Streit zwischen Peking und Manila wühlt das Südchinesische Meer auf

11. Mai 2012, 20:46

In der Region geht es um Fischereirechte, aber vor allem um Öl- und Gaslagerstätten, für die China kompromisslos zu kämpfen bereit ist

Kleinere Nachbarn halten nur mit Mühe dagegen.

 

Es war ein Versprecher. CCTV-Moderatorin He Jia hatte im Nachrichtenkanal "24 Stunden" einen zu patriotischen Ton angestimmt. Die Scarborough-Inseln im Südchinesischen Meer, die auf Chinesisch "Huangyan" heißen und zwischen Peking und Manila hoheitlich umstritten sind, "gehören seit jeher zu China", erklärte He. Statt "Huangyan-Inseln" sagte sie aber versehentlich: "Die Philippinen gehören seit jeher zu China." Obwohl der Staatssender den Fauxpas rasch von der Website nahm, wurde der Nachrichten-Clip von hunderten Blogs weiterverbreitet. Sie lobten He ausdrücklich: "Macht sie zur Sprecherin des Außenministeriums!"

Wieder einmal kochen patriotische Gefühle hoch. Es ist, schreibt die Nachrichtenagentur Xinhua, der "schwerste Streit seit Jahrzehnten". Die 150 Quadratkilometer weite, vor allem aus Riffen bestehende Scarborough-Inselgruppe liegt 124 Seemeilen von den Philippinen entfernt. Wegen ihrer reichen Fischgründe zieht sie immer mehr chinesische Fangflotten von der 550 Seemeilen entfernten Inselprovinz Hainan an, dem nähesten südlichen Punkt der Volksrepublik. Immer wieder machte die philippinische Marine seit den 1990er-Jahren auf die unerwünschten Eindringlinge Jagd.

Doch diesmal scheint es ernster, obwohl der Vorfall, der so viel Erregung auslöst, kaum größer als frühere Zwischenfälle ist. Doch China hat inzwischen eine modernisierte Marine, weitreichende, in der Luft auftankbare Militärflieger, erprobt seinen ersten Flugzeugträger, versteht sich als auftrumpfende Weltmacht.

Auslöser der Krise waren Anfang April ein Dutzend chinesische Fischfangtrawler, die vor einem Sturm Schutz in der Lagune suchten. Philippinische Boote kesselten sie ein, durchsuchten die Schiffe. Chinas Patrouillenboote holten die Fischer heraus. Seither eskaliert der Streit. Manila verlangt nach internationaler Schlichtung. Peking verbittet sich die Internationalisierung eines bilateralen Konflikts. Vizeaußenministerin Fu Ying bestellte den philippinischen Geschäftsträger in Peking dreimal ein und drohte: Man verliere die Geduld, habe alle Vorbereitungen für andere Optionen getroffen.

Solche Alarmsignale werden von einer Flut pseudowissenschaftlichen Abhandlungen begleitet, die alle nachweisen wollen, dass die Huangyan-Inseln seit jeher, mindestens aber seit dem Jahr 1279 von China vereinnahmt worden seien. Solche Propagandasalven gingen auch früher schon Krisen Chinas mit seinen Nachbarn voraus. Sie endeten dann in sogenannten "Lektionen", die Peking etwa Vietnam erteilte, vom Seekrieg 1974 um die südchinesischen Xisha (Paracel-Inseln) bis zum kurzen Vietnamkrieg. "China ist zur Eskalation bereit", titeln derzeit auch wieder Zeitungen in Kanton und Shenzhen an der Küste des Südchinesischen Meers. Das Organ der Volksbefreiungsarmee warnte diffus: "Es wäre ein schrecklicher Fehler, unsere Zurückhaltung als Schwäche auszulegen."

Im Hintergrund geht es nicht nur um Patriotismus. Das Südchinesische Meer ist das einzige noch unerschöpfte Reservoir für Fischfang, für Öl- und Gasressourcen. Am Mittwoch nahm Chinas Offshore-Ölgruppe (CNOOC) die erste Plattform für Tiefseebohrungen im Südchinesischen Meer in Betrieb. China ist damit das erste Land, das dort bohrt. 30 Mrd. Kubikmeter Gas vermutet CNOOC-Geologe Shi Hesheng im ersten Claim. In der Region rechnet er mit Vorräten von 700 Millionen Tonnen Erdöl und 1,2 Billionen Kubikmeter Erdgas. Im Südchinesischen Meer sollen insgesamt Lagerstätten mit 23 bis 30 Mrd. Tonnen Öl und bis zu 16 Billionen Kubikmeter Erdgas liegen, ein Drittel aller bisher bekannten Vorräte Chinas. Die Ölbohrinseln hätten auch eine strategische Bedeutung, zitiert Xinhua einen Juristen der Tsinghua-Universität. Sie seien "mobile Territorien Chinas". Auch so kann man, Ölinsel um Ölinsel, seine Besitzansprüche ausdehnen. (Johnny Erling aus Peking /DER STANDARD, 12.5.2012)

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124 Seemeilen von den Philippinen entfernt

550 Seemeilen von China entfernt

Noch Fragen ?

Morgen kommen die Chinesen übers Schwarze Meer, rauf die donau bis Wien und meinen, die ganze Mitte bis ein Meter vors Ufer gehört ihnen.

