Stephan Stückler brachte WAC/St. Andrä den Führungstreffer: Der 26-Jährige tankte sich nach einem Sololauf auf der linken Seite am zögerlich agierenden Raphael Rathfuss vorbei und traf aus 15 Metern flach ins linke Eck zum 0:1 (31.).

Die Antwort der Wiener ließ nicht lange auf sich warten. Markus Lackner ließ Nenad Jovanovic stehen und schoss zum 1:1 ein (35.). Nach der Pause legten die Kärntner zum zweiten Mal vor. Nach Flanke von Jacobo schloss Manuel Kerhe volley zum 2:1 ab (55.). Noch sehenswerter war der vorentscheidende Treffer von Jacobo zum 3:1 (69.). Der Spanier setzte einen spektakulären Seitfallzieher aus elf Metern ins Tor. Damit war endgültig klar, dass die Kärntner die peinliche 1:4-Heimpleite gegen Hartberg gut verdaut haben.

Und weil zehn Grödiger (Thomas Salamon wurde in der 42. Minute ausgeschlossen) gegen ängstliche Linzer noch zum 1:1 ausglichen, stand wenig später auch der Titel fest. Die letzten Sekunden des Spiels auf der Gugl verfolgten die Kärntner auf Bildschirmen am Spielfeldrand, nachdem auch in Oberösterreich der Schlusspfiff erfolgt war, begann die große Meisterparty.

Keine Experimente

2,5 Millionen Euro betrug das Budget des Klubs aus der 25.000 Einwohner-Gemeinde Wolfsberg in der Ersten Liga. Nach dem Aufstieg will man noch einmal eineinhalb Million dazulegen und bewegt sich damit weiter in bescheidenen Dimensionen. Der Geldgeber hinter den Kulissen ist dabei Präsident Dietmar Riegler. Der Unternehmer ist mit seiner auf Biomasse-Heizkraftwerke spezialisierten RZ-Firmengruppe Hauptsponsor und Gönner der Wolfsberger.

Innerhalb von neun Jahren brachte er den 1931 gegründeten WAC in die Bundesliga. Bereits im zweiten Jahr in der Ersten Liga stand am Ende der einigermaßen überraschende Meistertitel zu Buche. "Wir werden so weiterarbeiten wie bisher, wollen nichts überstürzen. Wir werden unsere Vision gezielt weiterverfolgen", sagte Riegler.

Noch nicht Bundesliga-tauglich ist die Lavanttal-Arena, sie erscheint alsgrößte Baustelle der Wolfsberger. Das Kleinstadion fasst aktuell 4.100 Zuschauer, davon sind nur 1.100 Sitzplätze. Im Sommer soll nun mit dem Bau einer zusätzlichen Sitzplatz-Tribüne für 2.500 Zuschauer begonnen werden. Ein weiteres Problem ist der Auswärtssektor. "Es ist eine Überlegung, Spitzenspiele in Klagenfurt auszutragen. Natürlich müssen dabei aber die Rahmenbedingungen passen", so Riegler. Fest steht, dass der Klub in der höchsten Spielklasse wieder als WAC auftreten wird, die Spielgemeinschaft mit St. Andrä wird im Sommer gelöst.

In Linz stürmten nur die Fans

Auf der Gugl stürmten nach dem Spiel rund 100 enttäuschte LASK-Fans den Platz und wollten auf die VIP-Tribüne vordringen, die Polizei konnte größere Ausschreitungen verhindern. Nach ersten Informationen gab es zwei Festnahmen und keine Verletzten. Insgesamt 30 Beamte waren im Einsatz. "Der Platz wird bei fast jedem Spiel gestürmt", erklärte der Einsatzleiter. (red/APA, 11.5. 2012)

ERGEBNISSE 35. Runde:

Vienna FC - WAC/St. Andrä 1:3 (1:1). Wien, Hohe Warte, 3.700, SR Schmid.

Tore: 0:1 (31.) Stückle, 1:1 (35.) Lackner, 1:2 (55.) Kerhe, 1:3 (69.) Jacobo

Vienna: Dau - Salvatore, Rathfuss, Dospel, Kröpfl (73. Verdes) - Markovic, Mair, Lackner (69. M. Toth), Kerschbaumer, Erhart (70. Rotter) - Djokic

WAC/St. Andrä: Dobnik - Sollbauer, Jovanovic, Solano, Baldauf - Kerhe (82. Topcagic), Messner, Micic, Stückler (77. Zakany), Jacobo - Falk

Gelbe Karten: Kerschbaumer, Salvatore, Rotter bzw. Kerhe, Jovanovic, Mikic

LASK Linz - SV Grödig 1:1 (1:0). Linzer Stadion, 5.000, SR Dintar.

Tore: 1:0 Cardozo (29.) 1:1 Viana (80.)

LASK: Mandl - Hart (82. Barry), Aufhauser, S. Wimmer, Kaufmann (82. Bytyci) - Silvio jun. (72. Koller), Hamdemir, Cardozo, Varga - Aigner, Templ

SV Grödig: Schranz - Zündel, Cabrera, Siller, Stangl - Krammer, Riedl, Öbster (88. Schubert), Salamon - Parapatits (71. Viana), Jukic (82. Tschernegg)

Gelb-Rote Karte: Salamon (42.)

Gelbe Karten: S. Wimmer, Hart, Templ, Aufhauser bzw. Stangl, Krammer, Cabrera, Jukic

SC Austria Lustenau - FC Lustenau 1:2 (0:0). Reichshofstadion, 6.700, SR Eisner.

Tore: 0:1 (73.) Zellhofer, 0:2 (87.) Rahman, 1:2 (90.) Thiago

Austria Lustenau: Mendes - Dunst, Pöllhuber, Tipuric, Zech (46. Zwischenbrugger) - Dürr, Kampel - Boller (66. Thiago), Karatay, Krajic (75. Roth) - Boya

FC Lustenau: Durakovic - Mimm, Vucur, Buchner - Haselberger, Freitag, Teurezbacher (63. Zellhofer), Simma (80. Holzmann) - Hinterseer, Novinic (44. Luxbacher) - Rahman

Rote Karte: Luxbacher (92.)

Gelbe Karten: Tipuric, Boller, Kampel bzw. Buchner, Rahman

TSV Hartberg - SKN St. Pölten 0:3 (0:2). Stadion Hartberg, 800, SR Feichtinger.

Tore: 0:1 (14.) Segovia, 0:2 (22.) Segovia, 0:3 (50.) Ambichl

Hartberg: Rindler - Kozissnik, Tauschmann, Miljatovic, Strobl - Rakowitz (56. Gremsl), Huber, Adilovic, Prietl (46. Ismaili), Fucek (56. Friedl) - Mössner

St. Pölten: Riegler - Zwierschitz, Kotynski, Rödl, Peinsipp - Ambichl, Jano, Brandl, Schagerl (79. Hofbauer) - Schibany (75. Keusch), Segovia (85. Gruberbauer)

Gelbe Karten: Kozissnik, Miljatovic, Huber, Rakowitz bzw. Segovia, Peinsipp

SCR Altach - Blau Weiss Linz 4:1 (3:0). Altach, Cashpoint-Arena, 2.000, SR Hirschbichler.

Tore: 1:0 (6.) Seeger, 2:0 (31.) Ademi, 3:0 (44.) Ademi, 3:1 (74.) Sulimani, 4:1 (84.) Lienhart

Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Sereinig, H. Erbek - Hörmann (71. Hopfer), Netzer, Schick, Zachhuber (62. Scherrer) - Seeger (86. Dorta), Ademi

BW Linz: Bartosch - Arapovic, Duvnjak, Knabel, Rabl - Höltschl, Piesinger, H. Sulimani (88. Misic), Guselbauer - Hartl (67. Huspek), Poljanec (76. Tenesor)

Gelbe Karten: Hörmann, Hopfer bzw. Tenesor

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Torschütze Manuel Kerhe mit offenen Armen auf dem Weg in die oberste Spielklasse.

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