Gierigen Hund die

und die falklandinseln sind etwas weiter von GB entfernt als von argentinien. das stört sie nicht?

und wieder

wird ein Forum von USA-Bashern, RT & Kopp- Groupies geflutet....die mögen den Standard irgendwie ;)

...........(China) versteht sich als auftrumpfende Weltmacht. ..........

CIA Sprachregelung?
Wie versteht sich denn die tausend ausländische Militärbasen unterhaltende USA?

Die USA bauen ihre Militärpräsenz weltweit ab, während China als einziges Land weltweit seine Marine ausbaut.

das widerspricht der amerik. ankündigung, im südostasiatischen bereich mehr präsenz zu zeigen mit einigen neuen militärbasen.

Und der Weltmarkt hält den Atem an?

Nein, nein, ist nur eine unwichtige Inselgruppe. Wenn's aber die Japaner wären, DANN!

1714
12.5.2012, 11:47
Hintergrund

Man sollte auch hinweisen auf die Argumentation Chinas. Gemäß internationalem Seerechtsübereinkommen , Artikel 76f hat ein Staat unbegrenzte Souveränität bis Ende des sogenannten Festlandsockels. Der chinesische Anspruch ist also durch internationale Übereinkommen begründet, im Unterschied zum britischen Anspruch auf die Malvinas.

Hintergrund

Gemäß internationalem Seerechtsübereinkommen , Artikel 76f hat ein Staat unbegrenzte Souveränität bis Ende des sogenannten Festlandsockels. Der chinesische Anspruch ist also durch internationale Übereinkommen nicht begründet, im Unterschied zum philippinischen Anspruch auf die Scarborough-Inseln.

Einseitig

Dieser Artikel fehlt, wie alle anderen Berichte, die in den letzten Zeiten über China geschrieben wurde, an Objektivität. Einige Details werden verschwiegen. Daß jetzt ein asiatisches Land sich "emanzipiert" hat und zu einer Großmacht wächst, gefällt manchen Ländern nicht, v.a. USA nicht sehr. Daß USA oft in fremden (Entwicklung-)Ländern Marionette spielt, ist in der Geschichte bekannt, aber anscheinend nicht unter den Reportern. Hier geht es nämlich nicht nur um Grenzgebiete, sondern v.a. um Rohstoffe und Geldmacherei. China hat in ihrer Geschichte nie ein anderes Land besetzt, (Siehe "Zheng He" -Buch "1421"),verursachte kein Volkssterben. Die eigene Landesgrenze beibehalten zu wollen,ist normal! Bitte! Mehr Fairnesss!!

Es gibt keine Landesgrenze

bidde mehr Hirrn

'China hat in ihrer Geschichte nie ein anderes Land besetzt'

Die Geschichte Chinas ist ihnen offensichtlich voellig unbekannt!

Dem kann abgeholfen werden! Da du liest:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... hte_Chinas

"nie ein anderes Land besetzt" - Tibet?

... Und die pösen Amis.... Gääähn laaangwweilig.

ich nenne den aufstieg eienr weiteren faschistsichen diktatur nicht als entwicklung ...... oder gar als emanzipation..... außerdem gibt es mittlerwiele einige asiatische inustriestaaten.... ganz ohen diktatur...

ich bin kein fan des us faschismuses und imperialismus aber noch weniger des chinesischne faschismuses... denn immerhin behandelt die us regierung ihr volk noch nicht so...

Was ist mit the Projects in USA, was ist mit den Indianer Reservaten??? Gleichbehandlung? Gute Behandlung der US Regierung an das Volk?

Geht's noch?

In den USA gibt's ganz viele Probleme, aber man wird nicht gleich hingerichtet, wenn man darauf aufmerksam macht.

1311
12.5.2012, 11:52
Erstaunlich

Wieso hält sich der Standard einen Korrespondenten in Peking der so einseitig berichtet? Seine Artikel erscheinen nur, wenn es gegen China geht. Es fehlt jede Reportage über die Erfolge und die Entwicklung des Landes und die Probleme aus einer vernünftigen, sachlich begründeten Sicht. Chinesische Argumentationen werden als "unwissenschaftlich" abgetan, werden aber nicht einmal aufgeführt. Setzt den Korrespondenten doch endlich ab !!

Die westen Medien sind immer der Meinung

Das ist, sie folgen naemlich der Meinung von den USA. Die Reporter machen sich keine Muehe die Geschichte von Asien zu lesen, ehe sie berichten, sondern einfach die Meinung der USA weiter zu verbreiten.

Lobeshymnen anstatt Hintergrundwissen?

In diesem Artikel geht es um die Hintergründe eines sehr gefährlichen Streits um phillipinische Inseln, welche die VR China mit absurden und lächerlichen Argumenten beansprucht.

Wenn Sie anstatt Fakten zum eigentlichen Thema Lobeshymnen über die Erfolge Chinas lesen wollen, ist wohl China Daily das bessere Medium.

habens für das Posting an Gutschein für 8 Schätze beim Chinesen um

die Ecke bekommen?

Tibet ?

Nordkorea würde es ohne China nicht geben.

"China hat in ihrer Geschichte nie ein anderes Land besetzt, "

Mir fällt grad Tibet ein!

Schwachsinn, guter Mann!

Tibet gehört länger zu China (seit 1726 oder noch länger) als das Innviertel zu Oberösterreich (seit 1776).

Lernen S`Geschichte......

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